„Ausgezeichnete Gesundheit 2022“ Zi verleiht Innovationspreis für Beispiele exzellenter ambulanter Versorgung

Von Eva Hornauer

Eine Innovation ist eine Veränderung, bei dem neue Techniken und Verfahren einen Bereich auf den neusten Stand bringen. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) zeichnete in der vergangenen Woche drei Projekte aus, von denen eben jene Innovationskraft im Gesundheitswesen ausgehen soll. Eine der drei Auszeichnungskategorien – Versorgung digital – prämiert im Speziellen die Innovationskraft von digitalen Anwendungen.

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Das Zi verlieh drei Preise für innovative Projekte der ambulanten Pflege, unter anderem wurde ds Projekt „Videosprechstunde ergänzt den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117“ ausgezeichnet
Das Zi verlieh drei Preise für innovative Projekte der ambulanten Pflege, unter anderem wurde ds Projekt „Videosprechstunde ergänzt den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117“ ausgezeichnet
(© tiero – stock.adobe.com)

Vergangene Woche zeichnete das Zi in drei Kategorien Leuchtturmprojekte der ambulanten Versorgung aus. Neben den Kategorien „Versorgung in der Pandemie“ und „Versorgung kreativ“ wurde der Innovationspreis „Ausgezeichnete Gesundheit 2022“ auch in der Kategorie „Versorgung digital“ verliehen. Nominiert waren zehn Projekte. Die Preisträger wurden durch gut 400 Gäste aus Politik, Ärzteschaft und Forschung – die entweder live vor Ort in Berlin oder digital zugeschalten waren – gewählt. Anschließend diskutierten Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung über die Projekte und die gegenwärtigen Herausforderungen der vertragsärztlichen Medizin. Die Auszeichnung wurde nicht dotiert.

„Wir haben drei Preisträger, aber alle zehn Projekte des heutigen Abends haben verdient die Aufmerksamkeit eines großen Publikums gewonnen. Wir wünschen uns, dass sie weiterhin erfolgreich zur innovativen medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten in den Regionen beitragen werden, so der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Die Preisträger

In der Kategorie „Versorgung in der Pandemie“ wurde die Initiative COVID-Schwerpunktpraxen der KV Berlin auf den ersten Platz gewählt. Das Projekt richtete in Berlin eine hausärztliche Versorgung für Patienten mit einem Verdacht auf eine Corona-Infektion, beziehungsweise mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion, ein. Diese Patienten konnten dann getrennt von infektionsfreien Pateinten behandelt werden.

Das Baiersbronner Modell der Hausärzte am Spritzenhaus (regiopraxis) der KV Baden-Württemberg wurde in der Kategorie „Versorgung kreativ“ zum Sieger gekürt. In der Hausarztpraxis teilen sich elf Ärzte und rund 20 medizinische Fachangestellte die anfallende Arbeit untereinander auf. Außerdem werden jährlich über 30 Studierende in der Praxis ausgebildet – so soll ein Signal gegen Fachkräftemangel und Abwanderung gesetzt werden.

Nominierte und Gewinner in der Rubrik „Versorgung digital“

Für den Bereich Digitalisierung des Gesundheitswesens beziehungsweise der ambulanten Versorgung wurde eine gesonderte Kategorie – „Versorgung digital“ – eingerichtet. Gewonnen hat das Projekt „Videosprechstunde ergänzt den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117“ der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Niedersachsen. Dieses Projekt unterstütze die Patientenservice-Nummer 116117 mit einem zusätzlichen Videosprechstunden-Angebot. Hilfesuchende, die zwischen neun und 16 Uhr die 116117 wählten und entsprechend medizinisch ersteingeschätzt wurden konnten nach erfolgter Ersteinschätzung in einem virtuellen Wartezimmer platz nehmen. Dort wurden sie dann von dem diensthabenden Bereitschaftsarzt abgeholt. „Für Patient:innen und Ärzt:innen in Zeiten von Corona-Kontaktbeschränkungen ein großer (Zeit-)Gewinn“, so die Einschätzung des Zi.

Neben dem Gewinnerprojekt aus Niedersachsen nahmen noch drei weitere Projekte in dieser Kategorie teil. Aus Thüringen wurde das Projekt „ Digitalisierung der Notfallkette“ vom KV Thüringen eingereicht. Durch ein flächendeckendes mobiles System der Einsatzdokumentation im Rettungsdienst sollen Informationsbrücke verringert und die Patientenversorgung vom Einsatzort bis in die Klinik verbessert werden.

Das „Sächsisches Fernbehandlungsmodell“ der KV Sachsen ermöglicht es Patienten eine Fernbehandlung zu erhalten, wenn der eigene Hausarzt gerade nicht zu erreichen ist. Startpunkt ist – wie beim Gewinnerprojekt aus Niedersachsen auch – die Patientenservice-Nummer. Nach erfolgter medizinischer Ersteinschätzung wird festgestellt, ob der Patient und dessen Beschwerden sich für eine Fernbehandlung eignen. Sollte dies bejaht werden, erhalte der Patient zeitnah ein Angebot zur Fernbehandlung via Video oder Telefon.

Last but not least stand auch das Projekt „Asynchrone telemedizinische Versorgung im ländlichen Raum – ASTRaL“ der KV Schleswig-Holstein zur Wahl für die Auszeichnung in der Kategorie „Versorgung digital“. Hierbei „werden asynchrone (zeitversetzte) telemedizinische Verfahren in der wohnortnahen Versorgung im ländlichen Raum evaluiert“, so das Zi.

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