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Baden-Württemberg: Rund 13,9 Millionen Euro für die Gesundheitsforschung Wirtschaftsministerium fördert acht innovative Projekte

| Autor: Julia Mutzbauer

Im Rahmen des „Forums Gesundheitsstandort BW“ fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau acht innovative Projekte mit rund 13,9 Millionen Euro. Ziel ist es neue Technologien wie Big-Data, Künstliche Intelligenz und Personalisierte Medizin weiter voran zu bringen.

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Das Wirtschaftsministerium fördert acht innovative Gesundheits-Projekte mit rund 13,9 Millionen Euro
Das Wirtschaftsministerium fördert acht innovative Gesundheits-Projekte mit rund 13,9 Millionen Euro
(© Julien-Eichinger - stock.adobe.com)

„Gerade die aktuelle Coronakrise macht deutlich, wie wichtig ein leistungsfähiges Gesundheitssystem ist. Neben unseren Leitbranchen Maschinenbau und Automobilindustrie entwickelt sich die Gesundheitswirtschaft immer mehr zu einem entscheidenden Wachstumstreiber und Jobmotor für unser Land. Um im weltweiten Wettbewerb langfristig mithalten zu können, muss es uns gelingen, Forschungsergebnisse noch schneller in Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln. Hier setzen wir mit dem Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg an“, erklärt Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Die Ministerin führt aus: „Mit den Förderungen können acht vielfältig zusammengesetzte Konsortien mit Partnern aus Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen ihre innovativen Vorhaben jetzt zügig in die Tat umsetzen. In den kommenden Monaten wird es außerdem weitere Förderungen für vielversprechende Projekte im Gesundheitsbereich geben.“

Die acht geförderten Projekte:

Herstellung von personalisierten Arzneimitteln mittels Digitaldruck: Die Firma DiHeSys Digital Health Systems hat einen Drucker entwickelt, mit dem Arzneimittel im Digitaldruck hergestellt werden können. In diesem Pilotprojekt soll die konkrete Anwendung an der Universität Tübingen am Beispiel der verbesserten Behandlung eines bösartigen Gehirntumors umgesetzt werden.

Prädiktive Diagnostik von immunassoziierten Krankheiten für die Personalisierte Medizin: Das Projekt bezieht Patientenproben mit Blick auf Tumore sowie neurologische und psychiatrische Erkrankungen ein, um an einem breiten Spektrum immunassoziierter Erkrankungen prädiktive, diagnostische Verfahren und Testsysteme für die personalisierte Medizin zu entwickeln. Mikrosystemtechnik, hochsensitive Proteindiagnostik, molekulares Imaging und zelluläre Modellsysteme werden für neue und innovative, diagnostische Werkzeuge integriert.

Künstliche Intelligenz zur Detektion der Resektabilität eines Prostatakarzinoms (RESECT): Das Ziel von RESECT ist die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Softwarelösung zur optimierten Therapieauswahl und -planung bei Prostatakarzinom auf Basis der internationalen Radiomics-Plattform mit Entwicklung KI-assistierten medizinischen Diagnostiklösungen in einer einzigartigen Partnerkonstellation.

In einem der geförderten Projekte wird ein pharmatauglicher 2D-Drucker im Universitätsklinikum Tübingen installiert, der eine individuelle Dosierung von Wirkstoffen für Patienten ermöglichen soll
In einem der geförderten Projekte wird ein pharmatauglicher 2D-Drucker im Universitätsklinikum Tübingen installiert, der eine individuelle Dosierung von Wirkstoffen für Patienten ermöglichen soll
(© DiHeSys, Harro Höfliger)

Neue Technologien für Patienten – Translationale Plattform für die Nanosenor basierte medizinische Diagnostik (TechPat nano): Das Vorhaben bündelt technologische Fortschritte im Bereich der molekularen Medizin, Nanotechnologie und Digitaltechnik, um die Industrie in Baden-Württemberg auf

die Diagnostik der nächsten Generation vorzubereiten. Ein therapiebegleitender Selbsttest für Nierentransplantationspatienten sowie ein Patientenselbsttest zum Nachweis antibiotikaresistenter Krankheitserreger und Entzündungen dienen als Demonstratoren für künftige Anwendungen in der Telemedizin oder durch Pflegepersonal.

Baden-Württemberg-Center for Academic Drug Discovery (BWCAD2): Ziel ist, Grundlagenforscher auf ihrem Weg hin zu einer erfolgreichen Ausgründung zu unterstützen. Konkret sollen Schnittstellen geschaffen und personell besetzt werden.

Anwendungszentrum für Intelligente Maschinen in der Medizintechnik (ANIMMED): Das Anwendungszentrum unterstützt die Unternehmen gezielt an den entscheidenden Punkten der KI-Anwendung für Medizinprodukte. Hierzu zählen Technologieberatung und -training, klinische Anwendungs- und Machbarkeitsuntersuchungen, der Zugang zu Trainingsdaten, Umgang mit den Regularien oder als spezialisierte Ressource zur Unterstützung des unternehmenseigenen Entwicklerteams. Anhand von drei Demonstratoren für medizin-technische KI-Systeme wird die eigene KI-Entwicklungsmethodik evaluiert und gleichzeitig die Ergebnisse als Referenzprojekte genutzt.

Erhöhung der Patientensicherheit durch softwaregestützte Nachverfolgung von Gewebeproben vom OP in die Pathologie mittels RFID Technologie: Basierend auf den vorhandenen technischen Lösungen zur Instrumentenverfolgung

mittels der RFID (Radio Frequency Identification) -Technologie, soll mit diesem Vorhaben ermöglicht werden, automatisiert und IT-gestützt große Mengen an Gewebepräparaten auf ihrem Weg vom OP in die Pathologie zu verfolgen, sicher zu lokalisieren und eindeutig einem Patienten zuzuordnen.

Translation klinischer Marker für Sauerstoffmangel bei Neugeborenen in ein neues Diagnostikum zur Vermeidung frühkindlicher Hirnschäden und Steuerung einer individualisierten Therapie – AsphyxDx: Ziel des Projekts ist die Entwicklung von neuartigen Point-of-Care (PoC)-fähigen Testsystemen mittels Nanoporen-basierten Tests, sowie anderen Schnelltests zur zuverlässigen Früherkennung von Sauerstoffmangel bei Neugeborenen sowie zur Verbesserung der Ernährungsgrundlage bei Frühgeborenen.

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