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Computer-gesteuerte Assistenzsysteme im OP der Zukunft „Wir gestalten die Systeme so, dass sie dem Arzt nicht vorgeben, was er machen muss“

Autor / Redakteur: Christian Schweinfurth* / Manfred Klein

Der intelligente Operationssaal der Zukunft soll Ärzte dort unterstützten, wo sie am meisten von intelligenter Technologie profitieren. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Thomas Neumuth vom Innovation Center Computer Assisted Surgery der Universität Leipzig über schlaue Geräte, die über Leben und Tod mitentscheiden.

(© ICCAS)

Neumuth: Die Entwicklung wird momentan so vorangetrieben, dass die Technologie erkennt, was ein Arzt machen möchte, um ihn dabei optimal zu unterstützen. Wir reden nicht von Robotern, die selbstständige Entscheidungen treffen, wir reden über Szenarien, in denen der Arzt weiterhin die volle Kontrolle hat und selbst entscheidet, aber sich die Tools ändern. Der Arzt schneidet zum Beispiel nicht mehr mit einem Skalpell, sondern er benutzt einen Telemanipulator. Das sind keine Roboter, die selbstständige Programmabläufe durchführen wie in der Industrie. Landläufig werden sie aber halt doch Roboter genannt. Dabei steuert der Arzt mit einem Controller in der Hand aus der Ferne die einzelnen Arme des Telemanipulators. Das ist ein bisschen wie beim Spielen mit der Playstation.

Prof. Dr. Neumuth sieht intelligente Assistenzsysteme als Unterstützung, die Entscheidungen werden allein vom Ärzteteam getroffen
Prof. Dr. Neumuth sieht intelligente Assistenzsysteme als Unterstützung, die Entscheidungen werden allein vom Ärzteteam getroffen
(Bild: Thomas Neumuth)