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IoT im Gesundheitswesen

Wie smarte Geräte Ärzte und Pflegepersonal im Alltag unterstützen

| Autor/ Redakteur: Carsten Kramschneider* / Julia Mutzbauer

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) birgt enormes Potential für das Gesundheitswesen. Doch um was handelt es sich beim Internet der Dinge? Ein Gastbeitrag von Carsten Kramschneider.

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Smarte Helferlein für das medizinische Personal
Smarte Helferlein für das medizinische Personal
( © VMware )

IoT ist ein Sammelbegriff für Technologien, die physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten lassen. Reale Dinge stellen die eigenen Zustandsinformationen für die Weiterverarbeitung im Netzwerk zur Verfügung.

Im Gesundheitswesen kann es sich bei den realen bzw. physischen Gegenständen um medizinische oder technische Geräte, Medikamente, Patienten oder die Ausstattung in Krankenhäusern handeln. Diese werden virtuell abgebildet, vernetzt. Durch Sensoren werden Zustände, wie Temperatur, Blutdruck, Atemfrequenz oder auch Auslastung und Aufenthaltsort erfaßt bzw. und durch Aktoren oder Aktionen veranlasst, wie beispielsweise eine Medikation.

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Basis für IoT ist eine sichere Infrastruktur

Doch bevor in Richtung moderne Technologien, wie IoT, gedacht werden kann, muss erst einmal die Basis gelegt werden. Und hieran mangelt es in den meisten deutschen Krankenhäusern aktuell noch. Veraltete IT-Infrastrukturen sowie die mangelnde Kompatibilität bzw. Interoperabilität der bestehenden IT-Lösungen stellen große Hindernisse bei der Umsetzung von IoT-Projekten dar.

Oftmals scheitern die Initiativen der Krankenhäuser am Budget: deutsche Krankenhäuser geben im Durchschnitt nur etwa ein bis zwei Prozent ihres Umsatzes für IT aus. Andere Länder investieren mehr in den technologischen Fortschritt, darunter zum Beispiel die Niederlande und die USA. Folge ist ein massiver Investitionsstau, der die Modernisierung der veralteten Infrastruktur erschwert: in vielfacher Hinsicht negativ – einmal für die Digitalisierung und den Einsatz moderner Technologien im Allgemeinen und darüberhinaus entsteht ein großes Sicherheitsrisiko.

Ein modernes Krankenhaus-Rechenzentrum ist die Grundlage für eine sichere Infrastruktur und den Einsatz fortschrittlicher Technologien. Und diese Investition zahlt sich langfristig gesehen aus: Das Internet der Dinge bietet die Möglichkeit, Prozesse, Abläufe und Behandlungen effizienter zu organisieren, zu automatisieren und dadurch enorme Kosten und Zeit einzusparen – und für Entlastung der klammen Krankenhausbudgets zu sorgen.

Welche Einsatzszenarien für IoT ergeben sich im Krankenhaus?

Das Krankenhaus der Zukunft ist digital. Heute wird noch vieles händisch dokumentiert, erfasst und in ein physisches Patientendossier eingetragen, doch die elektronische Patientenakte kommt mit großen Schritten. Die große Herausforderung besteht darin, medizinische Geräte wie mobile CTs, MRTs, Ultraschallgeräte und Vitalwertüberwachungsanlagen in das Netzwerk zu integrieren und an das Rechenzentrum anzuschließen, damit die aufgezeichneten Daten in die Patientenakte übernommen werden. Aktuell sind hierfür noch zahlreiche manuelle Aktionen notwendig.

Bislang fielen die medizinischen Geräte in den Bereich der Haustechnik, der oft losgelöst vom Rechenzentrum einen eigenen Bereich darstellte. Wenn diese Geräte sicher in die Infrastruktur eingebettet sind, kann die Arbeit von Ärzten und Pflegekräften enorm vereinfacht und optimiert werden.

Wearables werden in Zukunft Herzinfarkte verhindern

Ein weiteres vielversprechendes Szenario im IoT-Umfeld sind sogenannte Wearables – kleine, mobile Computersysteme, die am Körper getragen werden, wie Fitnesstracker, Smartwatches oder im medizinischen Bereich Hörgeräte, Herzschrittmacher oder computergesteuerte Implantate. Ärzte, Therapeuten, Krankenkassen und Pharmaunternehmen sehen hier großes Potential. Mögliche Einsatzszenarien sind auf der einen Seite die Prävention, da Wearables rund um die Uhr die Daten des Trägers erfassen und dadurch Krankheiten melden und verhindern können. So könnte ein Herzinfarkt beispielsweise in Zukunft vom in die Kleidung integrierten System erkannt und der Notruf direkt eingeleitet werden.

Doch auch die Bereiche Rehabilitation und Medikation können profitieren, z.B. durch intelligente Kniebandagen, die die Ausführung von Übungen überwachen und protokollieren oder Patches zur Verabreichung von Medikamenten in einer bestimmten Dosierung. Gerade das Wearables-Umfeld bietet ein nahezu unerschöpfliches Innovationspotential –die neue Apple Watch soll beispielsweise sogar über einen Geruchssensor verfügen.

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