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Digitale Gesundheitsanwendungen Welche Services werden bereits genutzt?

| Autor: Julia Mutzbauer

Ob Telemedizin, eRezepte, Online-Terminvereinbarung oder Web-Sprechstunde – mit der Einführung des Digitalen-Versorgungs-Gesetzes (DVG) hat die Bundesregierung den Weg für neue Technologien frei gemacht. Doch wie sieht der derzeitige Stand der digitalen Gesundheitsanwendungen tatsächlich aus? Welche Services werden bereits genutzt und wie werden sie angenommen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Software-Anbieter für Patientenkommunikation und Ressourcenplanung in der Praxis, samedi im „Digitalisierungsreport 2019: Der digitale Patient im deutschen Gesundheitswesen“.

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Die Ergebnissen einer Umfrage von samedi zeigen, dass viele Deutsche gegenüber den neuen digitalen Angeboten im Gesundheitsberich aufgeschlossen sind. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die Online-Terminbuchung, 34 Prozent suchen online nach ihrem Arzt und jeder Vierte lässt sich per eMail oder SMS an den Arztbesuch erinnern
Die Ergebnissen einer Umfrage von samedi zeigen, dass viele Deutsche gegenüber den neuen digitalen Angeboten im Gesundheitsberich aufgeschlossen sind. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die Online-Terminbuchung, 34 Prozent suchen online nach ihrem Arzt und jeder Vierte lässt sich per eMail oder SMS an den Arztbesuch erinnern
(© elenabsl - stock.adobe.com)

Der Software-Anbieter samedi hat in Zusammenarbeit mit der Splendid Research GmbH 1.009 gesetzliche Krankenversicherte in Deutschland zum Status quo der Digitalisierung in den jeweiligen Arztpraxen befragt. Die Ergebnisse zeigten, so der Hersteller, dass viele Deutsche den neuen digitalen Angeboten gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen seien. 35 Prozent der Teilnehmer nutzen die Online-Terminbuchung, 34 Prozent suchen online nach ihrem Arzt und jeder vierte lässt sich per eMail oder SMS an den Arztbesuch erinnern. Und immerhin 15 Prozent nutzen Gesundheits-Apps.

Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft

Jedoch sei das Digitalisierungspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft, heißt es weiter. Nur 5 Prozent der Befragten kämen bislang in den Genuss einer digitalen Patientenakte, lediglich 3 Prozent hätten beim Arzt schon einmal einen Self-Checkin genutzt oder, ebenfalls 3 Prozent, ihren digitalen Impfpass vorgelegt. Viele Arztpraxen und Kliniken würden derartige Services noch nicht anbieten. „Zum Leidwesen beider Seiten: Denn all diese Lösungen könnten lästige Wartezeiten verkürzen, den Therapieerfolg steigern und Fehlkommunikation vermeiden“, heißt es vonseiten samedis.

Da nicht jede Praxis die Online-Terminbuchung anbietet, bucht mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) ihre Termine nur selten online. Das Angebot kommt laut Studie der Nachfrage nach Online-Terminen nicht hinterher. 74 Prozent der Patienten gaben an, dass Ärzte diesen Service zu selten offerierten. „Der Patient namens Arztpraxis benötigt noch digitale Therapie“, heißt es dazu.

Beim Teilen digitaler Gesundheitsdaten sieht es ähnlich aus. 86 Prozent der Befragten gaben an, sie würden durchaus Gesundheitsdaten mit ihren Ärzten teilen. 37 Prozent der teilungswilligen Nutzer unter den Befragten gaben an, ihr Arzt könne diese Daten leider gar nicht digital entgegennehmen. Hier schlummere verborgenes Potenzial, um Abläufe zu beschleunigen und ein ganzheitliches Gesundheitsbild zu gewinnen. „Es sind sichere Schnittstellenanbieter gefragt, um diese Lücke zum Wohle der Patienten*innen und Praxen zu füllen“, so samedi.

Im Prinzip sei die Wunschliste der deutschen Patienten aber gar nicht so Hightech, wie zuweilen angenommen würde. 73 Prozent würden ihre Termine online buchen, sofern dies möglich wäre. 60 Prozent freuen sich über Terminerinnerung via eMail oder SMS. Und auch bei den 33 Prozent, die sich Gesundheits-Apps wünschen, stehen praktische Alltagshelfer, wie zum Beispiel ein Diabetiker Tagebuch (24 Prozent), an erster Stelle. Die Angst, vieler Praxen, dass Digitalisierung gleich hochkomplex daherkommt, sei daher unbegründet.

Selbstbestimmung über Daten ist wichtig

Der Software-Anbieter weist aber darauf hin, dass man hingegen die Ängste der Deutschen sehr ernst nehmen sollte. 87 Prozent der Befragten fordern ein, selbst über ihre persönlichen Daten bestimmen zu können. 65 Prozent äußerten Angst vor Datenmissbrauch und 50 Prozent fürchten sich davor, zum „gläsernen Patienten“ zu werden. „Die Versicherten sind sich uneinig, ob derzeit genug für den Datenschutz getan wird. Für das Gesundheitswesen bedeutet dies, auf sichere und etablierte Technologie-Anbieter zu setzen. Für Software-Entwickler ergibt sich im Umkehrschluss die Aufgabe noch besser über die Sicherheit und Vorteile ihrer Lösungen aufzuklären“, erklärt das Software-Unternehmen.

Positives Bild zwischen Patienten und Arztpraxis

Grundsätzlich zeichne sich aber ein positives Bild zwischen Patient*in und Arztpraxis. 83 Prozent geben an, dass sie mit der Freundlichkeit ihres Arztes oder ihrer Ärztin zufrieden sind. 81 Prozent lobten die fachliche Kompetenz und 75 Prozent empfinden auch die Behandlungszeit als angemessen. Auch das Personal wird als freundlich (78 Prozent) und kompetent (76 Prozent) bewertet.

Die Wartezeiten fielen nicht ganz so schlimm aus, wie befürchtet. 37 Prozent der Patienten warteten zwischen 30 bis 60 Minuten, bis es hieß: „Der Nächste bitte!“. Damit war eine knappe Mehrheit von 55 Prozent zufrieden. „Vergleicht man diesen Wert jedoch mit der durchaus hohen Zufriedenheit bei den anderen abgefragten Faktoren, wird klar, dass bei der Wartezeit besonders starkes Optimierungspotenzial schlummert“, heißt es vonseiten des Software-Anbieters. „Die Einführung von Online-Terminvergabe und besseren Planungstools für die Praxen helfen hierbei schnell und unkompliziert dem Ansturm und der Wartezeit Herr zu werden“, heißt es weiter.

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 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing