IT-Konzepte für Kliniken Was tun, wenn Patienten mehr Digitalisierung erwarten?

Autor / Redakteur: Carsten Kramschneider / Manfred Klein

Der Gesundheitsbereich ist herausgefordert, moderne digitale Dienstleistungen anzubieten. Trotz der Veränderungen durch die Corona-Pandemie hat die digitale Transformation noch nicht die Zugkraft, die sich Verbraucher wünschen. In einer Umfrage von VMware war nur etwa jeder Fünfte (22 Prozent) Befragte der Meinung, dass Gesundheitsversorger heute bessere digitale Services bieten als vor der Pandemie.

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Im Gesundheitswesen setzt die Politik einen Schwerpunkt bei der IT-Sicherheit
Im Gesundheitswesen setzt die Politik einen Schwerpunkt bei der IT-Sicherheit
(© stock)

So sind viele Einrichtungen immer noch nicht in der Lage, Termine online zu vereinbaren. Auch bieten sie weder Video-Beratung noch die Verschreibung von Apps auf Rezept an, obwohl der Gesetzgeber letzteres bereits seit 2020 ermöglicht. Dabei haben viele Verbraucher das Bedürfnis nach mehr digitaler Innovation: 41 Prozent der Befragten wären beispielsweise damit einverstanden, sich von einem leistungsstarken und lernfähigen Computer auf Anomalien wie zum Beispiel Krebs untersuchen zu lassen, anstatt von einem menschlichen Arzt. Eine große Anzahl von Patienten wäre zudem bereit, einen Kontrolltermin beim Hausarzt auch remote über Video durchzuführen.

Und dies gilt nicht nur für die jüngere, typischerweise technikaffine Generation, von der man nichts anderes erwartet: Erstaunlicherweise zählten gerade 45- bis 54-Jährige zu denen, die sich am stärksten für eine neue virtuelle Welt des Gesundheitswesens mit ihren zahlreichen Möglichkeiten begeisterten. 58 Prozent der Befragten sind sogar der Überzeugung, dass digitale Technologien innerhalb der nächsten zehn Jahre das Risiko invasiver Operationen massiv senken könnten. Und von den befragten deutschen Konsumenten glaubt fast jeder Zweite (47 Prozent), dass diese Technologien die Ausbreitung von Covid-19 bereits in den nächsten zwei Jahren reduzieren könnten.

Digitaler Nachholbedarf bei den Gesundheitsversorgern

Für die Gesundheitsversorger war es während der vergangenen Monate enorm wichtig, in punkto Digitalisierung aufzuholen, damit der Betrieb auch unter besonderen Belastungen durch Covid-19 effizient weiterlaufen konnte. Langfristig werden jedoch nur Betriebe erfolgreich sein, die es schaffen, digitale Konzepte umzusetzen und so dem Kostendruck im Gesundheitswesen sowie der steigenden Notwendigkeit von Effizienz zu begegnen.

Denn die Anforderungen der Verbraucher an die digitale Welt werden anspruchsvoller. So fordern mehr als zwei Drittel der Befragten ein hohes Maß an Sicherheit und Arbeitsschutz, 51 Prozent eine unkomplizierte Nutzung über sämtliche Geräte hinweg, 32 Prozent wollen schnellere Serviceleistungen und 23 Prozent wünschen sich ein beispielhaftes Verhalten von Unternehmen gegenüber Mitarbeitern beziehungsweise der Gesellschaft.

IT-Sicherheit hat Priorität bei der digitalen Transformation

Auch der Gesetzgeber zeigt, in welche Richtung es gehen muss: So ist inzwischen das Krankenhaus Zukunftsgesetz (KHZG) in Kraft, über welches der Bund die Gesundheitsversorger finanziell bei digitalen Projekten unterstützt. Ein Teil der Summe ist zweckgebunden und muss in IT-Sicherheit investiert werden. Ein deutliches Zeichen, wo auch die Politik die Prioritäten bei der Digitalisierung im Gesundheitsbereich sieht.

2021 müssen digitale Services so gestaltet werden, dass sie den Erwartungen und dem Sicherheitsbedürfnis der Patienten und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Für Krankenhäuser und Krankenkassen bedeutet das, erstklassige Apps und medizinische Angebote für digital aufgeschlossene Verbraucher zu entwickeln und diese schnell bereitzustellen – natürlich immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes und mit einem Blick auf die Kosten.

Um diesen zu gewährleisten, empfehlen sich aus meiner Sicht Konzepte, die auf Intrinsic-Security basieren und so durchgehende Sicherheit vom Datensatz bis zum Endgerät bieten. Damit entfallen zahlreiche Einzellösungen, die zum einen nicht gut miteinander harmonieren und Angreifern Schlupflöcher lassen. Auch Updates und Wartung vereinfachen sich deutlich. Diesem strategischen Security-Ansatz liegen immer Konsolidierungsmöglichkeiten zugrunde – und damit einhergehend auch Mittel zur Kostenoptimierung. Denn das Ziel sollte immer auch sein, die Anzahl der Security-Produkte zu reduzieren und so Kosten zu sparen.

Ich bin zuversichtlich, dass wir angesichts des intensiven und ständig wachsenden Drucks auf das Gesundheitspersonal und die Systeme selbst, erleben werden, wie die Bevölkerung einen noch größeren digitalen Appetit entwickelt – eine echte Chance für die Gesellschaft. Da neue Pflegemodelle und -Dienste beschleunigt wurden, ist nun die Zeit gekommen, um diese Entwicklung mit modernen Anwendungen, Diensten und Erlebnissen zu unterstützen. Dafür benötigen Gesundheitsversorger eine flexible, sichere und konsistente digitale Grundlage, welche die Erwartungen der Verbraucher erfüllt und Kosten, Qualität sowie Bereitstellung der Patientenversorgung umfassend gewährleistet.

Der Autor: Carsten Kramschneider, Manager Solution Engineering, Public, Healthcare & Commercial bei VMware
Der Autor: Carsten Kramschneider, Manager Solution Engineering, Public, Healthcare & Commercial bei VMware
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