Definitionen Was ist medizinische Informatik (Medizininformatik)?

Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Medizininformatik ist eine Vertiefungsrichtung des Studienfaches Informatik oder ein eigener Studiengang. Ihr Schwerpunkt sind die Informationstechnologien und Analyseverfahren im Gesundheitsbereich.

Medizininformatik: Digitalisierung im Gesundheitsbereich studieren
Medizininformatik: Digitalisierung im Gesundheitsbereich studieren
(© aga7ta – Fotolia)

Die Digitalisierung des Gesundheitssektors ist in Deutschland von entscheidender Bedeutung. Die Medizininformatik soll diesen Prozess maßgeblich unterstützen. Sie bietet als Vertiefung der klassischen Informatik die nötigen Kenntnisse der für den medizinischen Bereich entscheidenden Informationstechnologien und Analyseverfahren an. Sie kann an einigen deutschen Universitäten als Spezialisierung im Bereich der Informatik oder als eigenes Fach studiert werden.

Verantwortlich für das besondere Gewicht der Digitalisierung und damit der medizinischen Informatik in der Bundesrepublik ist der Paradigmenwechsel, den der Gesundheitssektor hierzulande erfahren hat. Vorbei sind die Tage, an denen er als reiner Kostenfaktor betrachtet wurde und deshalb als notwendiges Übel galt. Er hat sich als wichtiges Einsatzfeld für modernste Technologien erwiesen. Kommen diese zum Einsatz, schafft der Gesundheitsbereich neue Arbeitsplätze und trägt zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei.

Die Inhalte der Medizininformatik

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie hat einen eigenen Fachausschuss für medizinische Informatik (FAMI) ins Leben gerufen. Dieser beschreibt die Inhalte des Studienfaches. Demnach geht es um die systematische Erschließung, das entsprechende Management sowie die Aufbewahrung und Weiterverarbeitung von allen Informationen in der Medizin sowie im Gesundheitswesen generell. Das Ziel ist es, eine bestmögliche Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Hierfür soll die passende Information zur richtigen Zeit der passenden Person am richtigen Ort zur Verfügung gestellt werden.

Konkret vertraut die Medizininformatik dafür auf die folgenden Säulen:

Einsatz von bewährten Theorien und Verfahren der Informatik.

  • Darauf aufbauend: Anpassung der Theorien und Methoden an die eigenen Bedürfnisse.
  • Entwicklung eigener Verfahren – beispielsweise für den Betrieb medizinischer Geräte.
  • Entwicklung geeigneter Protokolle für automatisierte Kontroll- und Evaluationsprozesse von medizinischer IT.

Zusätzlich hat sich Forschungsbereich der medizinischen Informatik herausgebildet, den viele Universitäten in Zusammenarbeit mit angeschlossenen Krankenhäusern und Technologieunternehmen betreiben. Hier werden beispielsweise Systeme der virtuellen Realität entwickelt, um Operationen zu simulieren.

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