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Definitionen Was ist LOINC?

| Autor / Redakteur: Egoloizos / Manfred Klein

LOINC ist ein Verschlüsselungssystem für medizinische Untersuchungen. Das LOINC steht als Abkürzung für Logical Observation Identifiers Names and Codes. Es bezeichnet ein internationales System, das der eindeutigen Verschlüsselung von Laboruntersuchungen und anderen medizinischen Analysen dient.

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LOINC – ein Verschlüsselungssystem für medizinische Untersuchungen
LOINC – ein Verschlüsselungssystem für medizinische Untersuchungen
(© aga7ta – Fotolia)

LOINC ist ein primär englischsprachiges Kodiersystem zur eindeutigen Verschlüsselung von Untersuchungen, mit Fokus auf Laboranalysen. Herausgeber des Systems ist das in Indianapolis (USA) ansässige Regenstrief Institute. LOINC stellt eine einzigartige Nomenklatur zur Verfügung und bietet damit weltweit gültige und eindeutige Identifikatoren für die Untersuchungsergebnisse. Neben Laboranalysen findet das System auch Anwendung in klinischen und medizinisch-technischen Untersuchungen.

Eine wichtige Funktion ist die Überwindung des Problems proprietärer Kodiersysteme. Gerade im Zusammenhang mit eHealth und Digitalisierungs-Maßnahmen im Gesundheitswesen verwenden viele IT-Systeme eigene (proprietäre) Codes und Verschlüsselungen. Viele Beteiligte können die Werte daher nicht immer korrekt zuordnen. Gerade, wenn Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen, ist eine große Fehleranfälligkeit bei der Auslesung der Codes gegeben. Dieses Problem lässt sich durch weltweite standardisierte Bezeichnungen wie der LOINC-Nomenklatur beheben.

Im aktuellen Referentenentwurf im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) ist ein Bekenntnis zu internationalen Terminologien wie dem LOINC enthalten. Ab 2021 soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, die Nomenklatur kostenfrei für alle deutschen Nutzer zur Verfügung zu stellen.

Aufbau der Datenbank

Die Datenbank ist aus zwei Teilen aufgebaut: ein Teil für Laboruntersuchungen und ein Teil für klinische Untersuchungen. In dem Labor-Teil sind die üblichen Kategorien der Laborergebnisse der klinischen Chemie, Mikrobiologie und Toxikologie enthalten. Auch Hämatologie und Serologie sowie mikrobielle Spezialkategorien wie Parasitologie und Virologie sind darin enthalten.

Weiterhin sind in diesem Teil Kategorien für Medikamente und Drogen enthalten. Auch Allergene und Zellzählungen haben in dieser Nomenklatur eindeutige Codes. Eine eigenständige Kategorie im Labor-Teil haben die Bestimmungen zur Antibiotika-Empfindlichkeit.

Der klinische Teil der Datenbank beinhaltet unter anderem Identifikatoren zu Vitalzeichen, hämodynamischen Bestimmungen und zur Flüssigkeitsbilanzierung. Auch Verfahren und klinische Untersuchungen wie EKG, Ultraschall-Daten, Bildgebungsverfahren für die Urologie und endoskopische Untersuchungen der Gastroenterologie sind darin mit eigenen Einträgen versehen.

RELMA als Such-Werkzeug

Als Such-Funktion für die Datenbank LOINC bietet das Regenstrief Institute selbst das System RELMA (Regenstrief LOINC Mapping Assistant). Dieses enthält neben der vollständigen LOINC-Tabelle mit den englischsprachigen Identifikatoren auch Bezeichnungen in anderer Sprache. Für das deutsche Gesundheitswesen gibt es seit dem Jahr 2010 qualitätsgesicherte deutsche Übersetzungen. Hierbei übersetzten qualifizierte Mediziner etwa 11.000 oft angewandte Untersuchungsverfahren ins Deutsche. Die deutschsprachigen Identifikatoren stellt das Regenstrief Institute als separate Detail zum Download bereit. Erweiterte Suchoptionen der Open-Source-Softwarelösung Lucene sorgen hierbei für eine strukturierte Darstellung der Suchergebnisse.

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