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Definitionen Was ist eine elektronische Verordnungsunterstützung (CPOE)?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Manfred Klein

Mit der elektronischen Verordnungsunterstützung im Zusammenhang mit der elektronischen Gesundheitskarte sollen Medikationsfehler vermieden werden. Internationale Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent solcher Fehler auf diese Weise zu verhindern sind.

Hilfe für Ärzte gegen Medikationsfehler
Hilfe für Ärzte gegen Medikationsfehler
(© aga7ta – Fotolia)

Der geläufige englische Begriff für die elektronische Verordnungsunterstützung ist Computerized Physician Order Entry (CPOE). Er bezieht sich in den allermeisten Fällen nur auf die Verordnung von Arzneimitteln. Wenn es sich um andere Anordnungen wie beispielsweise radiologische oder Laboruntersuchungen handelt, spricht man auch von Computerized Provider Order Entry.

Hintergrund für die Einführung ist, dass trotz aller ärztlichen Sorgfalt und Kompetenz immer wieder inadäquate Verordnungen von Arzneimitteln vorkommen. Erfahrungen in verschiedenen Ländern haben gezeigt, wo die hauptsächlichen Ursachen liegen, nämlich meist in der Organisation von Medikationsprozessen und nicht in einem persönlichen Verschulden.

Zu den Fehlern im Medikationsprozess gehören unter anderem Doppelverschreibungen, nichtberücksichtigte Wechselwirkungen und Gegenanzeigen, notwendige, aber nicht durchgeführte Dosisanpassungen, Lesefehler sowie Fehler bei Einnahme und Anwendung.

Schätzungen von Experten besagen, dass allein in Deutschland jährlich bis zu 58.000 Menschen wegen solcher Fehler bei der Arzneimitteltherapie sterben.

Unterstützende Funktionen von CPOE-Systemen

Die elektronische Verordnungsunterstützung kann Funktionen liefern, die dem Arzt oder der Ärztin bei Medikationsentscheidungen helfen und so zur Sicherheit und Vermeidung von Fehlern beitragen. Dazu zählen computerbasierte Tools inklusive der elektronischen Kontrolle einer Verordnung mittels Warnungen, Eingabeaufforderungen und detaillierter Anweisungen. Sie sorgen für eine Entscheidungsunterstützung bei folgenden Überprüfungen:

  • ob eine Allergie vorliegt
  • von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten
  • auf Kontraindikationen
  • auf Doppelverschreibungen gleicher Arzneimittel bzw. Wirkstoffe
  • bei der Umstellung auf andere empfohlene Medikamente
  • beim Anbieten von Standard-Dosierungen
  • bei der Berechnung von Dosierungen unter Berücksichtigung von individuellen Parametern wie Alter, Gewicht, Nierenfunktion etc.
  • bei der Anordnung von Laboruntersuchungen für ein Monitoring von Medikamentenwirlungen
  • auf das Vorliegen einer Schwangerschaft

Aktuelle Studienlage

Wie eingangs bereits erwähnt, deuten zahlreiche Studien und Übersichten darauf hin, dass durch die elektronische Verordnungsunterstützung Fehler bei der Medikation erheblich reduziert und die Sicherheit für Patienten erhöht werden kann. Auf diese Weise sind CPOE-Systeme in der Lage, den Medikationsprozess effektiv zu unterstützen.

Festgehalten wird aber auch, welche Probleme und Risiken auftreten können, wenn die Planung, Implementierung und Nutzung solcher Systeme nicht richtig durchgeführt wird. Fehlende Usability, Softwarefehler, unzureichende Schulungen oder fehlende Schnittstellen zu weiteren IT-Systemen führen unter Umständen zu Störungen des Medikationsprozesses, zu negativer Beeinflussung der Sicherheit und somit eventuell auch zu einer höheren Sterblichkeit betroffener Patienten.

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