Definitionen Was ist ein Medikationsplan?

Mit dem bundeseinheitlichen Medikationsplan BMP erhalten Patienten eine Auflistung der verschriebenen Arzneimittel, die über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet und über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen eingenommen werden.

Medikationsplan: Erfassung verschriebener Medikamente
Medikationsplan: Erfassung verschriebener Medikamente
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Auf den Medikationsplan in Papierform hat gemäß § 31a SGB V jeder Patient seit Oktober 2016 Anspruch, sofern ihm mindestens drei verschreibungspflichtige Medikamente verordnet werden. Der Hintergrund für den Patienten ist, jederzeit einen Überblick zu haben hinsichtlich

  • Medikamentenname, Wirkstoff und Einnahmegrund
  • Dosierung
  • Einnahmezeitpunkt
  • Einnahmehinweise.

Bei den Hinweisen kann erfasst werden, was bei der Einnahme zu beachten ist, beispielsweise eventuelle Abstände zwischen bestimmten Medikamenten, die Einnahme zu einer Mahlzeit oder mit ausreichend Flüssigkeit.

Wichtige Hinweise für Ärzte und Apotheker

Insbesondere bei der Einnahme mehrerer Medikamente ist auf Neben- und Wechselwirkungen zu achten. Auch künftige Behandlungen müssen gegebenenfalls auf die Medikation abgestimmt werden, ebenso die Verordnung weiterer Arzneimittel. Der Patient kann eigenständig Ergänzungen vornehmen, wenn beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel oder frei erhältliche Naturheilmittel zusätzlich eingenommen werden.

Wird neben dem behandelnden Arzt ein weiterer Mediziner aufgesucht und der Medikationsplan vorgelegt, verfügt dieser auf Anhieb über wichtige Informationen, darunter allgemeine Patienteninformationen, zudem können etwaige Unverträglichkeiten oder Allergien erfasst werden. Der Plan erleichtert daneben die Beratung in einer Apotheke, etwa bei anderweitigen Gesundheitsfragen und diesbezüglicher Medikamentenauswahl. Die Auflistung wird sinnvollerweise von jedem ergänzt, der weitere Medikamente verordnet.

Elektronische Speicherung

Die verordnete Medikation ist selbstverständlich Bestandteil der Patientenakte des behandelnden Arztes. Die zunehmende Digitalisierung auch im Gesundheitswesen gestattet neben der veralteten Papierform das Führen einer elektronischen Patientenakte, was neben dem schnellen Zugriff auf Informationen in der eigenen Praxis den Austausch zwischen Medizinern erleichtert. Noch effizienter ist die Speicherung des Medikationsplanes auf der elektronischen Gesundheitskarte: Jede Praxis und Einrichtung, die entsprechend ausgestattet ist, kann ihn direkt von der Karte ablesen und Ergänzungen vornehmen. Die elektronische Speicherung auf der Gesundheitskarte, als elektronischer Medikationsplan (eMP) bezeichnet, hat auf Wunsch des Patienten zu erfolgen. Während der eMP den Datenaustausch zwischen beteiligten medizinischen Fachkräften erleichtert und zur Arzneimittelsicherheit beiträgt, dient der Plan in Papierform weiterhin dem Patienten als Übersicht.

Technische Voraussetzungen für die Digitalisierung

Ein Barcode auf dem ausgedruckten BMP ist eine Alternative zum eMP, allerdings wesentlich umständlicher in der Handhabung, insbesondere bei Ergänzungen und Aktualisierungen. Für den eMP dagegen sind in die Telematikinfrastruktur eingebundene Komponenten erforderlich, darunter ein eHealth-Konnektor und ein in das Praxisverwaltungssystem integriertes Softwaremodul. Weitere Voraussetzungen sind ein Kartenterminal und der Besitz eines elektronischen Heilberufsausweises, der zum Führen und Einlesen des eMP berechtigt.

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