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Definitionen Was ist ein Befundmanagement(-system)?

| Autor / Redakteur: Friedliche / Manfred Klein

Was in der Radiologie schon in den 1970er Jahren als Bedarf erkannt und sukzessive umgesetzt wurde, hält nun auch in andere Fachbereiche der Medizin Einzug: das Befundmanagement. Dabei geht es um deutlich mehr als eine Steuerung und Optimierung der Befundbearbeitung.

Maximale Prozessunterstützung für Kliniken und Arztpraxen bietet ein Befundmanagementsystem
Maximale Prozessunterstützung für Kliniken und Arztpraxen bietet ein Befundmanagementsystem
(© aga7ta – Fotolia)

Ein Befundmanagement sollte vielmehr die dezentral verteilten Aufgaben der einzelnen Bereiche auf ein zentrales System verlagern, um einen effizienten Workflow zu erreichen. So lassen sich nämlich alle vorhandenen Daten einheitlich von jedem Standort aus abrufen, ohne dass die spezifische Befunderstellung dabei beeinträchtigt werden darf. Diese muss weiterhin am jeweiligen Arbeitsplatz und unter Nutzung spezifischer Unterstützungssysteme notwendig sein. Wichtig ist nur, dass alle relevanten Daten in einem einheitlichen System landen und in der Folge für alle zur Verfügung stehen.

Vorbild: PACS – Picture Archiving and Communication System

Der Vorläufer für ein modernes Befundmanagement ist das Picture Archiving an Communication System (PACS), dessen Ursprünge bereits auf die 1970er Jahre zurückgehen. Dabei handelt es sich um ein System zur Bildablage und Kommunikation, das Ende der 1990er Jahre Einzug in Kliniken und Arztpraxen gehalten hat. Das System dient zur Erfassung digitaler Bilddateien jeglicher Art in Radiologie und Nuklearmedizin, aber es können generell auch Bilddateien aus der Endoskopie, Pathologie, Mikrobiologie oder Kardiologie verarbeitet werden.

Grundlage für die Etablierung derartiger Systeme war ein einheitlicher Standard, nämlich der DICOM, der die einheitliche Kommunikation herstellerunabhängig ermöglicht. Die konsequente Umsetzung dieses Standards und die Flexibilität der PACS-Systeme eröffnen ein interessantes Potenzial für ein umfassendes und klinikweites Bild- und Befundmanagement. Die Funktionalitäten, wie beispielsweise die Vermessungswerkzeuge, der parallel Aufruf von Videos oder die 3D-Volumendarstellung erlauben nämlich die Einbindung von Prozessen anderer Klinikbereiche.

Maximale Prozess­unterstützung für Kliniken und Arztpraxen

Soll ein solches Bild- und Befundmanagement erfolgreich eingesetzt werden, muss es die Prozesse optimal unterstützen. Die Anforderungen sind entsprechend hoch, denn es müssen je nach Bedarf auch andere Spezialsysteme, wie beispielsweise CAD-System, eingebunden werden.

Ausschlaggebend sind demnach nicht die reinen Funktionen, sondern die authentische Abbildung des gesamten Workflows mit intelligenten Reading- und Hanging-Protokollen. Ein solch stringentes Bild- und Befundmanagement muss in der Regel individuell aufgesetzt werden, um alle Datenwege und vor allem die Bedeutung der einzelnen Daten innerhalb eines Behandlungskomplexes erfasst und abgebildet werden können.

Die relevanten Prozesse lassen sich nur optimieren, wenn das Bild- und Befundmanagement beispielsweise interdisziplinäre Fallkonferenzen ermöglicht, über Kalender- und Screenshot-Funktionen verfügt und das Capturing erlaubt. Darunter ist die Fixierung von Befundsettings zu verstehen, die das Präsentieren der Patientendaten erleichtert.

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