Definitionen Was ist die Patientenservice-Nummer (116 117)?

Von Eva Hornauer

Unter der 116117 erreicht man den Patientenservice. Dieser ist Teil des ärztlichen Notdienstes in der Bundesrepublik Deutschland. Aber welche Aufgaben übernimmt die Patientenservice-Nummer?

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Unter dieser Rufnummer 116117 können die Anrufer dem Fachpersonal ihre Symptome schildern und darauf basierend medizinisch ersteingeschätzt werden
Unter dieser Rufnummer 116117 können die Anrufer dem Fachpersonal ihre Symptome schildern und darauf basierend medizinisch ersteingeschätzt werden
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Wenn man sich an einem Sonn- oder Feiertag oder außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes schlecht fühlt, kann bei der Patientenservice-Nummer 116117 anrufen. „Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Patienten da, die außerhalb der regulären Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe brauchen. Er ist für Patienten gedacht, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, aber mit ihren Beschwerden auch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können. Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen ist die 116117 die falsche Anlaufstelle. In diesen Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden“, erklärt der Patientenservice die 116117.

Unter dieser Rufnummer können die Anrufer dem Fachpersonal ihre Symptome schildern und darauf basierend medizinisch ersteingeschätzt werden. Das Fachpersonal fragt dafür einen vorher ausgearbeiteten Fragenkatalog ab – durchschnittlich stellt das medizinische Fachpersonal 18 Fragen und die durchschnittliche Anrufdauer beträgt 150 Sekunden.

Zur medizinischen Ersteinschätzung steht den Mitarbeitern der 116117 die Ersteinschätzungssoftware „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“ (SmED) zur Seite. „SmED setzt dabei inhaltlich auf einem in der Schweiz etablierten System der in4medicine AG auf. Dieses ist in der Lage, potenziell gefährliche Verläufe zu erkennen“, erläutert das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Nachdem sich das Fachpersonal der 116117 durch die Fragen einen Überblick über die Symptome gemacht haben, empfehlen die Mitarbeiter den Anrufern in welchem Zeitraum sie sich in ärztliche Behandlung begeben sollten – sofort, schnellstmöglich, in den nächsten 24 Stunden oder erst in den nächsten Tagen – und welche Versorgungsebene – also ob Rettungsdienst, Notaufnahme, ärztlicher Bereitschaftsdienst oder doch die Hausarztpraxis – für das geschilderte Krankheitsbild angemessen erscheint. Unter der 116 117 wird bewusst keine Diagnose erstellt.

Im Jahr 2021 wurden aufgrund der am Telefon geschilderten Symptome bei der Mehrheit der Anrufenden eine vertragsärztliche Abklärung innerhalb von 24 Stunden empfohlen worden. 3,1 Prozent der Beschwerden wurden als medizinische Notfälle eingestuft. Bei 19,5 Prozent der Anrufenden konnten keine dringlichen Symptome festgestellt werden.

Die Telefonnummer des Patientenservice – die 116117 – wurde 2009 von der Europäischen Kommission EU-weit für den Bereitschaftsdienst für ärztliche Hilfe in nicht lebensbedrohlichen Situationen reserviert. In Deutschland startete die Rufnummer – und der dazugehörige Service – 2021 bundesweit, auch wenn manche Teile der Bundesrepublik – wie etwa Baden-Württemberg, das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen – etwas hinterherhinkten.

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