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Definitionen Was ist die (medizinische) Leistungscodierung?

| Autor / Redakteur: Brainrockers / Manfred Klein

Die medizinische Leistungscodierung ist ein System zur eindeutigen Dokumentation von ärztlichen Diagnosen, die im Rahmen des DRG-Systems erstellt werden. Sie folgt den jeweils aktuellen und regelmäßig aktualisierten Codierrichtlinien.

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Das Ziel: Die eindeutige Identifikation ärztlicher Leistungen
Das Ziel: Die eindeutige Identifikation ärztlicher Leistungen
(© aga7ta – Fotolia)

Verantwortlich für die Aktualisierung ist das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK GmbH) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem GKV-Spitzenverband und dem Verband der PKV. Die Bundesärztekammer und der Deutsche Pflegerat sind ebenfalls beteiligt.

Das DRG-System

Das DRG-System ist ein Abrechnungssystem für stationäre Behandlungen im Krankenhaus. Hierbei werden Patienten über sogenannte Fallpauschalen abgerechnet – unabhängig davon, wie lange ihr Krankenhausaufenthalt dauert. Ziel ist es, durch die Einstufung vergleichbarer Klinikleistungen in gleiche DRGS eine leistungsgerechte Vergütung zu erreichen.

Die Abkürzung DRG steht für „Diagnosis Related Groups“ und bezieht sich auf bestimmte Patientengruppen bzw. Behandlungsfälle. Welcher Patient zu welcher DRG gehört, hängt von verschiedenen Faktoren ab wie die durchgeführten Behandlungen und die gestellten Diagnosen. Letztere wird über die sogenannte Leistungscodierung übermittelt. Die Zuordnung selbst erfolgt durch eine Software (Grouper), die deutschlandweit zum Einsatz kommt.

Klassifikationssysteme als Basis der Leistungscodierung

Die Leistungscodierung muss den aktuellen Codierrichtlinien folgen, die ebenso umfangreich wie kompliziert sind. Sie basieren auf zwei Klassifikationssystemen: dem ICD-10 und dem OPS. Das ICD-10 ist das Internationale statistische Kassifikationssystem für Krankheiten und verwandte Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (kurz: OPS) codiert dagegen chirurgische Eingriffe und andere im stationären Umfeld durchgeführte Behandlungsverfahren.

Wichtige Informationen für die Codierung

Für die korrekte Codierung sind folgende Informationen erforderlich:

  • 1. Welchen Behandlungsgrund gab es (Hauptdiagnose)?
  • 2. Wie wurde dieses Hauptproblem behandelt (Prozedur)?
  • 3. Gab es während des Aufenthalts gesundheitliche Probleme, die ebenfalls eine Behandlung erforderlich machten (Nebendiagnosen)?
  • 4. Wurde die Versorgung des Patienten durch andere Faktoren (wie einer Behinderung oder Funktionseinschränkung) erschwert (Nebendiagnosen)?
  • 5. Welche weiteren Behandlungen hat der Patient deswegen erhalten (Prozedur)?

Die daraus resultierenden Diagnosen und Prozeduren lassen sich am einfachsten mithilfe des jeweiligen alphabetischen Verzeichnisses der Klassifikationssysteme codieren. Darüber hinaus können die beiden jeweiligen systematischen Verzeichnisse hilfreich sein.

Experten-Hinweis: Es kommt nicht darauf an, so viele Codes wie möglich aufzulisten. Wichtiger ist es, dass der für den / bei dem Krankenhausaufenthalt erbrachte Aufwand möglichst gut abgebildet ist. Bei manchen Fällen können hierzu schon 1-2 Codes ausreichen.

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