Definitionen Was ist die Digitalstrategie der EU-Kommission?

Autor / Redakteur: jelsag / Manfred Klein

Im Februar 2020 hat die EU-Kommission ihre Pläne für ein Digitales Europa vorgelegt. Umfassende Digitalreformen sollen dafür sorgen, dass die EU fit für den Wettbewerb mit den USA und China ist, in dem Zukunftstechnologien eine entscheidende Rolle spielen. Die EU-Digitalstrategie sieht unter anderem einen leichteren Datenaustausch zwischen den EU-Mitgliedsstaaten vor, um technische Innovationen voranzutreiben.

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Die EU-Digitalstrategie zielt darauf ab, Demokratie, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit mit digitalen Instrumenten umzusetzen
Die EU-Digitalstrategie zielt darauf ab, Demokratie, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit mit digitalen Instrumenten umzusetzen
(© aga7ta - Fotolia)

Für den Verkehrssektor, das Gesundheitswesen und den Klimaschutz will die EU-Kommission spezielle digitale Datenräume schaffen, um einen barrierefreien Informationsaustausch zu sichern.

Die EU-Digitalstrategie verfolgt ein ganzheitliches Konzept. Sie will

  • Technologie in den Dienst der Menschen stellen und in die Entwicklung digitaler Kompetenzen für alle Europäer investieren.
  • Die Voraussetzungen für eine faire und wettbewerbsfähige digitale Wirtschaft schaffen.
  • Mit digitalen Technologien eine demokratische, offene und nachhaltige Gesellschaft unterstützen.

Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI)

Ein zentrales Arbeitsfeld der EU-Digitalstrategie besteht in der Förderung Künstlicher Intelligenz. Europa soll zu einem weltweit führenden und vertrauenswürdigen Standort für KI-Anwendungen werden. Dabei steht nicht nur technologische Innovation im Fokus. Ebenso wichtig ist, dass Daten nur unter Wahrung der Grundrechte der Europäer verwendet werden sollen. In sensiblen Bereichen wie dem Gesundheitssektor soll es für die genutzten Datensets eine behördliche Zertifizierung geben. Unternehmen, die im Hinblick auf den Datenschutz risikoarme KI-Anwendungen entwickeln, können sich freiwillig zertifizieren lassen.

Ziel der Förderung von KI ist unter anderem, den Entwicklungsvorsprung der USA und China zu verringern, die im Hinblick auf Zukunftstechnologien weltweit führend sind. Zwischen 2020 und 2030 sollen pro Jahr 20 Millionen Euro in die Entwicklung von KI-Anwendungen fließen. Die Forschung hierzu soll grenzüberschreitend und auf gesamteuropäischer Ebene organisiert werden. In diesem Rahmen sollen Start-ups und mittelständische Unternehmen besonders intensiv gefördert werden.

Ein europäischer Binnenmarkt für Daten

Ein Digitales Europa erfordert eine integrierte Datenstrategie. Eines der Ziele der EU-Kommission besteht darin, einen europäischen Daten-Binnenmarkt zu schaffen, in dem auch Datenschutz und die informationelle Selbstbestimmung aller Bürger gesetzlich und prozessbezogen abgesichert sind. Neben dem Gesundheitssektor wurden in diesem Kontext auch Polizei, Justiz und Verkehr als Hochrisikobereiche eingestuft, für die eigene, behördlich kontrollierte, Datenräume geschaffen werden sollen.

Nutzung von digitalen Technologien für den Klimawandel und Schaffung digitaler Standards

Für die Bewältigung des Klimawandels sollen in verstärktem Umfang digitale Technologien zum Einsatz kommen. Außerdem will die EU im Rahmen ihrer Digitalstrategie globale digitale Standards schaffen und unter anderem Entwicklungsländer bei der Realisierung von Digitalisierungsaufgaben unterstützen.

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