Definitionen Was ist DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine)?

Von Chiara Maurer

Die meisten Formen der medizinischen Bildgebung wurden in den vergangenen Jahren digitalisiert, sodass eine manuelle Entwicklung der Aufnahmen nicht mehr nötig ist. Doch durch die Vielseitigkeit bildgebender Modalitäten stieg auch die Komplexität der Bilddaten und -formate. Durch DICOM können Geräte der bildgebenden Medizin, unabhängig vom Hersteller und der Systemplattform, miteinander kommunizieren, was so die Interoperabilität verschiedener medizinischer Anwendungen ermöglicht.

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Der DICOM-Standard ermöglicht einen hersteller- und systemunabhängigen Austausch medizinischer Bilder und dazugehöriger Daten
Der DICOM-Standard ermöglicht einen hersteller- und systemunabhängigen Austausch medizinischer Bilder und dazugehöriger Daten
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Digital Imaging and Communications in Medicine (zu deutsch: Digitale Bildverarbeitung und Kommunikation in der Medizin), kurz DICOM, ist der internationale Standard zum Übertragen, Speichern, Abrufen, Drucken, Verarbeiten und Anzeigen medizinischer Bilddaten und zugehöriger Informationen. Der Irrglaube, DICOM sei ein Bilformat, ist zwar weit verbreitet, entspricht jedoch nicht ganz der Wahrheit, da er lediglich das Bildformat für medizinische Aufnahmen definiert, damit die Bilder und dazugehörigen Daten mit der für den klinischen Einsatz nötigen Qualität ausgetauscht werden können. Mittlerweile ist der DICOM-Standard international so etabliert, dass die Nachfrage an None-DICOM-Geräten schwindend gering ist.

DICOM-Dateien

Ein DICOM-Datensatz funktioniert wie ein Container, in dessen Inneren verschiedene Ablagefächer für verschiedene Daten vorgesehen sind. So transportiert jeder dieser Container mindestens eine Bilddatei, diese kann jedoch durch geometrische bzw. mathematische Informationen ersetzt werden. In DICOM RT-Objekten werden Bilddatensätze sogar nur referenziert. Die anderen Fächer des Containers werden mit unterschiedlichen Datenbündeln, sogenannten Attributen, gefüllt. Diese enthalten zum einen patientenbezogene Daten, wie Name, Geburtstag und Geschlecht, sowie Informationen zu der Aufnahme selbst, wie Fakten zur Auflösung. Zudem werden Daten zur genutzten Modalität erhoben, wie Parameter des Gerätes bei der Erfassung oder die Zugabe von Kontrastmittel.

DICOM ermöglicht also eine einheitliche Speicherung verschiedener medizinischer Bilddateien. Somit ist der DICOM-Standard zwingende Voraussetzung für das digitale Archivierungs- und Kommunikationssystem (PACS), das als zentraler Speicherort für medizinische Befunde dient.

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