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eGovernment-Wünsche der Bürger für 2020 Vorfahrt für das digitale Gesundheitswesen

| Autor: Julia Mutzbauer

Viele Bürger in Deutschland wünschen sich für das Jahr 2020 mehr Online-Angebote in der Öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitssektor. 42 Prozent sprechen sich für den Ausbau der Online-Leistungen im Gesundheitsbereich aus und 39 Prozent wollen, dass Bund, Länder und Kommunen die digitalen Leistungen in den Einwohnermeldeämtern voranbringen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien von Sopra Steria.

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Laut einer Umfrage unter 999 Bundesbürger wünschen sich die Deutschen neben dem Ausbau der Digital-Health-Leistungen, dass die Angebote der Melde- und Standesämter digitalisiert werden
Laut einer Umfrage unter 999 Bundesbürger wünschen sich die Deutschen neben dem Ausbau der Digital-Health-Leistungen, dass die Angebote der Melde- und Standesämter digitalisiert werden
(© bakhtiarzein - stock.adobe.com)

Das Ergebnis der „European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways“ von Sopra Steria zeigt, dass die Bürger vor allem mit der schleppenden Entwicklung im Gesundheitswesen unzufrieden sind. 52 Prozent der Befragten äußerten sich in diesem Sinne. Dagegen waren 81 Prozent davon überzeugt, dass vor allem Langzeiterkrankungen wie Diabetes mithilfe vernetzter digitaler Lösungen besser behandelt werden könnten. Und laut Studie nutzen mittlerweile 90 Prozent zugelassene Apps wie Smartphone-Erinnerungen zur Einnahme von Medikamenten, das Monotoring von Vitaldaten oder Hinweise zu möglichen Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln.

Außerdem kommt das „Digital Government Barometer“ – eine weitere Befragung unter insgesamt 999 Bundesbürgern – zu dem Ergebnis, dass nach den Vorstellungen der Deutschen parallel zu den Digital-Health-Leistungen die Angebote der Melde- und Standesämter digitalisiert werden sollten. Dazu gehören zum Beispiel das Beantragen und Verlängern von Ausweisen und Meldebestätigungen sowie das Ausstellen von Dokumenten bei der Schließung von Ehen oder bei Geburten. Darüber hinaus wünscht sich ein Drittel mehr Online-Services im Bildungssektor. „Das zeigt: Meilensteine wie der Digitalpakt Schule werden wahrgenommen. Wichtig ist, dass die Verwaltungen Prioritäten bei der Digitalisierung der Leistungen setzten“, so Ulf Glöckner, Experte für digitale Verwaltung bei Sopra Steria.

Im Rahmen dieser Studie gaben die Bürger ebenfalls Hinweise dazu, was sie an den aktuellen bereits verfügbaren Online-Angeboten stört und was sie als verbesserungswürdig einstufen. Ein Viertel der Menschen in Deutschland wünscht sich neben einem Ausbau des geringen Online-Angebots, dass Behörden Statusinformationen über laufende Verfahren kommunizieren, ähnlich einer Sendungsverfolgung im Online-Handel.

Zusätzlich sollen nach der Meinung der Bevölkerung die bestehenden Verfahren auf den Behördenportalen weiter vereinfacht und vor allem abgekürzt werden. Demnach wünscht sich jeder fünfte Bürger, dass die Digitalisierung parallel für einen weiteren Bürokratieabbau genutzt wird. „Die Digitalisierung behördlicher Leistungen funktioniert häufig nur mit einer inhaltlichen Vereinfachung. In der Vergangenheit wurde beispielsweise das Schriftformerfordernis für viele Leistungen abgeschafft“, erklärt Ulf Glöckner.

Der Experte für digitale Verwaltung betont: „Wichtig ist aber auch, dass Behörden Merkblätter oder Informationsbroschüren zu konkreten Leistungen nicht nur als PDF-Dokumente online veröffentlichen, sondern diese Informationen an die Online-Welt anpassen, beispielsweise indem sie Erklärgrafiken und -videos nutzen.“

Werden sich die Wünsche der Bürger erfüllen?

Ob die Wünsche der Bürger 2020 in Erfüllung gehen werden, hängt nach Meinung von Sopra Steria davon ab, wie schnell die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. „Fortschritte gibt es bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Der Bundestag hatte im vergangenen Herbst das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet. Patienten können künftig auf Kassenkosten Gesundheits-Apps erhalten und Angebote von Online-Sprechstunden leichter nutzen. Zudem soll viel Papierkram entfallen: Wer etwa einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig beitreten möchte, kann das künftig auch auf elektronischem Weg. Unklar ist dagegen das Datum für die Einführung der NFC-Gesundheitskarte. Versicherte sollen dann mit ihrem Smartphone mithilfe der Gesundheitskarte auf die elektronische Patientenakte zugreifen können“, so Sopra Steria

In Bezug auf die Entwicklung in der Öffentlichen Verwaltung nennt Sopra Steria ein aktuelles Beispiel aus der Praxis: „Im Dezember 2019 ging das digitale Wohngeld in Schleswig-Holstein an den Start. Nach der Pilotphase werden weitere Bundesländer diesen Service anbieten. Damit ist die erste Leistung aus einem Digitallabor von Bund, Ländern und Kommunen online gegangen. Die Digitalisierung des Wohngeldantrags stuften die Verantwortlichen als besonders dringlich ein. Das Verfahren gilt als äußerst komplex und langwierig. Betroffene Bürger sollen hier möglichst schnell von dem Online-Service profitieren.“

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