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Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Vier weitere Standorte für die Krebsforschung

| Autor: Julia Mutzbauer

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) soll die Krebsforschung, den schnellen Transfer von Erkenntnissen zur Versorgung von Betroffenen und die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses voranbringen. Bislang gibt es in Deutschland zwei NCT-Standorte. Nun kündigt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vier weitere an.

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Für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) sind vier weitere Standorte geplant, um die Krebsforschung weiter voranzutreiben
Für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) sind vier weitere Standorte geplant, um die Krebsforschung weiter voranzutreiben
(© IoaBal – stock.adobe.com)

Bundesforschungsministerin Karliczek hat aus Anlass des Starts der „Nationalen Dekade gegen Krebs“ verkündet, dass zu den bisherigen NCT-Standorten Heidelberg und Dresden vier weitere hinzukommen. Auf Grundlage der Empfehlung eines internationalen Expertengremiums wurden folgende Standorte ausgewählt:

  • Berlin
  • Köln/Essen
  • Tübingen/Stuttgart-Ulm
  • Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg.

„Mit dem Ausbau des NCT können in Zukunft noch mehr Ergebnisse aus der Forschung in klinischen Studien erprobt werden“, erklärt Karliczek. Das bedeute auch, dass noch mehr krebskranke Menschen einen besseren Zugang zu aktuellen Erkenntnissen aus der Krebsforschung und neuen Therapie- und Diagnosemöglichkeiten bekommen.

„Damit werden wir insgesamt die patientenorientierte Krebsforschung, die Versorgung vieler Krebspatientinnen und -patienten und die Ausbildung des wissenschaftlich-klinischen Nachwuchses in Deutschland noch einmal verbessern“, betont die Ministerin.

Die Krebsmedizin der Zukunft sei eine auf jede Patientin und jeden Patienten zugeschnittene personalisierte Diagnostik und Therapie. Deshalb sei es so wichtig, die Krebsforschung zu fördern. „An jedem der Standorte arbeiten Wissenschaftler und Ärzte unter einem Dach zusammen. Das verkürzt die Wege vom Labor zum Krankenbett. Davon profitieren alle Seiten“, heißt es aus dem BMBF.

Jeder der vier neuen Standorte kann im Endausbau bis zu 13 Millionen Euro jährlich vom BMBF erhalten. Das jeweilige Bundesland stellt ein Gebäude und beteiligt sich ebenfalls an der jährlichen Finanzierung.

Hintergrund

Im Januar 2019 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und weiteren Partnern die Nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen mit dem Ziel die Krebsforschung und damit auch die Behandlung der an Krebs erkrankten Menschen zu intensivieren. Ein zentraler Baustein der Krebsforschung in Deutschland ist das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Der erste NCT-Standort wurde 2004 vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe in Heidelberg gegründet.

Seit 2015 wurde darüber hinaus mit Mitteln des Bundes (90 %) und des Freistaatws Sachsen (10 %) ein zweiter Standort des NCT in Dresden aufgebaut. Träger des NCT Dresden sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Universitätsklinikum Dresden, die Medizinische Fakultät der TU Dresden und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Auf dem Gelände des Universitätsklinikums wurde ein neues NCT-Gebäude errichtet und am 21. September 2020 eröffnet.

Entscheidend für die Auswahl der vier weiteren Standorte war nach den Angaben des BMBF neben der wissenschaftlichen Exzellenz auch die bereits vorhandene Expertise, Versorgung und Forschung. Darüber hinaus musste ein klar erkennbarer Mehrwert für Patientinnen und Patienten sowie der Beitrag zu einer innovativen personalisierten Onkologie in den Anträgen herausgestellt werden.

Das internationale Gutachtergremium habe sich im vergangenen halben Jahr intensiv mit den Anträgen beschäftigt und Mitte September dem BMBF seine Auswahlempfehlung bekannt gegeben, heißt es weiter. Insgesamt waren 13 Gutachter aus acht Nationen in dem Gremium vertreten. Neben Wissenschaftlern haben auch zwei Patientenvertreter die Anträge begutachtet und so dafür gesorgt, dass auch die Sichtweise der von Krebs unmittelbar betroffenen Menschen in die Auswahl einfließt.

„Die gute Zusammenarbeit aller Standorte des NCT ist der Schlüssel zum Gelingen: die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Daten, der Austausch in standortübergreifenden Tumorboards – all dies muss vorab geklärt werden, damit es reibungslos funktionieren kann“, so das BMBF. Um diese Einigkeit zu erlangen, soll zunächst eine einjährige Strategiephase finanziert werden. In dieser sollen die neuen Standorte gemeinsam mit den bereits bestehenden alle relevanten Fragen der Governance und Zusammenarbeit klären. Daraufhin soll das erstellte Strategiekonzept dem internationalen Gutachtergremium erneut vorgelegt werden. Ein positives Votum ist dabei die Voraussetzung für eine institutionelle Förderung.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing