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Steigende Nutzerzahlen für die eGesundheitsakte bei der Technikerkrankenkasse

Verpflichtung der Ärzteschaft ePA mit Daten zu füllen, wesentlich für den Erfolg

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Ab 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Die der Techniker Krankenkasse (TK) hat bereits mit ihrer elektronischen Gesundheitsakte (eGA) die Marke der 200.000 Nutzer geknackt.

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Mit der TK-App können die Versicherten die Abrechnungsdaten ihrer Behandlungen automatisch in ihre Akte übertragen lassen
Mit der TK-App können die Versicherten die Abrechnungsdaten ihrer Behandlungen automatisch in ihre Akte übertragen lassen
( © Techniker Krankenkasse )

Die eGesundheitsakte „TK-Safe“ wurde nach einem ausführlichen Testbetrieb im Mai 2019 für alle Versicherten der TK freigeschaltet. Derzeit soll die Akte von mehr als 200.000 Versicherten genutzt werden. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK gibt dazu an: „Am schnellen Anstieg der Nutzerzahl von TK-Safe sehen wir, dass sich die Menschen eine digitale Lösung für ihr Gesundheitsmanagement wünschen. Ein Viertel der Versicherten loggt sich mindestens einmal pro Monat ein“.

Baas weiter: „Die Nachfrage nach einem sicheren Speicherort für Gesundheitsdaten ist also da. Umso wichtiger ist es, dass eine vollständig vernetzte Patientenakte, wie von der Politik geplant, ab 2021 an den Start geht.“

Bei der Nutzung von „TK-Safe“ über die TK-App können sich die Versicherten die Abrechnungsdaten ihrer Behandlungen wie Arztbesuche, Impfungen und rezeptpflichtige Medikamente, automatisch in ihre Akte übertragen lassen. Zudem können sie manuelle Eintragungen machen, PDFs wie zum Beispiel von Befunden hochladen und Barcodes von Medikamenten scannen.

Ein dafür eingerichtetes Nutzerkonto mit einer individuellen Verschlüsselung soll sicherstellen, dass nur die Versicherten selbst ihre Daten sehen, speichern und verwalten können. Die Informationen werden ausschließlich auf sicheren Servern in Deutschland gespeichert.

Einen Verbesserungsbedarf gesteht der Kassenchef der TK jedoch ein. Baas sieht in der Verpflichtung der Ärzte, die ePA mit Daten zu füllen, einen wesentlichen Baustein für den Erfolg der Akte. Das wäre auch so im Digitalen-Versorgungs-Gesetzt (DVG) vorgesehen gewesen, sei aber auf Druck von Kritikern aus dem Referentenentwurf gestrichen worden.

„Der Datenaustausch zwischen Patient und Arzt ist eine zentrale Funktion der Akte. Dadurch fehlt jetzt ein wesentlicher Nutzen der Patientenakte für die Versicherten. Ich sehe die Gefahr, dass die Akte auf weniger Akzeptanz stoßen wird, wenn die Menschen darüber keine Dokumente mit ihren Ärzten teilen können“, so Baas.

In Hinblick auf die vom Gesetzgeber geplante ePA ab 2021 ist sich Baas sicher: „Wir sind bereit für die ePA. Aktuell setzen wir gerade die technischen Anforderungen in TK-Safe um. Parallel bauen wir aber auch TK-Safe ständig weiter aus und stellen neue Features für unsere Versicherten bereit“, so Baas.

Die TK-Versicherten könnten neben dem Abruf der eigenen Historie von Gesundheitsdaten wie genutzte Medikamente, Arztbesuche, Diagnosen und Impfungen, jetzt auch mit dem neuesten Update, den bundeseinheitlichen Medikationsplan per QR-Code-Scan in ihre Akte laden. So hätten die Nutzer jederzeit und überall die Übersicht über Dosierungen, Wirkstoffe und Einnahmehinweise ihrer Medikamente und können diese mit weiteren Ärzten teilen.

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