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Bundesregierung Unterstützung für den öffentlichen Gesundheitsdienst

| Autor: Susanne Ehneß

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit über 500 Praktikern der kommunalen Ebene über die aktuellen Herausforderungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes diskutiert.

Durch die Corona-Pandemie hatten und haben die Gesundheitsämter alle Hände voll zu tun
Durch die Corona-Pandemie hatten und haben die Gesundheitsämter alle Hände voll zu tun
(© Microgen - stock.adobe.com)

Landräte, Oberbürgermeister, Gesundheitsdezernenten und die Leitungen der Gesundheitsämter aus ganz Deutschland kamen zu einem Dialog über den öffentlichen Gesundheitsdienst in der Corona-Pandemie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Ministerpräsident Markus Söder, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesminister Helge Braun, Virologin Prof. Dr. Ulrike Protzer, Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert Koch-Institut, Dr. Ute Teichert, Direktorin der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, und Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages Prof. Dr. Hans-Günter Henneke zusammen. Die Konferenz fand online statt.

Arbeit der Gesundheitsämter

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Arbeit der Gesundheitsämter vor Ort und deren Ideen für die Bewältigung ihrer Aufgaben. Die Bundeskanzlerin dankte den Gesundheitsämtern für die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit: „Die Herausforderungen der Pandemie offenbaren, wie gut ein System funktioniert. Sie stellen gleichzeitig unsere Bereitschaft und Fähigkeit zu Veränderungen auf die Probe. Das gilt für die gesamte Gesellschaft – für Bund, Länder, Kommunen und auch für ihre Gesundheitsämter. Diese spielen in der Krisenbewältigung eine zentrale Rolle.“

Fünf Gesundheitsämter präsentierten Konzepte für strukturelle Verbesserungen und vermittelten in Filmbeiträgen einen unmittelbaren Eindruck ihrer täglichen Arbeit. Im ersten Teil der Konferenz beschrieben die Gesundheitsämter des Kreises Gütersloh und der Stadt Köln ihre Strategien im Umgang mit großen Ausbruchsgeschehen. Drei Gesundheitsämter, Reutlingen, Soest und Frankfurt/Main, spannten den Bogen von einer auf die Aufgaben der Gesundheitsämter zugeschnittenen modularen Software über flexible Teamstrukturen bis zur Vernetzung des öffentlichen Gesundheitswesens mit Lehre und Forschung.

Was derzeit wichtig ist

Schwerpunkte der Diskussion waren die Themen mobile Einsatzteams, Organisation des Gesundheitsamtes, Fortschritte bei der Digitalisierung, Testkonzepte, Unterstützung durch die Feuerwehr, Kooperation mit freiwilligen Helfern, Verzahnung von Praxis, Medizinstudium und Forschung, Vernetzung mit den anderen staatlichen Stellen, die Gewinnung und Vergütung von mehr Personal, Umgang mit steigenden Infektionszahlen und Kommunikation.

Unterstützung

Wie die Bundesregierung betont, habe die Politik zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung der öffentlichen Gesundheitsämter ergriffen, zum Beispiel den Einsatz von „Containment Scouts“ über das RKI, ein Programm zur Gewinnung von Freiwilligen (medis4ÖGD) und die Bereitstellung von finanziellen Mittel für die Digitalisierung des ÖGD.

Mit dem Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst schnürt der Bund zusätzlich ein Unterstützungspaket in Höhe von 4 Milliarden Euro, das den ÖGD modernisieren und krisenfest machen soll. Ein zentraler Punkt des Paktes ist die Schaffung von 5.000 neuen Stellen in den nächsten Jahren. „Qualität hat ihren Preis. Das muss uns unsere Gesundheit und damit auch ein leistungsfähiger öffentlicher Gesundheitsdienst wert sein“, betont Merkel.

„Die Gesundheitsämter in Deutschland standen und stehen vor großen Herausforderungen. Sie bewältigen diese Herausforderungen durch enormen Einsatz. Bund, Länder und Kommunen unterstützen sie dabei“, lautet das Fazit der Bundesregierung.

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