Suchen

Chirurgische Eingriffe erleichtern Tomografischer 3D-Ultraschall soll Dialyse verbessern

| Autor: Julia Mutzbauer

Bei Nierenversagen ist eine regelmäßige Dialyse lebensnotwendig. Für die Durchführung einer Hämodialyse muss ein Chirurg eine Verbindung zwischen Arterie und Vene – einen sogenannten Shunt – mit begrenzter Haltbarkeit und möglichen Komplikationen anlegen. Das österreichische Medtech-Unternehmen PIUR Imaging will den Eingriff in Form eines neuen Ultraschallzusatzgeräts erleichtern.

Das neue Ultraschallzusatzgerät von PIUR soll den Eingriff bei einer Hämodialyse vereinfachen
Das neue Ultraschallzusatzgerät von PIUR soll den Eingriff bei einer Hämodialyse vereinfachen
(© PIUR Imaging)

Das neue Ultraschallzusatzgerät von PIUR erweitert bestehende Ultraschallsysteme um eine 3D-Tomografiefunktion. Dadurch sei eine bessere Auswertung möglich, außerdem würden der für die Dialyse notwendige chirurgische Eingriff erleichtert und das Infektionsrisiko gesenkt.

PIUR-Geschäftsführer Frederik Bender erklärt: „Die Anwendung unseres tomografischen Ultraschallsystems tUS Infinity kann die Lebensdauer der Shunts und langfristig den Behandlungserfolg sowie die Lebensqualität der Dialysepatienten potentiell erhöhen“. Der Arzt könne den Eingriff zum Anlegen des Shunts besser planen und dessen optimale Lage vorab bestimmen, da er detaillierte Informationen über Abstände und Gefäßdurchmesser erhalte.

Das Tool biete eine Hilfestellung beim präzisen Stechen der Dialysenadel, etwa bei neuen Patienten oder tiefliegenden Shunts. Zudem sei ein präzises Monitoring der Shunts möglich. Komplikationen könnten früher erkannt und behoben werden.

Bender erklärt weiter: „Das tUS Infinity-System ist plattformunabhängig und verwandelt jedes Standard-Ultraschallgerät in ein System mit tomografischer Bildgebung. Der Infinity Sensor kann an beinahe jedem Schallkopf angebracht werden. Damit schlägt tUS Infinity eine Brücke von zweidimensionalem Ultraschall zu regulären tomografischen 3D-Bildgebungsverfahren wie CT oder Kernspintomografie (MRT)“.

Die Positionsdaten der Ultraschallsonde sowie 2D-Ultraschallbilder könnten kabellos an einen Standard-Laptop gesendet werden. Dieser könnte dann die Daten verarbeiten und mithilfe von Machine Learning-Algorithmen dreidimensionale Ultraschallbilder erstellen.

Zudem müssten Dialysezentren und nephrologische Spitalsabteilungen für das Infinity keine hohe Einmalinvestition tätigen, sondern könnten ein kostengünstiges Abo samt Updates und Service abschließen. Bisher genutzte Systeme im Bereich des 3D-Ultraschalls zielen vor allem auf die Pränataldiagnostik und Kardiologie ab. Deren Anwendungsfeld sei aufgrund der angewandten Technologie stark limitiert und auf High-end-Ultraschallsysteme begrenzt.

„Die von PIUR Imaging initiierte Verwendung von tomografischem Ultraschall zur Dialyse-Analyse ist dagegen weltweit einzigartig“, so der Hersteller. Außerdem treibe PIUR weitere kostengünstige Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen der Schilddrüsen-Diagnostik, der Gehirnvermessung von Säuglingen und der Schlaganfallprävention voran.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46252700)