Videoanalyse Telemedizinische Schlaganfallversorgung in ländlichen Gegenden

Autor: Ira Zahorsky

In Deutschland werden nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) nur 30 Prozent aller Schlaganfälle richtig diagnostiziert beziehungsweise als solche erkannt. Mit Hilfe einer Videolösung könnten Spezialisten in kürzester Zeit die richtige Diagnose stellen und die notwendigen Maßnahmen einleiten.

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Bei der Therapie von Schlaganfällen zählt jede Sekunde.
Bei der Therapie von Schlaganfällen zählt jede Sekunde.
(© peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Ein immer wieder auftauchender Facebook-Beitrag beschreibt, wie man einen Schlaganfall rasch erkennen kann. Eine seriöse Quelle für die Erste Hilfe bei einem Schlaganfall ist die Website der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Für die Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten in ländlichen Gegenden setzt das Ochsner Health System in Louisiana, USA, die cloudbasierte Videokommunikationslösung VidyoConnect der Enghouse AG ein.

Zeitersparnis rettet das Gehirn.

Dr. Richard Zweifler, Leiter der Neurologie des Ochsner Health System

Die an das private gemeinnützige Gesundheitssystem angeschlossenen 30 Kliniken führen pro Jahr rund 3.500 virtuelle Behandlungen von Schlaganfall-Patienten durch. Dabei werden spezialisierte Fachärzte im Notfall per Videokonferenz mit weit entfernt liegenden örtlichen Krankenhäusern verbunden, um die zeitkritische Untersuchung zu optimieren.

Einsatz in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zufolge bereits mehr als 20 telemedizinische Netzwerke, in denen mehr als 200 neurologische Kliniken miteinander verbunden sind (Stand: Oktober 2020).

Nahezu jeder zehnte Schlaganfallpatient wird telemedizinisch mitbehandelt.

Dr. med. Christoph Gumbinger, Sprecher der DSG-Kommission telemedizinische Schlaganfallversorgung

Bei einem Telekonsil, der telemedizinischen Behandlung, wird der behandelnde Arzt vor Ort von einem Experten aus einer überregionalen „Stroke Unit“ bei der Akuttherapie beraten. Dabei kommt eine fernsteuerbare hochauflösende Kamera zum Einsatz. Durch die Videoanalyse kann die Therapie meist umgehend und ohne Transportverzögerung begonnen werden. Je schneller die Therapie begonnen werden kann, umso geringer sind die zurückbleibenden Behinderungen.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

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Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS