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Telematikinfrastruktur T-Systems-Konnektoren sollen ausgetauscht werden

| Autor: Julia Mutzbauer

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur benötigen Arztpraxen und Kliniken sogenannte Konnektoren. Nun will die Telekomtochter T-Systems die bisher genutzten Geräte austauschen. Für die Bereitstellung der neuen Hardware hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Hersteller Secunet abgeschlossen.

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T-Systems will die Konnektoren für die Telematikinfrastruktur austauschen
T-Systems will die Konnektoren für die Telematikinfrastruktur austauschen
(© MQ-Illustrations - stock.adobe.com)

Der Austausch der T-Systems-Konnektoren soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 stattfinden. Dazu sollen die Telematik-Kunden einen Konnektor von Secunet erhalten. Laut gematik bleiben die angeschlossenen Leistungserbringer jedoch weiterhin Kunden von T-Systems. Auch an der Kundenbetreuung ändere sich nichts. T-Systems betont, dass alle Verträge erfüllt werden.

Der Kommunikationsdienstleister begründet das Vorhaben mit einem Strategiewechsel. „Statt Hardware konzentrieren wir uns künftig auf Software auf dem Smartphone und in der Cloud. Diese Software-Lösungen werden in Zukunft Ärzte, Apotheker oder Krankenhäuser mit dem sicheren Gesundheitsnetz verbinden. Unsere Kunden erhalten daher einen Konnektor von Secunet“, so ein Pressesprecher der T-Systems.

Das neue Konnektormodell von T-Systems
Das neue Konnektormodell von T-Systems
(© T-Systems)

Kritik

Im Zusammenhang mit dem Konnektorwechsel war in der Presse die Frage diskutiert worden, ob der Gerätewechsel vielleicht auf Sicherheitsmängel zurückzuführen ist. So wurde die Vermutung geäußert, die im Konnektor von T-Systems eingesetzte Software (Firm­ware 1.4.13) weise Sicherheitslücken auf. Healthcare Computing hat bei T-Systems nachgefragt, ob der Austausch der Geräte im Zusammenhang mit Sicherheitsproblemen steht. Das Unternehmen widerspricht diesem Vorwurf und verweist darauf: „Unser Angebot wurde vom BSI geprüft und von der Gematik zugelassen. Und auch nach Zulassung wird die Technik kontinuierlich auf potenzielle Schwachstellen untersucht. Fragen zu möglichen Sicherheitslücken widersprechen wir daher vehement. Das ist Unsinn.“

Ein weiterer Kritikpunkt kommt vonseiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Im Hinblick auf die aktuelle Coronavirus-Situation sei der Zeitpunkt für den Gerätewechsel denkbar ungünstig, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Zudem fordert die KBV, dass der Austausch für die Ärzte kostenfrei ist.

T-Systems erklärt dazu: „Die Kosten für den Konnektor und die Lieferung übernimmt die Deutsche Telekom. Die Planung für den Austausch der Konnektoren sieht aktuell vor, dass der Arzt befähigt wird, den einfachen Austausch selbst toolgestützt durchzuführen. Dies wird im Vorfeld umfangreich getestet.“

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