Suchen

Digitale OP-Systeme

Software und Hardware im Test

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Im OP-Saal ist eine hohe Nutzerfreundlichkeit der jeweiligen Soft- und Hardware-Komponenten von zentraler Bedeutung, damit sich das OP-Personal auf den Eingriff konzentrieren kann. Wenn das Personal zu sehr mit der Bedienung von mehreren komplexen Systemen beschäftigt ist, ist es von seiner Primäraufgabe, dem Eingriff abgelenkt. Aus diesem Grund überprüft die EIZO GmbH die intuitive Bedienung der eigenen OP-Software und Hardware im Rahmen einer Usability-Studie in Zusammenarbeit mit der Industrie-in-Klinik-Plattform M3i GmbH.

Firmen zum Thema

Im Rahmen einer Studie hat die EIZO GmbH ihre OP-Software Caliop und die Surgical Panels getestet
Im Rahmen einer Studie hat die EIZO GmbH ihre OP-Software Caliop und die Surgical Panels getestet
( © EIZO GmbH )

Nach den Angaben der EIZO GmbH läuft die Usability-Studie seit Anfang 2018 und wird bis Mitte 2020 mehrere Testläufe umfassen. Die zwei bisherigen Durchläufe sollen bereits gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Im Anschluss an die gesamte Studie sollen die Erkenntnisse in einem Whitepaper zusammengefasst und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

James Berge, Produkt Manager bei der EIZO GmbH betont, dass eine schnelle und gute Übersicht aller relevanten Informationen während eines Eingriffs für den Operationserfolg entscheidend ist: „Wir sind deswegen stets daran interessiert herauszufinden, welche Schwierigkeiten beim Handling unserer Hard- und Software im OP-Umfeld auftreten können“, erklärt Berge. „Durch ein besseres Verständnis dieser Probleme können wir unsere Produkte optimieren und so das Risiko einer falschen Bedienung minimieren“, fügt Berge hinzu.

Bildergalerie

Seit 2018 sollen im Rahmen dieses Projekts bereits zwei Versuchsreihen mit unterschiedlichen Probanden durchgeführt worden sein. Dabei hat EIZO ihre Software Caliop und die Surgical Panels für die Tests zur Verfügung gestellt. Um die agile Einbindung von Krankenpflegern sowie Chirurgen als Probanden hat sich M3i gekümmert. Hierfür habe M3i den Zugang zu einem Spiegellabor mit zwei voll ausgestatten OP-Räumen am Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) des Klinikums der Universität München organisiert.

Laut EIZO mussten die Teilnehmer in simulierten OP-Situationen eine Reihe von gängigen Arbeitsschritten ohne vorherige Einweisung in die Nutzung der Hard- und Software durchführen. „In der Studie untersuchten wir den üblichen Workflow eines chirurgischen Eingriffs in allen Phasen: von Systemstart über die Patienten-Zuordnung und das Videomanagement bis hin zur Archivierung von aufgezeichneten Bildern, Videos und Berichten aus dem simulierten OP“, erläutert James Berge. „Dabei wurden die Teilnehmer über Kameras aus zwei Winkeln beobachtet und wir zeichneten unter anderem die Bedienung der Caliop-Software über den integrierten Touchscreen im Surgical Panel auf. So ließen sich später sämtliche Handlungen der Probanden nachvollziehen“, führt Berge aus.

Im Zentrum dieser Untersuchungen sollen vor allem die Interaktionen der Teilnehmer mit den Videomanagement-Elementen und ob der medizinische Eingriff durch die Bedienung der Caliop-Software beeinflusst wurde, gestanden haben. Im Anschluss sollen die Probanden zur Handhabung der Systeme befragt worden sein. Hierfür sollten die Befragten eine Bewertung auf einer Skala von 1 für einfache Bedienung bis 5 für schwere Bedienung nach der System Usability Scale (SUS) abgeben.

Für den ersten Testlauf soll es eine sehr gute bis exzellente Nutzerfreundlichkeit gegeben haben. Berge gibt an: „Die technische Affinität innerhalb der ersten Testgruppe war überdurchschnittlich hoch, sodass diese Teilnehmer die Bedienung sehr schnell verstanden“. „Daher legten wir für die zweite Testgruppe die Messlatte deutlich höher, indem wir gezielt OP-Personal mit geringem Vorwissen zu technischen Systemen auswählten. Dennoch erzielten unsere Produkte gute bis sehr gute Ergebnisse nach SUS“, ergänzt Berge.

Auf Grundlage dieser ersten Daten sollen bereits einige nützliche Erkenntnisse über die intuitive Bedienung der Caliop-Software und den Surgical Panels gewonnen worden sein. So soll beispielsweise das frühere Layout-Icon geändert worden sein, um eine Verwechslung mit anderen Funktionen zu vermeiden. Ebenso sollen zweideutige Begriffe wie „Löschen“ und „Entfernen“ klarer formuliert und durch Checkboxen ausgetauscht worden sein. Unter anderem soll anhand des Feedbacks auch die Anzeige von Patientennamen für eine schnelle und sichere Zuordnung angepasst sowie die Auswahl der zu archivierenden Aufzeichnungen einfacher gestaltet worden sein.

Weitere Durchgänge seien in den kommenden Monaten geplant. So werden die Daten voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 ausgewertet. „Im Anschluss an die Studie werden wir diese Ergebnisse für alle CuratOR-Produkte nutzen. Die Erkenntnisse wollen wir auch im Rahmen eines Whitepapers vor der Berliner DMEA (Connecting Digital Health) im April nächsten Jahres veröffentlichen“, so Berge.

Während das OP-Personal in der bisherigen Usability-Studie im Mittelpunkt gestanden habe, beabsichtige EIZO seine Befragung auf IT-Administratoren in Krankenhäusern im nächsten Schritt auszuweiten. Dadurch will das auf medizinische Bildgebung spezialisierte Unternehmen einen noch höheren Nutzen der eigenen Videomanagementsysteme in den immer mehr vernetzten OP-Alltag gewährleisten.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46164535)