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Digital Signage in Apotheken

So meistern Sie den Endgeräte-Roll-out

| Autor/ Redakteur: Mike Finckh / Andreas Donner

Eine IT-Abteilung, die jedes neue Gerät für die Anwender konfiguriert und sofort zu Hilfe eilt, wenn die Nutzer nicht mehr weiterwissen? Für Dienstleister im Bereich Digital Signage undenkbar. Doch was können IT-Verantwortliche aus den Digital-Signage-Prozessen und -Vorgehensweisen für ihre Geräte-Roll-outs lernen?

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Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International, erläutert, was IT-Verantwortliche von Digital-Signage-Projekten lernen können.
Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International, erläutert, was IT-Verantwortliche von Digital-Signage-Projekten lernen können.
( Bild: Concept International )

Digital Signage Provider statten ganze Filialketten mit ihren Installationen aus. Roll-outs mit mehreren hundert PCs sind dabei ebenso an der Tagesordnung, wie das Kundenversprechen, dass diese ohne Unterstützung durch IT-Personal und mit minimalem Wartungsaufwand zuverlässig laufen. Um dieses Ziel zu erreichen und gleichzeitig effizient zu arbeiten, bedienen sich Digital-Signage-Spezialisten eines Zusammenspiels aus Konfigurationsplanung, zuverlässiger Hardware, Standardisierung und Arbeitsteilung. Ein Erfolgsrezept, von dem sich auch für andere Roll-outs lernen lässt.

Digital Signage Projekte zeichnen sich meist dadurch aus, dass hunderte von Hardware-Devices (v.a. Displays und PCs, die so genannten Mediaplayer) an Dutzenden von Orten (zum Beispiel Filialen einer Ladenkette) installiert, vernetzt und betrieben werden. Die Standorte der Geräte liegen naturgemäß nicht dort, wo IT-Personal arbeitet, sondern hängen da, wo sich die Kunden aufhalten. Und damit verbunden: Die Display-PCs hängen dort, wo sie am besten zu sehen sind – und nicht dort, wo sie am besten zu warten sind. Dies sind schlechte Vorzeichen, wenn man in klassischen Kategorien der IT-Administration denkt.

Die Ähnlichkeit der Projekte

Diese Herausforderungen ähneln somit anderen IT-Projekten, in denen es darum geht, viele Nutzer, die gleichzeitig wenig IT-Wissen und vielleicht auch ein geringes Interesse an Technik mitbringen, mit IT-Arbeitsmitteln auszurüsten, etwa die Ausstattung von Shop-Ketten mit PC-Kassen oder von Satellitenbüros mit Thin Clients. Um den Ansprüchen auch in großen Roll-outs für ganze Filialketten oder Standorte genügen zu können, braucht es eine zielgerichtete Planung, zuverlässige, spezialisierte Hardware und eine geeignete Arbeitsteilung mit den Technologielieferanten.

Im Bereich Digital Signage werden Inhalte heute in der Regel webbasiert bereitgestellt. Ähnlich zu VDI-Architekturen liefern die Anwenderunternehmen oder ihre Dienstleister die Inhalte zentral aus. Somit zeigen die Digital Signage Displays aktuelle Promotions oder Kampagnen an oder auch aktuelle Informationen bis hin zu Wetter oder Nachrichten.

Ein Experte für Digital Signage in Apotheken ist beispielsweise die Firma Apovid aus München. Die Firma bietet Apothekenfilialen kostenlos eine vollständige Installation, bestehend aus einem Screen, einem Digital-Signage-Player und einem Online-Portal, in dem die Apothekenfilialen selbständig die auf den Screens gezeigten Inhalte verwalten können. Finanziert wird das Angebot durch die Werbekunden, meist aus dem Arznei- oder Kosmetikumfeld, die ihre Spots zur Verfügung stellen.

Zuverlässige Hardware sorgt für stabilen Betrieb

Für die Wiedergabe der Inhalte auf dem Infoscreen sorgt ein lüfterloser Digital-Signage-Player. In diesem Mini-PC wird in den BIOS-Einstellungen hinterlegt, zu welchen Zeiten der Rechner täglich seinen Betrieb automatisch aufnehmen und wieder beenden soll. Dieser bietet ein besonders hohes Maß an Ausfallsicherheit: Selbst nach einer Unterbrechung der Energiezufuhr – beispielsweise durch versehentliche Entfernung des Stromkabels oder einen Stromausfall – nimmt der Player den Betrieb innerhalb der voreingestellten Laufzeiten selbständig wieder auf. Peinliche Bluescreens mit Fehlermeldungen sind damit ausgeschlossen und ein Eingreifen durch das Apothekenpersonal oder den Apovid-Support dadurch nicht erforderlich.

Digital-Signage-PC Giada DM6.
Digital-Signage-PC Giada DM6.
( Bild: Concept International )

Damit das Angebot auf Akzeptanz bei den Apotheken stößt, ist es entscheidend, dass die Bereitstellung und der Betrieb ohne Beeinträchtigung der Geschäftsabläufe erfolgt. Die Auslieferung und Installation vor Ort sollen zügig vonstattengehen. Ziel ist ein reibungsloser, nahezu selbständiger Betrieb ohne jegliche Mitarbeiterschulung. Planung macht es möglich. Vorab prüft Apovid bereits die Gegebenheiten für die Installation – wie Standort und verfügbare Strom- und Netzwerkanschlüsse.

Nahtloser Roll-out durch Standardisierung und Arbeitsteilung

Weil meist viele Player auf einmal ausgeliefert werden, nutzt Apovid die Assemblierungsservices des Giada-Distributors Concept International. Der Apothekendienstleister liefert ein Software-Image an den Distributor, das schließlich auf alle bestellten Geräte geklont wird. Ebenfalls übergeben wird eine Liste mit den gewünschten Ausstattungsmerkmalen und Konfigurationen der Player für die einzelnen Einsatzorte. Schon der Distributor aktiviert das Betriebssystem samt aller nötigen Updates, installiert Wiedergabe-Software, VPN-Clients, Device Management Client und andere Software. Er konfiguriert Benutzerkonten mit den gewünschten Berechtigungen, Laufzeiteinstellungen, Anmeldedaten für das Netzwerk und die Anmeldung der Player am Content Management Server sowie am Device Management Server. Zum Paket gehört oft zusätzlich ein 15-minütiger Burn-in-Test, damit fehlerhafte Hardware schon aussortiert wird, bevor sie zum Kunden kommt. Der Distributor beschriftet die PCs und die Verpackung eindeutig und liefert sie „just in time“ zum Installationsort. Aus einem Standard-PC wird so ein betriebsfertiger PC, der an seinem Einsatzort nur noch verkabelt werden muss.

Roll-out mit geringstem Aufwand

Dank gründlicher Planung und Vorbereitung der Hardware benötigt Apovid in den Apotheken nur etwa 15 Minuten für die Anbringung und Inbetriebnahme einer Digital-Signage-Installation. Da die für die Wiedergabe der Online-Inhalte benötigten Netzwerkkonfigurationen der Endgeräte vorab vorgenommen wurden und die Anmeldung am Server automatisch erfolgt, genügt es, Strom- und Netzwerkkabel anzuschließen und die Geräte einzuschalten. Ab diesem Zeitpunkt zeigen die Bildschirme Werbung und Informationen an. Und sollte ein Gerät einmal ausfallen, stellt Concept International innerhalb kürzester Zeit ein identisch konfiguriertes Ersatzgerät bereit.

Mike Finckh.
Mike Finckh.
( Bild: Concept International )

Die Grundidee eines solchen Roll-outs: Die Zeit eines Administrators ist zu schade, um vor Ort oder per Remote Support einen neuen PC am Netzwerk anzumelden und Programme zu installieren oder zu deinstallieren, von denen man vorher schon wissen kann, dass man sie braucht oder loswerden will. Alles was sich vorab regeln lässt, regelt der Assemblierer mit einem Total Preparation Service. Bevor der PC in das Unternehmen kommt, ist er bereits fertig installiert, konfiguriert und getestet. Und er holt sich selbständig, was er an weiteren Inhalten braucht.

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Über den Autor

Mike Finckh ist Geschäftsführer von Concept International, einem Distributor und Assemblierer von Hardware-Produkten, die in Industrie, Service, Handel und im medizinischen Sektor eingesetzt werden.

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