Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Sicherer Datentransfer mit KIM

Redakteur: Manfred Klein

Auch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU, hat mittlerweile einen langen Weg hinter sich. So datiert ein Abschlussbericht zur „Pilotierung einer technischen Lösung für die Übermittlung der eAU“ gefördert durch das Bundesgesundheitsministerium auf das Jahr 2010. Zum 1. Oktober kommt sie nun aber unwiderruflich. Die sichere Kommunikation soll dabei KIM – dieses Kürzel steht für Kommunikation im Medizinwesen – der Gematik sicherstellen.

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Sicher, schnell und einfach – KIM soll die elektronische Kommunikation auf ein neues Level heben
Sicher, schnell und einfach – KIM soll die elektronische Kommunikation auf ein neues Level heben
(© gematik)

Dazu heißt es von Seiten der Gematik: „Sicher, schnell und einfach mit und unter Medizinern kommunizieren – dafür steht KIM.“ So müssten beispielsweise Entlassbriefe künftig nicht mehr per Post versandt und Befunde nicht mehr gefaxt werden. Mit KIM würden Informationen per eMail über die Telematikinfrastruktur (TI) verschickt.

„KIM spart Zeit, Geld und Papier und schützt sensible Daten. Jede Nachricht wird verschlüsselt und signiert versendet“, erläutert Thomas Jenzen, Produktmanager bei der Gematik GmbH. Ab dem 1.10.2021 übermitteln Arzt- und Zahnarztpraxen schrittweise auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) auf diesem Weg. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) soll dann nach und nach die Papierversion ersetzen und so für einfachere Prozesse sorgen.

In diesem Zusammenhang weist die Gematik darauf hin, dass laut GKV-Spitzenverband immerhin jährlich etwa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in vierfacher Ausführung ausgedruckt werden. In Zukunft wird dann nach der Ausstellung einer AU in den Praxen nicht mehr auf „Ausdrucken“, sondern auf „Senden“ geklickt und der bisherige Papierweg ins Digitale übertragen. Wer noch keine KIM-eMail-Adresse hat, kann diese bei derzeit 34 von der Gematik zugelassenen KIM-Anbietern bestellen.

Mit KIM werden erstmalig übergreifend alle Menschen und Einrichtungen, die im Gesundheitswesen arbeiten, verbunden. Das eröffne ganz neue Möglichkeiten für den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen, zwischen Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Apothekern, so die Gematik. Kontaktdaten seien dank des bundeseinheitlichen Verzeichnisses, das ausschließlich geprüfte Daten enthält, schnell, verlässlich und komfortabel abrufbar.

Dr. Jens Beermann, Kardiologe und Partner des Cardiologicums Hamburg, erklärte dazu: „KIM wird uns Ärztinnen und Ärzten und unseren Teams zeigen, dass Digitalisierung einfach zu nutzen ist, wirklich Arbeitszeit spart und die Versorgungsqualität eindeutig verbessert.“

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