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Update: Telemedizin, Knowhow, Jobs Saubere Lösungen für medizinisches Personal in der Corona-Krise

| Autor: Ira Zahorsky

Aktuell boomen Telemedizin-Lösungen und andere technische Hilfestellungen, die Ärzte, medizinisches Personal und Ärzte schützen und unterstützen. Wir fassen zusammen, welche Angebote und Aktionen für Krankenhäuser und Arztpraxen zur Verfügung stehen. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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Gerade das medizinische Personal braucht derzeit besondere Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen bieten kostenfreie Hilfe.
Gerade das medizinische Personal braucht derzeit besondere Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen bieten kostenfreie Hilfe.
(© marog-pixcells - stock.adobe.com)

Ab sofort stellt der Essener Software-Entwickler DextraData seine Healthcare-Solution VIBS9 Krankenhäusern inklusive Installation für den gesamten Corona-Krisenzeitraum kostenlos zur Verfügung. VIBS9 bietet medizinischem Personal unmittelbare Hilfe gegen das Corona-Chaos: Das interaktive Informations- und Kommunikationssystem VIBS9 ist schnell installiert und versetzt medizinische Einrichtungen binnen 48 Stunden in die Lage, die Organisation von Intensivbetten-Belegung und Corona-Patienten-Management zu digitalisieren. So wird Stress beim Personal deutlich reduziert und wertvolle Zeit im Kampf gegen die Pandemie gewonnen. Mehr Informationen hier.

Publicplan stellt drei seiner Werkzeuge für die digitale Zusammenarbeit bis mindestens Ende 2020 kostenfrei zur Verfügung: GovPad ermöglicht es, datenschutzkonform gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Mit dem Messenger GovChat können Teams sicher und geschützt kommunizieren und die Jitsi-Videokonferenz hilft dabei, Besprechungen mit Kollegen durchzuführen. Alle Tools basieren auf Open-Source-Software und eigenen sich explizit auch für die Gesundheitsbranche.

Während Sicherheitsbehörden jederzeit sicher und zuverlässig über den Digitalfunk kommunizieren können, haben viele Freiwillige, die mithelfen, die Krise zu bewältigen, häufig keinen Zugang zu einer Push-to-Talk-Kommunikation. Eine zuverlässige, sichere und teamübergreifende Kommunikation ist in dieser Situation allerdings dringend notwendig, damit Mitarbeiter und Freiwillige unterschiedlicher Organisationen in Notfallsituationen schnell und effektiv kommunizieren können. Motorola Solutions bietet diesen Organisationen den Push-to-Talk-Service WAVE drei Monate lang kostenlos über lokale Vertriebspartner an.

Data4Life und die Berliner Charité haben vor zwei Wochen die App CovApp veröffentlicht. Diese bietet Berliner Bürgern Entscheidungshilfen, hinsichtlich eines möglicherweise notwendigen Corona-Tests oder eines Arztbesuches. Um möglichst vielen Menschen beim Umgang mit Covid-19 zu helfen und Gesundheitsversorger weltweit dabei zu unterstützen, ihre Abläufe effizienter zu gestalten sowie die Arbeit des medizinischen Personals zu erleichtern, stellen die beiden Partner jetzt den zugrunde liegenden Quellcode als Open-Source-Software zur Verfügung. Dadurch will man dazu beitragen, möglichst viele Gesundheitsversorger in der Corona-Krise zu unterstützen und die Gesundheitssysteme zu entlasten. Weitere Informationen gibt es hier.

Formlabs hat eine Initiative entwickelt, um seine Kunden, die bereit sind, ihre Drucker zur Behebung kritischer Engpässe in der Lieferkette und anderer COVID-19-bezogener Aktivitäten im Gesundheitswesen einzusetzen, mit Krankenhäusern und anderen Gesundheitsorganisationen zusammenzubringen, die Unterstützung beim 3D-Druck benötigen.

Die Mitglieder des Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) stehen medizinischen Einrichtungen bei der Bewältigung der Corona-Krise zur Seite, indem sie viele bestehende und neue Angebote kostenlos zur Verfügung stellen und den Software-Support ausweiten. Eine kontinuierlich aktualisierte Auflistung der Angebote der bvitg-Mitgliedsunternehmen ist abrufbar unter www.bvitg.de/themen/covid-19.

Cyberkriminelle versuchen immer öfter, die Corona-Krise für ihre Zwecke auszunutzen. Link11, einer der führenden europäischen IT-Sicherheitsanbieter im Bereich Cyber-Resilience, bietet seine DDoS-Schutzlösungen während der hoch ansteckenden Verbreitungsphase des Corona-Virus allen Gesundheits-, Regierungs- und Bildungsorganisationen kostenlos an. Weitere Informationen unter.

Das Unternehmen Avaya stellt seine Collaboration App „Avaya Spaces“ bis zum 31. August allen Bildungseinrichtungen, Behörden und Non-Profit-Organisationen kostenlos zur Verfügung.

SMART CJM bietet eine Cloud-basierte Lösung an, mit der Corona-Diagnosezentren den Patientenansturm kanalisieren und geordnet abarbeiten können. Sie möchten mehr darüber erfahren? Dann informieren Sie sich hier in unserem Beitrag.

Krankenhäuser, Kliniken, Fieberambulanzen & Co. können bis September komplett kostenlos und unbürokratisch die App zur Dienst-Koordination von Tagxter nutzen. Damit können offene Dienste/Schichten einfach und übersichtlich innerhalb der Belegschaft unter den Ärzten/Ärztinnen und Krankenpflegern/innen verteilt werden. Auch der Einsatz von Studierenden oder freiwilligen Helfern kann während der Krise über die App koordiniert werden. Interessierte können sich unter www.tagxter.com/#shiftmanager informieren.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise erweitert das Telemedizin-Unternehmen Kinderheldin seinen Service für Schwangere. Ab sofort können sich werdende Eltern unter Kinderheldin.de für Online-Geburtsvorbereitungskurse anmelden, freiberufliche Hebammen die digitale Infrastruktur nutzen, um Online-Kurse anzubieten und Kliniken eine kostenlose Sofort-Unterstützung erhalten, mit der sie die Möglichkeit haben Gutscheine von Kinderheldin auszugeben, um den Patienten ergänzende zuverlässige Informationsangebote zu ermöglichen und so die Strukturen vor Ort zu entlasten.

Die Firma Form-Solutions bietet Gesundheitsämtern bundesweit ein kostenloses „Hilfspaket Corona“ an intelligenten Antragsassistenten. Die Lizenzen sind bis mindestens 30. Juni 2020 kostenfrei. Zur Einführung stehen eine Anleitung (pdf) sowie kostenlose Webinare zur Verfügung.

Die WHO fordert Mediziner und Verantwortliche auf, beim Kampf gegen das Coronavirus laut dem „3 C“-Prinzip vorzugehen: „first case, first cluster, first evidence of community transmission“ (erster Fall, erstes Coronavirus-Cluster, erste Anzeichen einer Übertragungskette). Vor diesem Hintergrund stellt das Unternehmen Wolters Kluwer Health seine Wissenssysteme „UpToDate“ und „Ovid“ für Fachinformtionen bezüglich Corona frei zur Verfügung.

Um Beschäftigten in der Gesundheitsbranche auch zu Zeiten des Coronavirus eine datenschutzkonforme und Echtzeit-Kommunikation zu ermöglichen, gibt es von Beekeeper eine spezielle Edition der Kommunikations-App sechs Monate lang kostenfrei. Nach Ablauf der Aktion am 31. August 2020 wird das Beekeeper-Konto nicht automatisch verlängert. Es fallen keine Kosten an.

Der zunehmende Fachkräftemangel bedroht schon seit einiger Zeit die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Doch die aktuelle Coronavirus-Pandemie verschäft dieses Problem noch und stellt die Gesundheitsbranche vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Deshalb bietet die Online-Jobplattform StepStone derzeit kostenlose Stellenanzeigen für den Gesundheitssektor an, um so die Suche nach Fachpersonal zu erleichtern.

Im Zuge der Ausnahmesituation hinsichtlich Covid-19, mangelt es den systemrelevanten Fachkräften, wie dem Krankenhauspersonal zunehmend an Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Die Plattform für Kinderbetreuung, Yoopies, hat eine Aktion gestartet, die Babysitter zum unentgeltlichen Freiwilligendienst aufruft. Konkret können Babysitter einen Filter in ihrem Profil aktivieren, der sie als freiwilliger Babysitter für die Eltern erkenntlich macht. Die Mobilisierung soll vor allem dem Krankenhauspersonal helfen, das jetzt besondere Unterstützung braucht.Yoopies hat bereits die kostenlose Nutzung der Plattform für Kliniken zugesagt.

Telemedizin

Die Enghouse AG will die verfügbaren technischen Ressourcen der Videoplattform Vidyo angesichts der Corona-Krise maximal erweitern und damit Neu- und Bestandskunden aus dem Bereich der Telemedizin unterstützen. Alle Nutzer können ihre jetzigen Lizenzpakete und die gebuchte Bandbreite um das bis zu zehnfache erhöhen, um so auf aktuelle Anforderungen flexibel reagieren zu können. Das neue Programm gilt für alle On-Premise-, Hybrid- oder Cloud-Setups. Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, die an dem Angebot interessiert sind, können sich hier registrieren. Damit erhalten sie für eine begrenzte Zeit kostenlos temporäre Lizenzen für die Cloud-basierte Vidyo-Lösung. Die Anzahl und Laufzeit der Lizenzen werden individuell abgestimmt.

Um das Ansteckungsrisiko für Ärzte, Praxismitarbeiter, sowie andere Patienten zu senken, stellt die CompuGroup Medical ihre Videosprechstundenlösung kostenlos zur Verfügung. Interessierte Ärztinnen und Ärzte können sich auf der Website informieren und kostenlos für die Videosprechstunde registrieren.

Der Software-Anbieter arztkonsultation bietet Ärzten während der Corona-Krise die kostenlose Nutzung seiner Videosprechstunden-Lösung bis Ende August 2020 an. Das Angebot gilt für alle Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Privatmediziner, Hebammen, Heilpraktiker, Sozialpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Zahnärzte, Tierärzte und Logopäden bei Neuanmeldung ab März 2020.

Der Bitkom hat eine Übersicht zusammengestellt, welche digitalen Hilfeleistungen es für Patienten und medizinisches Fachpersonal gibt.

Was die Bürger selbst beitragen können

Auf der Website www.fasterthancorona.org können Menschen, die gesund sind oder CoV19 positiv getestet wurden, ab sofort Daten einspeisen. Datenspender sollten möglichst täglich auf die Seite kommen. Zur Registrierung und damit zur Mehrfachdatenspende ist die Angabe einer eMail Adresse notwendig. Über die Postleitzahl hinaus sind dabei keine persönlichen Daten anzugeben. Hinter der Website steht die Idee einer freiwilligen Datenspende möglichst breiter Bevölkerungsteile. „ Je schneller wir aber mehr über die Infektionen wissen, desto besser können wir Menschen helfen“, sagt Dr. med. Tobias Gantner, Kopf des Projektteams und Geschäftsführer der Health Care Futurists GmbH aus Köln. Medizinische Daten von Datenspendern werden ausschließlich an entsprechende Institutionen und Fachkreise mit einem begründeten, öffentlichen Forschungsinteresse weiter gegeben, wie etwa die World Health Organisation (WHO), das Robert Koch-Institut (RKI), das European Centre for Disease Prevention and Control (eCDC), sowie Universitäten oder anderen Citizen-Scientist-Gruppen, die zum Erkenntnisgewinn beitragen wollen.

Haben auch Sie Hilfs-Aktionen für den Healthcare-Bereich? Dann schreiben Sie uns unter redaktion.healthcare@vogel-it.de.

Angebote und Aktionen für Behörden und Schulen finden Sie auf unserem Partnerportal eGovernment-Computing.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS