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Smartwatch

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| Autor: Susanne Ehneß

Eine Studie aus dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung zeigt, dass elektronische Armbanduhren (Smartwatches) Menschen mit einem hohen Risiko für Vorhofflimmern helfen und damit das Risiko für einen Schlaganfall senken können.

Smartwatches sind deutlich günstiger als Langzeit-EKG-Geräte
Smartwatches sind deutlich günstiger als Langzeit-EKG-Geräte
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Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die das Schlaganfall-Risiko erhöht. Bei ärztlicher Versorgung und passender Medikation ist sie gut behandelbar, doch bleibt sie oft unentdeckt.

Erfassen lässt sich das Vorhofflimmern mit tragbaren Elektrokardiogramm (EKG)-Geräten, doch künftig könnte diese Aufgabe durch Smartwatches übernommen werden, wie eine Studie von Professor Marcus Dörr, stellvertretender Sprecher am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) in Greifswald, und seinen Schweizer Kollegen andeutet. Im Rahmen dieser Studie bekamen 508 Personen mit und ohne Vorhofflimmern eine handelsübliche Smartwatch. Diese zeichnete in festgelegten Abständen den Herzrhythmus auf. Ein Algorithmus analysierte, ob der Rhythmus auf Vorhofflimmern hindeutete.

Als Vergleich dienten Messungen mit einem mobilen EKG-Gerät, die anschließend von Ärzten ausgewertet wurden, denen keine weiteren Informationen über die Teilnehmer vorlagen. Dabei zeigte sich, dass eine Smartwatch Vorhofflimmern mindestens genauso gut und akkurat detektieren kann wie das mobile EKG.

„Besonders wichtig war, dass durch die App nicht zu viele falsch positive Befunde erhoben wurden. ­Also Vorhofflimmern angezeigt wurde, wenn tatsächlich keines vorlag“, so Dörr. Denn dies würde unnötige Untersuchungen und Kosten nach sich ziehen.

Probleme habe es mit der Qualität des Signals gegeben. Meistens seien diese Störungen aufgetreten, wenn die Träger sich bewegten. Dann konnte die Smartwatch den Herzrhythmus nicht immer korrekt erfassen, 20 Prozent der Daten konnten daher nicht verwendet werden. „Eine mögliche Lösung könnte sein, neben der Verbesserung des Algorithmus den Herzrhythmus nachts mehrfach automatisiert aufzuzeichnen, wenn man sich weniger bewegt“, erläutert Dörr. Die Studie zeigte außerdem, dass eine wiederholte einminütige Aufzeichnung ausreicht, um Herzrhythmusstörungen zuverlässig zu entdecken.

Um die Marktreife zu erlangen, stehen nun klinische Studien mit größeren Patientengruppen an. Eine entsprechende EU-finanzierte Studie hat laut DZHK bereits begonnen. Ein mögliches späteres Einsatzgebiet könnte die Ergänzung zum Langzeit-EKG sein.

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