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Projekt „ProDigA“ Plattform soll Patienten und Dienstleister vernetzen

| Autor: Julia Mutzbauer

Menschen mit komplexen neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall oder Multipler Sklerose benötigen einen besonders intensiven Austausch mit den am Versorgungsprozess beteiligten Dienstleistern. Deshalb will das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) unter Leitung des Saarbrücker Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) eine digitale Plattform entwickeln, um die Kommunikation zwischen Gesundheitsdienstleistern und Patienten zu erleichtern.

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Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entwickelt eine digitale Plattform, um die Versorgung von Patienten zu verbessern
Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entwickelt eine digitale Plattform, um die Versorgung von Patienten zu verbessern
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Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein onlinebasiertes Versorgungsnetzwerk aufzubauen, in dem die unterschiedlichen Dienstleister, Fachkräfte und Patienten über einen Koordinator verbunden sind.

Das Fraunhofer-Institut erläutert dazu: „Hilfs- und Heilmittel, Medikamente, therapeutische Angebote sowie haushaltsnahe Dienstleistungen verändern sich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen im Krankheitsverlauf ständig und müssen kontinuierlich der aktuellen Situation angepasst werden.“

Da ein solches Zusammenspiel nicht von einem einzigen Dienstleister allein erbracht werden könne, trage auch die Interaktion der einzelnen Dienstleister entscheidend zur Versorgungsqualität bei. „Es bedarf einer interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte, die sich mit dem Patienten und untereinander austauschen, um Fehl- oder Doppelversorgung zu vermeiden“, heißt es weiter.

Die entstehende digitale Plattform soll den beteiligten Dienstleistern zum Beispiel den Zugriff auf Daten zur konkreten Versorgungssituation und Präferenzen ihrer Patienten ermöglichen. So soll eine Über- oder Unterversorgungen bis hin zur falschen Hilfsmittelversorgung vermieden werden.

Dank der Vernetzung der handelnden Akteure kann beispielsweise eine geplante Elektrorollstuhlversorgung durch Versorger A mit einer weiteren geplanten Hilfsmittelversorgung im Bereich der Kommunikationshilfen durch Versorger B abgestimmt werden, weil beide Hilfsmittel gleichzeitig genutzt werden sollen und komplex eingesetzt werden. Zusätzlich können dann die therapeutischen Ergebnisse der Ergo- und Physiotherapie in die Versorgung einfließen. Gleichzeitig können sich die Patienten stärker in den Aufbau ihres individuellen Dienstleistungsnetzwerks einbringen, was zur Förderung ihrer Autonomie und Selbstständigkeit beitragen würde. „Die aktuelle Coronakrise zeigt, wie wichtig dieser Digitalisierungsprozess im Versorgungsnetzwerk von Patienten ist, die mehr denn je auf eine funktionierende Abstimmung über die Distanz angewiesen sind“, so die Forscher.

„Wir bringen unsere Kompetenzen und methodischen Stärken zur vernetzten Geschäftsmodellentwicklung ein und können dabei auf unsere jüngsten Erfahrungen aus dem Verbundprojekt INDiGeR zurückgreifen“, erklärt Forschungsgruppenleiterin Inka Woyke vom Fraunhofer IAO.

Hintergrundinformation

Das Projekt namens „ProDigA“ umfasst ein Gesamtvolumen von rund 1,9 Millionen Euro und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Schwerpunkt „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen“ gefördert. Neben dem iso-Institut und dem Fraunhofer IAO sind die Charité Universitätsklinik in Berlin, das Pflegewerk Berlin, Ambulanzpartner Soziotechnologie APST in Berlin sowie die Firma TalkTools mit Standorten in Mülheim an der Ruhr, Berlin und Hamburg an dem Vorhaben beteiligt. Das Vorhaben ist auf eine Dauer von drei Jahren ausgelegt. Ziel des Projektteams ist es, am Ende der Projektlaufzeit ein Interaktionssystem zur Verfügung stellen zu können, das innerhalb verschiedener Versorgungssettings erprobt ist und auf weitere Anwendungsbereiche übertragbar sein soll.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing