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Bionische Gehirnoptimierung Per Chip im Kopf ins Internet

Autor: Ira Zahorsky

Gehirn- und Körperoptimierung durch Technologien klingt nach Science Fiction, doch die Möglichkeiten auf diesem Gebiet wachsen. Es gibt jedoch ethische und Sicherheits-Bedenken.

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Intelligenzsteigerung durch einen Chip im Gehirn: gute Idee oder Alptraum?
Intelligenzsteigerung durch einen Chip im Gehirn: gute Idee oder Alptraum?
(© Jürgen Fälchle - stock.adobe.com)

Scifi-Fans ist der Begriff „Human Augmentation“ nichts Neues, denn die physische Optimierung des Körpers mit Hilfe von Technologie kommt in diesem Genre häufig vor. Eine im Juli 2020 von Kaspersky durchgeführte Studie mit 14.500 Befragten aus Europa und Nordafrika ergab, dass sich immerhin ein gutes Fünftel aller Befragten und 16 Prozent der Deutschen ihr Intelligenz-Potenzial durch technologische Hilfe optimieren lassen würde. Das Interesse an einer Steigerung der Hirnleistung ist hierbei unter den international Befragten 18- bis 34-Jährigen – auch in Deutschland – mit 27 Prozent am höchsten und sinkt mit zunehmendem Alter auf 22 Prozent (Deutschland 17 %) bei den 35- bis 54-Jährigen. Bei den über 55-Jährigen sinkt das Interesse für eine solche technologische Optimierung auf 17 Prozent (Deutschland 10 %). Geschlechterspezifisch ist die Meinung hierüber relativ ausgewogen. Frauen (23 %) interessieren sich international minimal mehr als Männer (22 %) für eine Verbesserung der Gehirnkapazität und Intelligenz. In Deutschland ist der Wert mit 16 Prozent bei beiden Geschlechtern identisch.

Bei der Verbesserung des Körpers durch Technologien sind die Befragten weniger zimperlich. 63 Prozent aller Befragten und 65 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie erwägen würden, ihren Körper dauerhaft oder vorübergehend mit Technologien zu verbessern. Einige Befragte äußerten sogar den Wunsch, Smartphones an ihren Körper anzuschließen.

Insgesamt sollte Human Augmentation zum „Wohle der Menschheit“ eingesetzt werden. Rund die Hälfte aller Befragten sind der Auffassung, dass sie zur Verbesserung der Lebensqualität dienen sollte.

Sicherheit als oberstes Gebot

„IT-Sicherheit wird bei der Weiterentwicklung von Human-Augmentation-Technologien zu einem zentralen und überaus relevanten Faktor. Denn es besteht das Risiko, dass diese sich außerhalb der Kontrolle von Regierungen oder anderen Aufsichtsbehörden weiter entwickelt, was für die Menschheit möglicherweise gefährlich werden könnte“, kommentiert Marco Preuss, Leiter des Forschungs- und Analyseteams von Kaspersky in Europa. „Dies ist ein Punkt, auf den wir besonders achten sollten. Bei Kaspersky haben wir beispielsweise zuvor untersucht, wie im Gehirn implantierte Chips von Cyberkriminellen missbraucht werden können, um das Gedächtnis eines Individuums zu hacken und die dadurch gewonnenen Informationen maliziös zu nutzen. Die Erweiterung der Kapazität des menschlichen Gehirns durch Augmentation eröffnet eine wirklich erstaunliche Bandbreite potenzieller Cyber-Bedrohungen.“

Auswirkungen auf die Gesellschaft

Die Steigerung von Intelligenz und Denkleistung wirft auch alle möglichen ethischen und praktischen Fragen auf:

  • Ist Human Augmentation in diesem Bereich aus gesundheitlicher Sicht sicher?
  • Ist die Optimierung menschlicher Kapazitäten ethisch vertretbar?
  • Wird sie manchen Menschen einen unfairen Vorteil verschaffen und damit eine noch größere digitale Kluft erzeugen?

Über die Studie

Die Studie wurde von Opinium Research im Auftrag von Kaspersky zwischen dem 9. und 27. Juli 2020 durchgeführt. Es wurden 14.500 Erwachsene in 16 Ländern befragt, darunter Belgien, Dänemark, Deutschland (1.000 Befragte), Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Marokko, Niederlande, Österreich (1.000 Befragte), Portugal, Rumänien, Schweiz (1.000 Befragte), Spanien, Tschechien, Ungarn und Portugal.

Studie herunterladen (pdf)

(ID:46986206)

Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS