Bitkom-Umfrage Patienten sind offen für Online-Unterstützung im OP-Saal

Autor: Julia Mutzbauer

Viele Menschen erhoffen sich durch die Digitalisierung im Gesundheitsbereich eine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Doch möchten sich Patienten auch einer Operation unterziehen, die aus der Ferne von Spezialisten unterstützt wird? Ja, denn laut einer Bitkom-Umfrage würden sich 56 Prozent der Deutschen unter solchen Umständen operieren lassen.

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Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom: „Auch wenn Spezialistinnen und Spezialisten per Video zugeschaltet werden, können sie wertvolle Erfahrungen oder Hinweise direkt in den OP-Saal weitergeben“
Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom: „Auch wenn Spezialistinnen und Spezialisten per Video zugeschaltet werden, können sie wertvolle Erfahrungen oder Hinweise direkt in den OP-Saal weitergeben“
(© Damian Horațiu Sultănoiu)

Der digitale Wandel ist längst im Operationssaal angekommen. Immer mehr Chirurgen lassen sich von Computern und Robotern unterstützen. Zudem ermöglicht es die moderne Technik, dass Ärzte per Video zugeschaltet werden und dem Operations-Team vor Ort Hinweise zur Ausführung des Eingriffs geben.

Obwohl diese Methode bislang noch wenig in Deutschland eingesetzt wird, ist ein großer Teil der Bevölkerung offen für die Online-Unterstützung im OP. Bei einer Umfrage unter 1.157 Menschen in Deutschland geben 56 Prozent an, sie würden sich unter solchen Umständen operieren lassen – sehr wenige (1 Prozent) haben dies sogar schon einmal getan.

„Auch wenn Spezialistinnen und Spezialisten per Video zugeschaltet werden, können sie wertvolle Erfahrungen oder Hinweise direkt in den OP-Saal weitergeben.“ betont Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom.

Weiterhin zeigt sich, dass der Zuspruch für eine Video-Unterstützung in allen Altersklassen hoch ist: 66 Prozent der 16- bis 29-Jährigen können sich dies vorstellen, 52 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 62 Prozent der 50- bis 64-Jährigen. Auch bei den über 65-Jährigen ist der Anteil derer, die eine OP per Online-Unterstützung aus der Ferne durchführen lassen würden, mit 49 Prozent hoch. Außerdem glauben 65 Prozent der Befragten, dass ferngesteuerte, robotergestützte Operationen künftig alltäglich sein werden.

„Smarte Krankenhäuser werden die medizinische Versorgung in Deutschland künftig deutlich verbessern“, so Schenk. „Die flächendeckende Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von 5G wird digitalen Operationssälen schon bald den nächsten Schub geben: Dadurch können komplizierte telemedizinische Operationen in Echtzeit durchgeführt werden.“

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Redaktion, eGovernment Computing