Umfrage zur Versorgung in deutschen Kliniken Patienten fordern schnellere Behandlungen

Autor: Julia Mutzbauer

Mehr als jeder zweite Patient in Deutschland erwartet, dass Behandlungen in Kliniken verfügbar sind und sich alle Beteiligten stärker vernetzen. So das Ergebnis einer Umfrage des IT-Dienstleisters Sopra Steria.

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Patienten fordern bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
Patienten fordern bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
(© ipopba - stock.adobe.com)

In einer Umfrage von Sopra Steria zeigt sich, dass eine funktionierende öffentliche Gesundheitsversorgung in Kliniken oberste Priorität für deutsche Patienten hat. Für 60 Prozent ist es entscheidend, dass Behandlungen schnell verfügbar sind und sie keine langen Wartezeiten für OP- und Therapietermine in Kauf nehmen müssen. 54 Prozent der Patienten fordern eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Leistungserbringer.

Demnach sollen sich Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Arztpraxen (Behandlung) stärker mit Reha-Kliniken und Physiotherapeuten (Nachsorge) vernetzen. Zudem ist es für mehr als jeden dritten Patienten wichtig, dass Diagnosen nicht nur mitgeteilt werden. Sie wünschen sich Zusatzinformationen und eine intensive Beratung zu möglichen Behandlungsmethoden.

„Den Deutschen ist stark daran gelegen, dass Klinikaufenthalte so unkompliziert wie möglich verlaufen. Neben Qualität und Effizienz geht es darum, medizinische Informationen zu bündeln und digital, sicher und anwenderfreundlich zur Verfügung zu stellen. So lassen sich Mehrfachuntersuchungen reduzieren, die Arzt-Patienten-Kommunikation wird verbessert und es schafft Transparenz. Im Ergebnis werden medizinisches Personal und Patienten entlastet, insbesondere im Anamneseprozess“, fasst Dr. Tina Wulff, Expertin für Digital Health bei Sopra Steria zusammen.

Deshalb sollte jede Investition in Verbesserungen, vor allem in künftige Digitalisierungsvorhaben, somit auf Kriterien wie Transparenz, Verfügbarkeit, Vernetzung, IT-Sicherheit, Anwenderfreundlichkeit und Innovation einzahlen.

(© Sopra Steria, Civey)

In deutschen Kliniken werden mittlerweile unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt, um die Klinikarbeit zu verbessern. In der Aachener Uniklinik gibt es beispielsweise das Projekt „telnet.nrw“. Über eine gesicherte Datenleitung können sich Ärzte und Gesundheitsfachkräfte per Videokonferenz gemeinsam beraten.

Wie der IT-Dienstleister erklärt, hat die fehlende Finanzierung viele Digitalisierungsvorhaben in Kliniken bislang gebremst oder verhindert. Ein Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) im Umfang von 4,3 Milliarden Euro soll die Digitalisierung in Kliniken deutlich ankurbeln.

Für Gesundheitsexpertin Dr. Wulff ist dabei entscheidend, dass die Investitionen die Abläufe in Kliniken direkt verbessern: „Patienten wissen digitale Unterstützung im Behandlungsprozess zu schätzen, vor allem bei administrativen Prozessen. Gute Beispiele sind ein so genanntes digitales Entlassmanagement sowie die Möglichkeit, vor einer Reha-Maßnahme oder Behandlung eine Eigenanamnese digital auszufüllen.“

Laut Sopra Steria gehört zu einer reibungslosen Versorgung auch das Thema Sicherheit. „2020 registrierte die Bundesregierung eine beunruhigende Zahl von Hackerangriffen auf Gesundheitsdienstleister. Daten in Notaufnahmen konnten in einem Fall nur noch per USB-Stick weitergeleitet werden, und Röntgenbilder oder Computertomogramme waren wegen eines Hackerangriffs nicht verfügbar. Die Folge: Behandlungen verzögern sich, weil OPs nicht einsatzbereit sind. “, warnt der IT-Dienstleister.

„Ein Krankenhaus betreibt ein Vielfaches an Medizintechnik im Vergleich zur Verwaltungs-IT. Wichtig ist deshalb, dass Kliniken eine kontinuierliche Überwachung nicht nur für Computer auf den Schreibtischen umsetzen, sondern lückenlos auch für die Medizin-IT“, verdeutlicht Olaf Janßen, Head of Cyber Security für die Geschäftsbereiche Public Sector und Healthcare Management von Sopra Steria.

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Über die Studie
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Das Meinungsforschungsinstitut Civey hatte im September 2020 im Auftrag von Sopra Steria eine Echtzeit-Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Gesamtbevölkerung mit 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Gefragt wurde unter anderem, welche Kriterien bei der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern besonders wichtig sind.

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Redaktion, eGovernment Computing