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Gesundheitswesen Neue Regeln für 2020

| Autor: Julia Mutzbauer

Seit Jahresbeginn sind zahlreiche Änderungen im Gesundheitswesen wirksam – unter anderem Apps auf Rezept, Online-Terminservice und weitere digitale Regelungen.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Jede Reform hilft, unser Gesundheitssystem fit zu machen für die 20er Jahre“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Jede Reform hilft, unser Gesundheitssystem fit zu machen für die 20er Jahre“
(© magele-picture - stock.adobe.com)

Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) können Ärzte künftig digitale Anwendungen wie zum Beispiel Tagebücher für Diabetiker oder Apps für Menschen mit Bluthochdruck verschreiben. „Damit Patientinnen und Patienten sichere Apps schnell nutzen können, wird mit dem ‚Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation‘ (DVG) für die Hersteller ein neuer, zügiger Weg in die Erstattung geschaffen“, so das BMG. Die Überprüfung von Sicherheit, Funktion, Qualität, und Datensicherheit der Produkte werde dabei das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) übernehmen. Zudem müsse der Hersteller innerhalb eines Jahres nachweisen, dass die App die Versorgung verbessert.

Weitere Neuregelungen

Für den digitalen Gesundheitsbereich gibt es weitere Änderungen:

  • Die Krankenkassen können ihren Versicherten Angebote zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz machen. Versicherte können sich damit im Umgang etwa mit Gesundheits-Apps oder der elektronischen Patientenakte schulen lassen.
  • Ärztinnen und Ärzte dürfen auf ihrer Internetseite über ihre Videosprechstunden informieren.
  • Ein freiwilliger Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenkasse kann elektronisch erfolgen.
  • Vor einem Krankenhausaufenthalt können Versicherte Wahlleistungen elektronisch vereinbaren. Für weitere Leistungen wie Heil- und Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege kann die elektronische Verordnung erprobt werden.
  • Damit der Wissenschaft in einem geschützten Raum aktuelle Daten für neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen, fassen die Krankenkassen Abrechnungsdaten pseudonymisiert zusammen. Die Daten können der Forschung in Form von anonymisierten Ergebnissen zugänglich gemacht werden.
  • Patienten sollen schnell von innovativen Versorgungsansätzen profitieren. Darum wird der Innovationsfonds bis 2005 mit 200 Millionen Euro jährlich verlängert.
  • Die IT-Sicherheit in den Arztpraxen wird nachhaltig gestärkt. Die Selbstverwaltung schreibt verbindliche IT-Sicherheitsstandards fest. Damit können zertifizierte Dienstleister die Praxen bei der Umsetzung unterstützen.
  • Zusätzlich wird es möglich sein, Arzttermine online zu vereinbaren.

Außerdem will das BMG noch andere Bereiche im Gesundheitswesen, wie zum Beispiel die Ausbildung in der Pflege, und die Pflegekostenfinanzierung, refomieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu den Neuerungen: „Der Besuch beim Arzt, das Krankenhaus um die Ecke, Angehörige in der Pflege – Gesundheit geht alle an. Deswegen muss der Staat in diesem lebenswichtigen Bereich funktionieren. Dafür haben wir in 20 Monaten 20 Gesetze auf den Weg gebracht. Das macht die Versorgung ganz konkret besser. Mit der Telefonnummer 116117 haben Versicherte ab Januar für Termine und in Notfällen rund um die Uhr eine Anlaufstelle. Krankenhäuser bekommen das Geld, um zusätzliche Pflegekräfte einzustellen. Und Ärzte können sinnvolle Apps auf Rezept verschreiben. Jede Reform hilft, unser Gesundheitssystem fit zu machen für die 20er Jahre.“

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