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Virtual Reality Neue Herausforderungen für die medizinische Ethik

Autor: Manfred Klein

Seit den Tagen des Hippokratischen Eides, aber auch in den neuzeitlichen Fassungen ärztliches Ethik, wie zum Beispiel der Genfer Deklaration des Weltärztebundes von 1948, spielen das Gebot, Kranken nicht zu schaden, und die ärztliche Schweigepflicht eine zentrale Rolle. Mit dem Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen im klinischen Alltag sieht stellen sich im Zusammenhang mit der ärztlichen Ethik plötzlich gänzlich neue Fragen. Ein Forscher des Universitätsklinikums Freiburg mahnt jetzt einen sensiblen Einsatz virtueller Realitäten in der Medizin und der Pflege an.

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Gefährdet Virtual Reality die Autonomie der Patienten?
Gefährdet Virtual Reality die Autonomie der Patienten?
(© X-Reflex naja – stock.adobe.com)

Demenz, Angsterkrankungen, Schlaganfall: Das Spektrum möglicher Anwendungen virtueller Realität (VR) wächst rasant. So kann auf Demenzkranke im Pflegeheim eine Simulation ihrer ursprünglichen Umgebung beruhigend wirken. „Grundsätzlich lassen sich mittels Virtueller Realität positive Effekte erzielen“, sagt der Neurologe Dr. Philipp, Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg und Freiburg Institute of Advanced Studies (FRIAS).

Doch er warnt auch: „Oft werden die besonderen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten unzureichend berücksichtigt. Wenn Demenzkranke beispielsweise nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, ist das ein gravierender Eingriff in ihre Autonomie.“ Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und der Schweiz hat Kellmeyer zur komplexen Materie jetzt einen Artikel im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht.