Suchen

Fachkräftemangel Neue digitale Healthcare-Berufe

| Autor: Ira Zahorsky

Bereits jetzt fehlt es in der Gesundheitsbranche an Fachkräften. Um weitere Versorgungslücken zu verhindern, müssen Aufgaben anders verteilt werden. Daraus ergeben sich auch neue Berufsbilder.

Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Berufsbilder im Gesundheitswesen.
Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Berufsbilder im Gesundheitswesen.
(Bild: © djvstock - stock.adobe.com)

Die Münch Stiftung plädiert in einem Reformpapier vom Februar 2020 für die Etablierung von drei neuen Gesundheitsberufen in Deutschland: Die Fachkraft für digitale Gesundheit, den Prozessmanager für digitale Gesundheit und den Systemarchitekten für digitale Gesundheit.

Fachkraft für digitale Gesundheit

Eine Fachkraft für digitale Gesundheit würde nach Auffassung der Stiftung Patienten und Dienstleister vernetzen. Außerdem wäre sie mit digitaler Technik in allen medizinischen Einrichtungen vertraut. Sie würde Aufgaben aus der traditionellen Krankenpflege, wie Betreuung und Routineversorgung, übernehmen und sich mit zusätzlichen Verantwortungsgebieten wie der Pflege der Gesundheitsdaten und der elektronischen Patientenakte sowie mit der Heranführung der Patienten an digitale Technologien beschäftigen. Voraussetzungen für diesen Beruf wären Grundlagenwissen im medizinisch-pflegerischen Bereich sowie technisches Knowhow.

Prozessmanager für digitale Gesundheit

Ein Prozessmanager würde sich der Münch Stiftung zufolge um Optimierung kümmern, indem er neue Prozesse zur Versorgung von Patienten erstellt, und sich um deren Einführung und Machbarkeit kümmert. Dazu gehören auch die Entwicklung von medizinischen und pflegerischen Abläufen und deren Überwachung sowie die Einführung digitaler Gesundheitstechnologien. Der Prozessmanager sollte ein Verständnis medizinisch-pflegerischer Prozesse mitbringen, organisieren, abstrahieren und gut kommunizieren können, da er quasi der Vermittler aller Beteiligten eines Prozesses wäre.

Systemarchitekt für digitale Gesundheit

Der Systemarchitekt gibt die Strategie für die digitale Transformation vor. Dazu gehören die Einhaltung von Datenstandards, die Beaufsichtigung einzelner Prozesse, das Erkennen von Potenzialen und der Einsatz von Synergiepotenzialen. Er wäre ein Vermittler zwischen verschiedenen Sektoren und könnte auch einer externen Beratungsfirma angehören. Neben umfangreichem medizinischen Fachwissen bräuchte der Systemarchitekt ständig aktuelles, stark ausgeprägtes technologisches Knowhow und kommunikative Fähigkeiten.

Ausbildung und Qualifikation

Um sich für diese Berufe zu qualifizieren, sieht die Münch Stiftung verschiedene Ansätze. Berufstätige in patientennahen Tätigkeiten könnten beispielsweise eine Weiter- oder Sekundärqualifizierung absolvieren. Auch ein neuer Bacherlorstudiengang, der Studierende zielgerichtet auf die neuen Berufsfelder vorbereitet, wäre denkbar. In der Pflege und für Hebammen gibt es bereits einen ähnlichen Weg. Zudem ermöglicht die Digitalisierung Menschen mit digitalen und analytischen Fähigkeiten die Möglichkeit des Quereinstiegs aus anderen Berufsfeldern.

(ID:46748935)

Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS