Produktsicherheit Nachverfolgungs-Technologien bei der Impfstoffverteilung

Autor / Redakteur: Arman Sarhaddar / Ira Zahorsky

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass erste Zulassungen erfolgt sind und die Verabreichung der ersten Dosen begonnen hat. Doch Betrüger warten nur auf ihre Chance, gefälschte Impfstoffe in den Umlauf zu bringen.

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Ein QR-Code auf dem Impfstoff macht in Kombination mit anderen Technologien die Nachverfolgung der Charge sicher.
Ein QR-Code auf dem Impfstoff macht in Kombination mit anderen Technologien die Nachverfolgung der Charge sicher.
(Bild: merklicht.de – stock.adobe.com)

Die Aussicht auf Impfschutz ist ein großer Hoffnungsschimmer, dass wieder mehr Normalität in unser Leben einkehrt und die Wirtschaft sich erholt. Angesichts des weltweiten Bedarfs, der damit verbundenen hohen Nachfrage und einem begrenzten Angebot besteht jedoch ein erhebliches Risiko, dass Betrüger gefälschte Impfstoffdosen in Umlauf bringen.

Mit schwerwiegenden Folgen: Die Substanzen selbst können gesundheitsgefährdend sein, zudem wiegen sie Personen in falscher Sicherheit, immun zu sein, und sorgen für eine weitere Verbreitung von Covid-19. Nicht zuletzt verursachen sie jedoch auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Sie schädigen die Reputation der tatsächlichen Impfstoffhersteller und verursachen Kosten bei Aufspürung und Vernichtung.

Schon jetzt hat die Corona-Pandemie laut einer aktuellen Warnung der Interpol „ein beispielloses opportunistisches und räuberisches kriminelles Verhalten ausgelöst“. Deshalb warnt Interpol eindrücklich vor gefälschten Impfstoffen und rechnet zudem damit, dass vermehrt gefälschte und illegale Corona-Testkits in Umlauf kommen könnten, sobald internationale Reisen wieder stattfinden können. Bürgern rät die Polizeiorganisation zu besonderer Vorsicht beim Onlinekauf von medizinischen Geräten und Medikamenten.

Technologien schützen vor Kriminellen

Ohne Frage, gerade bei so dringend benötigten Produkten wie den Corona-Impfstoffen, die zahllose Menschenleben retten können und andere vor schweren Verläufen schützen, sind kriminelle Absichten auf das Schärfste zu verurteilen. Umso wichtiger sind effektive Methoden, gefälschte Produkte daran zu hindern, überhaupt erst in Umlauf zu kommen und Lieferketten genau zu überwachen.

Die technischen Voraussetzungen hierfür sind längst gegeben: Produkte – ob Medikamente, Impfstoffe oder medizinische Geräte – können mit QR-Codes oder NFC-Chips ausgestattet werden. Jede einzelne Charge lässt sich darüber identifizieren und zurückverfolgen. Fälschungen und unerklärliche Lücken in der Lieferkette werden so sicher aufgespürt und vermieden. Für eine lückenlose Nachverfolgung werden im Hintergrund eben solche Lösungen benötigt, die Manipulationen ausschließen.

Blockchain-Lösungen eignen sich außerdem ideal: Sie zeichnen sämtliche Änderungen auf und erlauben keine nachträgliche Bearbeitung der Daten. Die Blockchain-Technologie wird bereits erfolgreich bei Lieferketten, zum Beispiel im Einzelhandel oder der Logistik, eingesetzt und aus diesem Erfahrungsschatz kann bei Impfstoff-Lieferketten geschöpft werden. Gerade bei der im Falle des BioNTech/Pfizer-Impstoffs essenziellen ununterbrochenen Kühlkette bei unter 70 Grad ist eine lückenlose Nachverfolgung der Chargen auch hinsichtlich der Qualität des echten Produktes sinnvoll.

Werden neue Technologien sinnvoll kombiniert, erhalten nicht nur das medizinische Personal, sondern auch der Verbraucher die Sicherheit, dass es sich um authentische und zugelassene Produkte handelt. Wer als Endkonsument Medikamente oder Testkits bestellt, die mit einem QR-Code versehen sind, kann diesen scannen und so die Echtheit überprüfen. Je nach Anwendung können weitere Informationen über die Lieferkette verfügbar gemacht werden.

Tieferes Technologie-Verständnis und Aufklärung

Damit die Technologien ihr volles Potenzial entfalten und ihren wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten können, ist an vielen Stellen noch eine bessere Aufklärung über die Funktionsweise und Vorteile der Technologien vonnöten. Nur wenn Verbraucher die Vorteile hinter dem QR-Code auf einer Verpackung verstehen, werden sie ihn scannen und sich vergewissern, dass sie ein Originalprodukt erworben haben.

In der aktuellen Warnung rät die Interpol zu erhöhter Wachsamkeit beim Onlinekauf von medizinischen Produkten, da Verbraucher durch falsche Versprechungen gelockt werden und entweder unsichere Produkte kaufen oder Opfer von Phishing werden.

Dies zeigt, dass es immer noch einen erheblichen Bedarf nach Aufklärung gibt. Setzen sich Prüfsiegel und Technologien zur Echtheitsprüfung beispielsweise per QR-Code durch, erhalten Verbraucher einen weiteren Anhaltspunkt, um seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden und nach Erhalt der Ware selbstständig zu prüfen, ob die Anwendung sicher ist.

Bei den Corona-Impfstoffen, Medikamenten und medizinischer Ausstattung steht viel auf dem Spiel: Menschenleben, gesundheitliche Langzeitfolgen und wirtschaftliche Faktoren. Gerade deshalb müssen die Produktion und Lieferung so sicher wie möglich gestaltet werden. Neue Technologien können dazu einen wichtigen Beitrag leisten – wenn sie richtig angewendet werden und das medizinische Personal wie auch die Verbraucher die Vorteile erkennen.

Arman Sarhaddar
Arman Sarhaddar ist CEO bei Vault Security.

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