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Intelligentes Software-Tool für die Arztpraxis Modul „Seltene Erkrankungen“ soll bei Diagnose unterstützen

| Autor: Julia Mutzbauer

Symptome wie Kopfschmerzen und chronischer Husten werden auch von Ärzten häufig als harmlos eingestuft. Dies führt jedoch dazu, dass Patienten, die an seltenen Krankheiten – wie zum Beispiel Morbus Fabry, eine seltene Stoffwechselstörung – leiden, oft nicht richtig behandelt werden. Deshalb hat die Gotthardt Healthgroup (GHG) ihre Praxismanagement-Software „Praxisdienst“ um das Modul „Seltene Erkrankungen“ erweitert, das die CompuGroup Medical (CGM) in das IT-System der Ärzte integriert.

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Das Modul „Seltene Erkrankungen“ in der Software GHG Praxisdienst
Das Modul „Seltene Erkrankungen“ in der Software GHG Praxisdienst
(© CompuGroup Medical)

Viele Patienten haben Schmerzen und Krankheitssymptome, die nicht richtig behandelt werden, da ohne die richtige Diagnose Therapieversuche erfolglos bleiben. „Eine Situation, von der rund vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung in Deutschland betroffen sind“, betont Prof. Dr. Daniel Gotthardt, Gründer der GHG sowie Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologe. Als Beispiel nennt Gotthardt die seltene Stoffwechselstörung Morbus Fabry, die eine Vielzahl von Organen gleichzeitig betreffen kann. Seltene Erkrankungen wie diese seien vielfältig und meist nur durch Spezialisten erkennbar. Jeder vierte Betroffene würde bis zu 30 Jahre auf die richtige Diagnose warten, viele würden keine beziehungsweise 40 Prozent eine falsche erhalten.

Hier soll nun das Software-Tool der GHG ansetzen. Das Modul soll durch die Analyse der Daten in der jeweiligen Patientenakte potenzielle Krankheitsprofile identifizieren und den Arzt auf die nächsten möglichen medizinischen Schritte hinweisen. „Beim Fall Morbus Fabry kann möglicherweise schon der passende Labortest zur Diagnose führen, quasi als Wegweiser für den Arzt im Praxisalltag“, so Gotthardt.

Neben möglichen Diagnosen schlage das System auch Behandlungswege und Medikationen oder einen Verweis an den entsprechenden Spezialisten vor. Weiter heißt es: Das Modul für Ärzte sei seit 2019 mit CGM-Arztinformationssystem kostenlos in die Software GHG Praxisdienst integriert und habe erstaunliche Ergebnisse gezeigt. „Allein im Januar 2020 wurden Ärzte in 79 Fällen auf eine mögliche Morbus Fabry Erkrankung hingewiesen. Davon haben über 90 Prozent zu einer Interaktion des Arztes mit der Software geführt“, heißt es.

„Das Modul ist speziell für niedergelassene Ärzte entwickelt, um Algorithmus-gestützt Hinweise zu seltenen Erkrankungen proaktiv und individuell während einer Patientensprechstunde bereitzustellen“, so die Compu Group Medical.

Denn im Kampf gegen seltene Erkrankungen sei laut Gotthardt zweierlei von besonderer Bedeutung: die Verfügbarkeit von Daten und die Anwendung von Wissen. „Auf dem Markt gibt es bereits Lösungsansätze zur Diagnoseunterstützung, um seltene Erkrankungen zu erkennen. Diese setzen jedoch voraus, dass Ärztinnen und Ärzte sich im Praxisalltag ausreichend Zeit nehmen können – und dies ist häufig nicht möglich.“

Die CGM erklärt: „Eine Erkrankung gilt in Europa als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen betroffen sind. Da es mehr als 6.000 unterschiedliche seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen trotz der Seltenheit der einzelnen Erkrankungen hoch“. „Diese mehr als 6.000 unterschiedlichen Krankheiten, kann kein Arzt umfänglich kennen,“ ergänzt Dr. Ralph Körfgen, Vorstand für Arzt-, Zahnarzt- und Apothekeninformationssysteme bei der CGM.

„Daher bedarf es solcher intelligenter Lösungen, um ein wichtiges Zeichen für eine lückenlose Patientenversorgung zu setzen“, so Körfgen weiter. Bislang sei das Modul „Seltene Erkrankungen“ in 1.200 Arztpraxen im Einsatz. Das Modul hat laut Körfgen noch eine Besonderheit: „Obwohl hier Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, kann jeder einzelne Schritt in der Software nachvollzogen werden. Das erleichtert dem Arzt das Verständnis für den Hinweis, den er bei einem Verdachtsfall bekommt.“

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