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IT-Infrastrukturlösung für Kliniken Mit neuer IT zum Krankenhaus der Maximalversorgung

| Autor: Manfred Klein

Immer mehr Kliniken klagen über die Notwendigkeit, bei steigendem Kostendruck immer besseren Service für Mitarbeiter und Patienten bieten zu müssen. Dass IT in diesem Zusammenhang nicht nur ein wachsender Kostenfaktor ist, sondern diesen Spagat oft erst ermöglicht, zeigt das Beispiel des Städtischen Klinikums Braunschweig.

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Das Klinikum Braunschweig sieht in der IT einen zentralen Baustein seiner Modernisierungsstrategie
Das Klinikum Braunschweig sieht in der IT einen zentralen Baustein seiner Modernisierungsstrategie
(© Jörg Scheibe)

Um die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und lange Wege zwischen den verschiedenen Kliniken zu vermeiden, entschloss sich das Städtische Klinikum Braunschweig einen zentralen und modernen Klinikum-Campus zu errichten. Dieses Projekt wirft seinen Schatten voraus auf die Organisation der IT-Landschaft. Eine modulare, flexible IT wurde nötig, Applikationen sollten im Zuge der Digitalisierung schnellere Ergebnisse liefern und der Kostendruck im Gesundheitswesen abgefedert werden.

Durch die Virtualisierung des Speichersystems und die Trennung von Hardware und Software war die IT-Abteilung in der Lage, die Leistung der Infrastruktur zu erhöhen: Patienten profitieren von schnelleren Befunden, die Belegschaft kann mobil, schneller und kosteneffizienter arbeiten und das IT-Team Innovationen vorantreiben. Die IT ist das Rückgrat und die verlässliche Basis für die Gesundheitsversorgung in der Region sowie für die Vorreiterrolle des Klinikums bei der Vernetzung von Krankenhäusern.

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Krankenhaus der Maximalversorgung – das Städtische Klinikum Braunschweig

Mit etwa 1.500 Betten und nahezu 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (fast 5.000 inkl. Tochtergesellschaften) ist das Städtische Klinikum Braunschweig einer der größten Arbeitgeber der Region. Als Krankenhaus der Maximalversorgung auf universitärem Niveau versorgt es rund 1,2 Millionen Einwohner. Mit 21 Kliniken, zehn selbständigen klinischen Abteilungen und sieben Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 65.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt. Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro pro Jahr. Die Vision des Klinikums Braunschweig ist es, Digitalisierung, Spitzenmedizin und Verantwortung zu vereinen – für ein Klinikum der Zukunft.

Kosten- und Zeitdruck versus digitale Innovationen

Das Städtische Krankenhaus Braunschweig versteht sich als innovativer Gesundheitsdienstleister und Vorreiter bei der Vernetzung von Krankenhäusern. Doch die IT konnte ihre Rolle als Innovator der Digitalisierung nicht vollständig ausfüllen. Das 35-köpfige IT-Team des Krankenhauses litt unter Zeitmangel, hohem IT-Betriebsvolumen und gleichzeitig langsamen Datenströmen und Applikationen.

„Krankenhäuser in Deutschland leiden unter steigendem Kosten- und Zeitdruck. Die IT muss dazu beitragen, Pflegefachkräften, Ärztinnen und Ärzten ihre tägliche Arbeit zu erleichtern, um die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen und der Patientenversorgung zu verbessern“, sagte Norman Lüttgerding, CIO des Klinikums. Ein wesentliches Ziel war es darüber hinaus die sensiblen Patienteninformationen zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort der richtigen Person zur Verfügung zu stellen und verstärkt mobiles Arbeiten im Krankenhausumfeld zu ermöglichen.

Parallel wurde eine weitere Anforderung von der Geschäftsleitung an die IT-Abteilung herangetragen: Im Zuge des größten Bauprojekts in der Geschichte des Klinikums, der Realisierung des Zwei-Standorte-Konzepts mit Fördergeldern in Höhe von 221 Millionen Euro – einer Teilstufe des Projekts „Zentralklinikum“ mit einem einzigen Standort – sollten auch die drei bisherigen IT-Standorte auf zwei konsolidiert werden. Erschwerend kam hinzu, dass sich das Hauptrechenzentrum im aufzulösenden Klinikteil befand.

Sichere aber dennoch flexible modulare Lösung: Software-defined Storage plus hyperkonvergente Infrastruktur

Das Klinikum Braunschweig setzt bereits seit vielen Jahren auf Virtualisierung. Für die Standort-Konsolidierung benötigte die IT-Abteilung eine flexible und modulare Lösung. Das Klinikum Braunschweig wandte sich an VMware sowie die Partner SVA System Vertrieb Alexander GmbH und Fujitsu, um die Infrastruktur zu standardisieren und die Komplexität zu reduzieren.

Die Lösung umfasst Software-defined Storage (SDS) mit VMware vSAN sowie eine hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) als ersten Schritt zur Realisierung der gesamten SDDC-Vision mit Unterstützung für End-User Computing-Modelle. Die HC-Infrastruktur verbindet Systeme, schützt Daten und fördert gleichzeitig die Agilität und senkt die Kosten. Die Mitarbeiter des Klinikums können mithilfe einer VDI-Lösung an allen Standorten mobil arbeiten: Sie haben damit Zugriff auf jede Unternehmensapplikation – unabhängig vom Endgerät.

„Die Ziele für dieses Projekt waren in erster Linie die Leistung und Ausfallsicherheit für mobile Anwendungen wie SAP mit dem klinischen Informationssystem, der digitalen Spracherkennung und speziellen Medizinprodukten zu verbessern“, so Jürn Bergmann, Sales bei der SVA GmbH. Die SVA arbeitet seit 14 Jahren mit dem Klinikum Braunschweig zusammen, stellt die gesamte Infrastruktur, Hard- und Software zur Verfügung und hat das Klinikum Braunschweig überzeugt sich für Storagevirtualisierung zu entscheiden. Neben der Implementierung der neuen Infrastruktur, testete die SVA den Software-definierten Storage und richtete die Anwendungen ein.

Das Klinikum Braunschweig ist seit längerer Zeit Fujitsu-Kunde mit positiven Erfahrungen hinsichtlich Produktangebot, -qualität und Zuverlässigkeit. Da bereits Fujitsu-Server im Einsatz waren, setzte das Klinikum Braunschweig für das neue Speichersystem auf die Referenzarchitektur von Fujitsu. Zafer Demirel, Account Manager Healthcare bei Fujitsu ergänzt: „Es war uns ein großes Anliegen, die getrennten Einheiten Storage, Compute und Netzwerk zu virtualisieren und über die Management-Plattform die Grundlage für eine einheitliche Verwaltung zu schaffen.“

Zuverlässige IT-Infrastruktur und mobiles Arbeiten

In modernen Krankenhäusern, die auf vernetzter Kommunikation basieren, ist die IT der Schlüssel für zuverlässige Gesundheitsleistungen. Wenn die IT nicht funktioniert, wird das Krankenhaus als kritische Infrastruktur gelähmt und das Leben von Patienten ist gefährdet. Auch bei einem Stromausfall muss die IT funktionieren – und dies kann nur durch ein gut durchdachtes IT-Konzept und Ausfallrechenzentren gewährleistet werden.

„Gegen einen möglichen Rechenzentrumsausfall sind wir mit der neuen Lösung bestmöglichst gerüstet“, stellt Florian Immenroth, Abteilungsleiter IT-Infrastrukturmanagement klar. „Mit dem modularen Prinzip der VMware-Infrastruktur ist der mehrfach anstehende Umzug des Rechenzentrums keine Herkulesaufgabe mehr: das Betreiben der lebenswichtigen Medizingeräte wird von unserer Seite gewährleistet“, ergänzt Norman Lüttgerding.

Auch das Ergebnis der zweiten Herausforderung für die IT-Abteilung kann sich sehen lassen. Stolz erzählt Herr Lüttgerding: „Unsere Ärzte und Pflegekräfte sind beeindruckt von der Leistung unserer neuen Lösung. Für unser Krankenhauspersonal wird ein solches Projekt messbar, wenn es beispielsweise um die Bereitstellung von MRT- oder CT-Bildern geht. Was früher mehrere Sekunden gedauert hat, gelingt jetzt in einem Augenblick.

Unser schnelles SAP-ERP-System, kombiniert mit dem klinischen Informationssystem, ermöglicht es Ärzten und Pflegekräften mit einem mobilen Visitewagen und mit Tablet Patientendaten direkt am Krankenbett parat zu haben.“ Dies reduziert unnötigen Stress in der klinischen Arbeit. Patienten und Ärzte profitieren von schnelleren Prozessen und Diagnosen und einer verbesserten Behandlung, die letztendlich Leben retten und dem Wohl der Patienten dient.

Auch die interne IT-Abteilung, die für die Weiterentwicklung der Medizin-Apps zuständig ist, profitiert. „Die Entwicklung von Apps, Virtual Reality Anwendungen oder Digitalen Care Models erhält durch die neue Infrastruktur enormen Rückenwind”, erklärt Herr Lüttgerding. Dank der einheitlichen Verwaltung der IT-Infrastruktur können Arbeitszeit eingespart und mehr IT-Projekte im gleichen Zeitraum realisiert werden.

Virtuell und skalierbar in die Zukunft

Für die Zukunft ist das Klinikum Braunschweig dank Virtualisierung gut aufgestellt. „Unsere Vision ist ein modernes, vernetztes Krankenhaus. Mit der neuen Infrastruktur sind wir diesem Ziel ein großes Stück nähergekommen: Heute sind wir nicht mehr nur ein Betreiber des Gesundheitssystems, sondern ein Treiber für Innovation, Mitarbeiterzufriedenheit und für das Wohl der Patienten“, fasst Norman Lüttgerding zusammen.

Da das Klinikum Braunschweig die Entwicklung innovativer digitaler Lösungen, wie Telemedizin, Virtual Reality oder Servicerobotik plant, muss die IT-Infrastruktur für zukünftige Anforderungen skalierbar sein. Mit der digitalen Roadmap der Bundesregierung für das Gesundheitswesen in Deutschland werden in naher Zukunft digitale Patientendossiers umgesetzt, sodass das Klinikum Braunschweig gut für die digitale Zukunft gerüstet ist.

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