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Coronavirus Mit der Google-Cloud auf der Suche nach einem Heilmittel

| Autor: Manfred Klein

Die Welt sucht verzweifelt nach möglichen Wirkstoffen gegen das Coroanvirus. Doch die Auswahl an möglichen Kandidaten ist derzeit noch sehr überschaubar. Ein computergestütztes Screening von zwei Milliarden möglichen Wirkstoffen der Universität Graz, der Harvard University und anderen soll das jetzt ändern. Unterstützt wird das Projekt durch die Google-Mutter „Alphabet“.

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Rechenleistung pur für die Suche nach einem Mittel gegen Corona
Rechenleistung pur für die Suche nach einem Mittel gegen Corona
(© Paulista – stock.adobe.com)

Das Biotech Start-up Innophore, die Universität Graz und das acib, Austrian Centre of Industrial Biotechnology haben gemeinsam mit der Harvard University ein Projekt ins Leben gerufen, in dem computerbasiert rund zwei Milliarden potenzielle Wirkstoffe gegen COVID-19 gescreent werden sollen. Die Google-Mutter „Alphabet“ gab dabei unlimitierte Rechenleistung ihrer Google-Cloud frei, die es erstmalig ermöglicht, solch eine umfangreiche Menge an Wirkstoffen zu simulieren.

Auch der Vienna Scientific Cluster, eine Kollaboration mehrerer österreichischer Universitäten, stellt Ressourcen seiner Supercomputer zur Verfügung. „Die größte Herausforderung bei Simulationen wie diesen ist nicht nur die Daten der Milliarden Wirkstoffe zu bekommen, sondern auch die notwendigen Rechenkapazitäten. Im Moment gehen wir davon aus, über 100 Milliarden Einzelsimulationen durchzuführen, denn jeder potenzielle Wirkstoff wird einzeln ‚gescreent‘. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Vienna Scientific Cluster österreichische und mit Alphabet internationale Unterstützung bekommen“, so Christian Gruber, Geschäftsführer der Innophore.

Neue Methode der Harvard Medical School

Neuartig an diesem Projekt ist das computerbasierte Verfahren, mit der die einzelnen Wirkstoffe gescreent werden. „Virtual Flow“ wurde an der Harvard Medical School entwickelt und vor Kurzem in Nature publiziert. Neben der Universität Graz ist auch das acib mit seinen österreichweiten Ressourcen beteiligt: „Wir sind hoch erfreut, dass biotechnologisches Know-how aus der Steiermark globalen Anklang findet und aktiv bei der Bekämpfung des Coronavirus mitwirkt“, so Mathias Drexler, Geschäftsführer des acib.

In den vergangenen Wochen hat das Grazer Startup Innophore bereits mit Vorschlägen für Wirkstoffe, die für klinische Studien geeignet wären, internationales Aufsehen erregt.

Aktuell unterstützt Innophore den Virtual Flow-Prozess von Harvard, indem sie mit ihrer patentierten 3D-Punktwolken-Technologie unzählige Ansatzpunkte simuliert und diese mithilfe von künstlicher Intelligenz filtert. „Obwohl bereits einige vielversprechende Medikamente identifiziert wurden, hat das Projekt großes Potenzial weitere geeignete Kandidaten zu finden. Die Kombination der 3D- Punktwolken-Technologie mit großflächigem, virtuellem Screening und enormer Rechenleistung ist sehr vielversprechend. Wir sind gespannt, welche Ergebnisse wir in den kommenden Wochen erzielen werden", erklärt Prof. Arthanari von der Harvard Medical School.

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