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Kommunikation Mit Augmented Reality gegen die Einsamkeit bei Senioren

Redakteur: Katharina Juschkat

Ältere Menschen vereinsamen oft – vor allem jetzt, in der Coronakrise. Mit einer neuen Art der Kommunikation wollen Forscher dem entgegensteuern: Mittels Augmented-Reality-Brille soll der Kontakt zur Familie realitätsnah werden.

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Über Telefon und Videochat können ältere Menschen in Kontakt mit ihrer Familie bleiben. An einem realistischeren Modell arbeiten Forscher zurzeit: Sie wollen die Kommunikation mittels AR-Brille möglich machen.
Über Telefon und Videochat können ältere Menschen in Kontakt mit ihrer Familie bleiben. An einem realistischeren Modell arbeiten Forscher zurzeit: Sie wollen die Kommunikation mittels AR-Brille möglich machen.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Forscher der TU Ilmenau entwickeln gemeinsam mit dem Thüringer Zentrum für Lernende Systeme und Robotik technische Lösungen, um nicht anwesende Personen realistisch in die eigene häusliche Umgebung einzubinden. Hintergrund des Projektes Co-Humanics („Co-Presence of Humans and Interactive Companions for Seniors“) ist, dass vor allem ältere Menschen zunehmend vereinsamen. Auch ohne die Corona-Pandemie leben ihre sozialen Kontakte oft weit entfernt, und die Gesundheit lässt es nicht immer zu, andere Menschen zu besuchen.

Realitätsnahe Kommunikation über Augmented Reality

Ab nächstem Jahr arbeiten die Forscher zusammen, um auf der Basis von Augmented Reality (AR) neue Arten der Kommunikation zu entwickeln. Dabei soll die zugeschaltete Person als realitätsnahe Darstellung in der Wohnung der Senioren einen wesentlich realistischeren Kontakt ermöglichen, als es bisher über Telefon und Videogespräch möglich ist. So können sie sich ihren Gesprächspartnern beispielsweise zuwenden, wenn diese entsprechend räumlich dargestellt werden. Als Ersatz für zwischenmenschliche Kontakte soll die neue Kommunikationsart nicht dienen. Sie soll nur die Kommunikation mit bestehenden Bindungen über weite Strecken hinweg verbessern und fördern.

Außerdem arbeiten die Forscher an robotischen Assistenzsystemen für ältere Menschen. Die sollen ihnen dabei helfen, mit Angehörigen oder medizinischem Betreuungspersonal in der Ferne zu kommunizieren und Hilfestellungen zu erhalten. Die Roboter könnten beispielsweise Hilfe bei der Bedienung technischer Geräte leisten, oder den Gesprächspartner in die richtige Position für ein Gespräch über die AR-Brille bringen. Das soll älteren Menschen Unterstützung bei Handlungen des alltäglichen Lebens geben.

Das Co-Humanics-Projekt wird von der Carl-Zeiss-Stiftung mit bis zu 4,5 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre gefördert.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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