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Hilfe für Schlaganfallpatienten durch intelligente Assistenten Melanie Huml fördert „DeinHaus 4.0“ mit über 2,5 Millionen Euro

| Autor: Julia Mutzbauer

Nach einem großen Schlaganfall können nur rund 15 Prozent der Patienten – eine klassische chemische Therapie vorausgesetzt – nach drei Monaten wieder ein eigenständiges Leben führen. Um Familienmitglieder und Pflegedienste hier zu entlasten, wird der Einsatz von autonomen Pflege- und Hilfesystemen derzeit verstärkt erforscht. Auch der Freistaat Bayern födert in Forschungen in diesem Bereich.

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Die OTH Regensburg will so genannte Telepräsenz-Roboter im häuslichen Umfeld von Schlaganfallpatienten testen
Die OTH Regensburg will so genannte Telepräsenz-Roboter im häuslichen Umfeld von Schlaganfallpatienten testen
(© Tanja Esser - stock.adobe.com)

So hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml für das Modellprojekt „Vorbildliches Pflegewohnumfeld für Pflegebedürftige: DeinHaus 4.0“ der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg jüngst mehr als 2,5 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. Im Rahmen des Projekts soll eine intelligente Assistenztechnik zur Unterstützung von Schlaganfallpatienten erprobt werden, um diesen möglichst lange ein selbstständiges Leben in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen.

Dazu sollen rund 100 Projektteilnehmer ein halbes Jahr lang für zu Hause eine persönliche Unterstützungsmöglichkeit in Form einer intelligenten Assistenztechnik erhalten. Dabei will die OTH unter anderem Akzeptanz und Folgen erforschen, gesundheits- und pflegewissenschaftliche Potenzialstudien erstellen und Fragen des Datenschutzes klären.

Anlässlich der Übergabe des Förderbescheids an OTH-Präsident Prof. Wolfgang Baier in Regensburg erklärte Huml: „Der Einsatz moderner Assistenztechnik kann dabei helfen, mehr Sicherheit zu geben und den Alltag zu erleichtern“.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte: „Die OTH in Regensburg geht hier mit intelligenter Technik eine wichtige Zukunftsfrage an: Alle Menschen wollen, auch wenn sie pflegerische Unterstützung benötigen, soweit wie möglich selbstbestimmt leben. Die Fördersumme ist sehr gut investiert und stärkt den Forschungsstandort Oberpfalz. Die Ergebnisse werden pflegebedürftigen Menschen und Pflegenden weit über die Oberpfalz hinaus zu Gute kommen.“

Die Ministerin erklärte weiter: „In Bayern erleiden jedes Jahr etwa 50.000 Personen einen Schlaganfall. Bis zu 75 Prozent der Betroffenen leiden den Rest ihres Lebens an den Folgen. Wir wollen mit dem Projekt der OTH erproben, inwieweit den Betroffenen zu Hause technische Unterstützung im Pflegealltag helfen kann, um etwa einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen, Vereinsamung zu verhindern oder die Sicherheit im Alltag zu erhöhen.“

Huml fügte hinzu: „Gerade in der Pflege bieten digitale Anwendungen zahlreiche Chancen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern wird Schätzungen zufolge auf rund 3,4 Millionen Menschen im Jahr 2030 ansteigen. Digitale Assistenztechnik kann Pflegekräfte und pflegende Angehörige entlasten. Mein Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger noch besser über die neuen digitalen Möglichkeiten zur Unterstützung der Pflege zu informieren. Klar ist aber auch: Der Mensch muss dabei immer im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen technisch-digitale Unterstützung, die von den Pflegenden und den Pflegebedürftigen akzeptiert wird. Deshalb muss die neue Technik praxistauglich sein“.

Das DeinHaus 4.0-Projekt der OTH Regensburg ist das zweite Projekt der Modell-Reihe, mit der die intelligente Assistenztechnik im Pflegealltag erforscht und für die Bevölkerung erlebbar präsentiert wird. Das erste DeinHaus 4.0-Projekt wird bereits seit Sommer 2018 durch die Technische Hochschule Deggendorf (THD) umgesetzt.

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