Instant Messaging Mehrheit der Kardiologen nutzt WhatsApp und Co.

Autor: Julia Mutzbauer

Laut einer Umfrage der EHRA (European Heart Rhythm Association) verwenden rund 88 Prozent der Kardiologen Messaging-Apps, um Daten an Kollegen und andere Institutionen zu schicken.

Firmen zum Thema

Radiologen setzen auf Messenger-Dienste, um sich mit Kollegen auszutauschen
Radiologen setzen auf Messenger-Dienste, um sich mit Kollegen auszutauschen
(© contrastwerkstatt - stock.adobe.com)

Die Kommunikation in der modernen Arbeitswelt findet immer häufiger über Messenger-Dienste statt. Auch im Gesundheitsbereich wird diese Methode oft genutzt . So geben 90 Prozent der Kardiologen in einer EHRA-Umfrage an, dass sie klinische Informationen per Kurznachricht erhalten.

Am häufigsten teilen sie medizinische Daten mit Kollegen der gleichen Abteilung (79 Prozent), Kardiologen aus anderen Institutionen (64 Prozent) und Kollegen aus anderen Fachrichtungen derselben Einrichtung (43 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) nutzen Instant Messaging zudem, um sich mit Patienten abzusprechen. Die am meisten via Messenger verschickte Datei ist mit rund 89 Prozent das EKG.

„Durch die Nutzung von Messaging-Diensten können Kollegen aus verschiedenen Fachgebieten in einem kurzen Zeitraum konsultiert werden“, kommentiert Dr. Holger Eggebrecht, Kardiologe am Bethanien-Krankenhaus in Frankfurt am Main. Weitere Gründe für die zunehmende Verwendung im Klinikalltag sieht der Facharzt in der Schnelligkeit und unkomplizierten Anwendung: „Dies führt zu einer rascheren und zielgerichteten Behandlung der Patienten.“

Doch wie der App-Anbieter Siilo erklärt, werde dabei die Wahrung von Datenschutzrichtlinien oft außer Acht gelassen. „Patienten sollten sich jedoch sicher sein können, dass ihre sensiblen Gesundheitsdaten nicht in die falschen Hände geraten. Daher ist es umso wichtiger, dass Mediziner sich dabei für einen sicheren Dienst entscheiden, der den Besonderheiten im Gesundheitswesen Rechnung trägt“, betont Sassan Sangsari, Medical Director bei Siilo.

Tatsächlich geben 29 Prozent der Befragten zu, dass ihnen beim Teilen klinischer Daten die datenschutzrechtlichen Bestimmungen der EU nicht bewusst sind. Dies zeige sich auch darin, dass fast die Hälfte der gesendeten (43 Prozent) oder empfangenen (44 Prozent) klinischen Daten nicht anonymisiert sind, heißt es in der Studie. Zudem sagen rund 47 Prozent der Befragten, dass es in ihrer Einrichtung keine Regeln für das Teilen klinischer Daten via Instant Messaging gibt.

(ID:47372379)

Über den Autor

 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing