Künstliche Intelligenz Mehr Motivation durch KI

Autor: Susanne Ehneß

Im Rahmen eines Forschungsprojekts will die Uni Erlangen-Nürnberg herausfinden, inwiefern künstliche Intelligenz das Gesundheitsverhalten im Alltag positiv beeinflussen kann.

KI-Systeme können zu mehr Bewegung im Freien animieren
KI-Systeme können zu mehr Bewegung im Freien animieren
(© alexkich - stock.adobe.com)

Smartwatches und Fitness-Armbänder werden immer beliebter – die Wahrnehmung individueller Gesundheit rückt also immer stärker in den Vordergrund. Dennoch ist noch Luft nach oben, und hier setzt das Projekt „Erweiterte Gesundheitsintelligenz für persönliche Verhaltensstrategien im Alltag“ (Eghi) an, das jetzt unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gestartet ist.

Personalisierte Empfehlungen

In dem neuen Projekt will die FAU – zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, der Universität Duisburg-Essen, BODYMED und der Interactive Wear AG – ein lernendes Assistenzsystem entwickeln, das auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert und Menschen bei einem gesunden Alltagsverhalten unterstützen will. „Wir setzen auf personalisierte, situative Verhaltensempfehlungen, die einen direkten Bezug zu relevanten Erlebnissen der Menschen haben und leicht umzusetzen sind“, erklärt Prof. Dr. Oliver Amft, Lehrstuhlinhaber für Digital Health an der FAU. „Ganz egal ob es um die individuelle Reduktion von Gesundheitsrisiken geht oder um mehr Bewegung im Alltag allgemein.“

Als Beispiel skizziert Amft folgendes Szenario: „Eine Nutzerin fährt mit der Straßenbahn zu einem Termin. Das intelligente Assistenzsystem Eghi merkt während der Fahrt, dass das Wetter schön ist und noch ausreichend Zeit bis zum Termin verbleibt. Es hat auch häufiger beobachtet, dass die Nutzerin bei schönem Wetter einen Spaziergang macht. Also fragt Eghi die Nutzerin, ob sie eine Station früher aussteigen und laufen möchte, um ein wenig in Bewegung zu bekommen.“

„Das ist ein anspruchsvolles Problem, das wir in diesem Projekt angehen wollen“, erläutert der Projektkoordinator. „Die Verfahren, um personalisierte, situative Interaktion und Handlungsanstöße zu erzeugen, existieren heute noch nicht.“

Mensch-KI-Beziehung schaffen

Ziel des Eghi-Projekts ist es, das Konzept der erweiterten Intelligenz auf die Unterstützung von gesundem Alltagsverhalten zu übertragen und insbesondere die Ausbildung von persönlichen Verhaltensstrategien zu unterstützen. Dafür setzt das Projektteam auf einen multidisziplinären Forschungsansatz und verknüpft KI-Methoden mit Methoden der Verhaltensmodellierung und Konzepten zur Mensch-Technik-Interaktion.

Dazu schaffen die Forscher im ersten Schritt durch die sensorgestützte Beobachtung der Aktivitäten der Nutzer und ihrer Verhaltensmuster eine Art gemeinsamen Erfahrungsschatz und eine gemeinsame Kommunikationsebene zwischen Mensch und KI. Danach verdichten sie mit Hilfe von KI die Nutzerdaten so, dass personalisierte Handlungsempfehlungen abgeleitet und ausgesprochen werden können. „Weil diese Empfehlungen einen Bezug zu relevanten Erlebnissen haben, sind sie für den Menschen leicht umsetzbar und verständlich“, ist Amft sicher.

In einer eingespielten Mensch-KI-Beziehung kann eine kurze Vibration des Smartphones oder ein optisches Symbol auf einem Armband zum Beispiel an die Vorbereitung eines gesunden Abendessens erinnern. „Die Hinweise sollen den Menschen neue Möglichkeiten eröffnen, um gesundheitsbewusst zu handeln. Wir entwickeln eine intelligente Assistenz für gesunde Ernährung, Bewegung im Alltag oder Unterstützung im Alter – keine Kontrolle“, betont Amft.

Finanzielle Förderung

Das Projekt Eghi wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts „Adaptive Technologien für die Gesellschaft – Intelligentes Zusammenwirken von Mensch und künstlicher Intelligenz“ mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Mehr Infos zu Eghi gibt es auf der Projekt-Website.

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