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BMWi fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekt Medikamenteneinnahme leicht gemacht

| Redakteur: Ira Zahorsky

Zahlreiche Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen müssen und auf einen Medikamentenplan angewiesen sind, kennen oder verstehen diesen nicht. Abhilfe soll ein vom BMWi gefördertes Forschungsprojekt schaffen, das digital vom Kauf bis zur Einnahme unterstützt.

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Viele Patienten tun sich bei der Einnahme mehrere Medikamente schwer, die Übersicht zu behalten. Digitale Lösungen können helfen.
Viele Patienten tun sich bei der Einnahme mehrere Medikamente schwer, die Übersicht zu behalten. Digitale Lösungen können helfen.
(© viperagp - stock.adobe.com)

In einer Studie des Mainzer Marktforschungsunternehmen Cogitaris gaben mehr als 33 Prozent der Befragten an, dass sie ihren Medikamenten-Einnahmeplan nicht oder nur teilweise kennen. Fast ein Drittel der Betroffenen versteht den ärztlichen Medikamentenplan überhaupt nicht. Und 36 Prozent der Befragten vergessen die tägliche Tabletteneinnahme häufig. Viele Patienten sind also mit der Dosieranleitung der Medikamente überfordert und kapitulieren vor einer für sie zu komplexen Behandlung, nicht selten mit irreversiblen Folgen. Denn mit jedem zusätzlichen Wirkstoff steigt allerdings das Risiko von Neben- und Wechselwirkungen massiv an. Ganz zu schweigen von den Risiken, die eine Nicht- oder Fehleinnahme nach sich ziehen. Diese Probleme bekamen durch die Corona-Pandemie nochmals mehr Brisanz.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert daher ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt von CompWare Medical, einem mittelständischen Unternehmen aus Südhessen. Es entwickelt derzeit ein digital-gestütztes Medikamentenversorgungs-System als Lösung für die Probleme der Medikamenteneinnahme bis hin zu Fehldosierungen. Durch digitale Technologie sollen die Schwachstellen der bisherigen Medikamentenversorgung adressiert werden. Ziel dabei ist es, Betroffene und ihre Angehörigen, wie auch weitere Beteiligte zu schützen und zu entlasten.

Das System unterstützt alle relevanten Prozesse von der Apotheke bis zur Einnahme zuhause, löst aber auch notwendige Reaktionen Dritter aus. Bei Problemen mit der Tablettenversorgung oder Nichteinnahme werden die behandelnden Pflegedienstleister, Notdienste und Angehörigen automatisch informiert. Den Betroffenen werden ihre Medikamente zur vorgegebenen Zeit in der exakten Dosierung durch einen automatischen Dispenser bereitgestellt. Außerdem werden sie über ein optisches oder akustisches Signal an die Einnahme erinnert. Zusätzlich vernetzt dieses digitale System alle Beteiligten. So können potenzielle Wechselwirkungen frühzeitig erkannt und vermieden werden. Die IoT-Lösung setzt neben intelligenter, altersgerechter Technologie ein besonderes Augenmerk auf die Datensicherheit, für die die Deutsche Telekom speziell für medizinische Daten gesicherte Cloud-Lösungen auf deutschen Servern bietet.

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