Dashboards und interaktive Karten Location Intelligence hilft bei smarter Verteilung des Corona-Impfstoffs

Autor / Redakteur: Jürgen Schomakers* / Ira Zahorsky

Wo sind noch Intensivbetten frei? Und wie kommt der Impfstoff am schnellsten von A nach B? Die Location-Intelligence-Technologie hilft, Antworten auf diese Fragen zu liefern, um so stets den Überblick zu behalten, den es im Kampf gegen das Virus braucht.

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Location Intelligence kann auch bei der smarten Verteilung des Covid-19-Impfstoffs unterstützen.
Location Intelligence kann auch bei der smarten Verteilung des Covid-19-Impfstoffs unterstützen.
(© P&G - stock.adobe.com)

Das neue Jahr hat endlich begonnen und die Zulassung der ersten Impfstoffe konnte auf allen Seiten neue Hoffnung entfachen – doch die Verunsicherung bleibt. 2020 hat bewiesen, wie schnell scheinbar verlässliche Prozesse ins Wanken geraten und selbst die alltäglichsten Produkte knapp werden können. Doch ohne eine ausreichende Versorgung an Desinfektionsmitteln und Schutzmasken nutzen auch die strengsten Beschränkungen in den Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen nichts. Um solche Engpässe im weiteren Verlauf der Pandemie zu verhindern, ist eine Rundumsicht über alle relevanten Faktoren das absolute A und O.

Location Intelligence ist die Technologie, die genau das leisten kann. Mit ihrer Hilfe lassen sich unter anderem Transportketten in Echtzeit verfolgen. Das ermöglicht ein schnelleres Eingreifen, falls es auf dem Weg zu Unregelmäßigkeiten kommen sollte, die ein Risiko für eine pünktliche Auslieferung darstellen könnten. Doch auch andere Parameter, wie beispielsweise die Infektionszahlen, Risikogebiete oder die Zahl der belegten Intensivbetten lassen sich auf Grundlage der Location Intelligence als interaktive Karten oder Dashboards visualisieren. Dadurch werden diese Daten in einen größeren Kontext gerückt, was Erkenntnisse ermöglicht, die für das bloße Auge sonst nicht sichtbar wären. Im Vergleich zu früheren Pandemien, wie beispielsweise der Spanischen Grippe, sind Daten und die Einblicke, die daraus gewonnen werden können, deshalb zwei der wichtigsten Waffen, die im Kampf gegen das Virus zur Verfügung stehen.

Mit Daten im Kampf gegen die Pandemie

Wie wichtig es ist, alle Informationen im Zusammenhang zu betrachten, verdeutlicht ein Blick auf das Intensivbetten-Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, welches auch für das so genannte „Kleeblatt-Prinzip“ des Bundesinnenministeriums herangezogen wird. Dies soll gewährleisten, dass jeder Patient garantiert die nötige Versorgung bekommt – auch, wenn in seiner Heimatregion keine Intensivbetten mehr zur Verfügung stehen.

Damit das funktionieren kann, zeigt das interaktive Dashboard nicht nur, welcher Prozentsatz an Betten bereits deutschlandweit belegt ist und wie viele der Patienten beatmet werden müssen. Es gibt auch Aufschluss darüber, wie die Lage in den einzelnen Landkreisen ist. So können bereits im Vorfeld die richtigen Entscheidungen getroffen und Infizierte direkt dort eingeliefert werden, wo ihnen geholfen werden kann. Diese Art von Weitsicht hilft, einer Überlastung des Gesundheitssystems auch bei steigenden Fallzahlen vorzubeugen.

Auch für die Verteilung des Impfstoffes ist in ein solches Vorgehen essentiell. Dass die intelligente Auswertung und Visualisierung von Daten hier von enormem Nutzen sein kann, zeigt jetzt ein neues Dashboard, welches auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts den Fortschritt der Covid-19-Impfungen in Deutschland visualisiert. Es zeigt nicht nur, wie viele Bürger auf Länderebene bereits eine Impfdosis erhalten haben, sondern gibt anhand des Inzidenzwerts auch Auskunft darüber, wo beispielsweise ein bevölkerungsreiches Bundesland wie Bayern im Vergleich zum Stadtstaat Hamburg steht. Dadurch wird auf einen Blick deutlich, dass die Verabreichung der bisher verfügbaren Impfdosen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich weit vorangeschritten ist. Ob es dabei bleibt, wird in den kommenden Wochen ebenfalls durch die interaktive Karte ersichtlich sein.

Location Intelligence macht smartere Entscheidungen möglich

Die Impfstrategie der Bundesregierung sorgt derzeit für hitzige Diskussionen. Der langsame Fortschritt und die noch holprige Impfstofflogistik haben zu Unmut in der Bevölkerung geführt. Um die von der ständigen Impfkommission (STIKO) festgelegten Impfziele schnell zu erreichen, braucht es deshalb mehr Daten, die im Kontext der Covid-19-Impfung von Relevanz sind. Sind beispielsweise zusätzliche Informationen über Transportwege, Impf- und Verteilerzentren verfügbar, kann dafür gesorgt werden, dass die Stoffe, die unter teilweise sehr sensiblen Bedingungen gelagert werden müssen, reibungslos verimpft werden können. Mithilfe von Location Intelligence lässt sich außerdem auf einen Blick visualisieren, welche Standorte beispielsweise für weitere Impfzentren geeignet wären – und zwar sowohl in logistischer Hinsicht, als auch um eine einfache Erreichbarkeit per Auto oder dem öffentlichem Nahverkehr zu gewährleisten.

Aber auch die Fragen, die in der zweiten Phase, nämlich wenn der Impfstoff in einer ausreichenden Menge für die breite Bevölkerung vorhanden ist, im Vordergrund stehen werden, kann die Technologie weiterhelfen:

  • Wie gut sind Arztpraxen und Apotheken versorgt?
  • Gibt es Unterschiede zwischen bestimmten Regionen oder Stadtteilen?
  • Wohnen dort vorwiegend Senioren, Familien oder Studenten?
  • Ist vor Ort gegebenenfalls eine Verstärkung durch mobile Impfteams nötig?

Bereits jetzt alle weiteren Szenarien zu planen, um die verfügbaren Bestände zu verwalten und mehr Transparenz zu schaffen, ist der nächste wichtige Schritt. Denn nur, wenn die Grundlage für die Umsetzung einer effizienten Verteilung geschaffen wird, lässt sich die Pandemie bestmöglich bekämpfen, was eine baldige Rückkehr zur Normalität endlich realistisch werden lässt.

Jürgen Schomakers, Managing Partner bei Esri DCH
Jürgen Schomakers, Managing Partner bei Esri DCH
(Bild: Esri)

Der Autor, Jürgen Schomakers, ist Managing Partner bei Esri DCH.

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