„Impfbrücke“-Software Kurzfristige Impftermine automatisiert vergeben

Redakteur: Ira Zahorsky

Impfzentren aus ganz Deutschland können über die kostenfreie Webanwendung „Impfbrücke“ kurzfristig frei gewordene Termine noch am selben Tag vergeben, um keinen Impfstoff zu verschwenden. Bislang nutzen 20 Impfzentren die automatische Vergabe.

Die „Impfbrücke“ ermöglicht eine kurzfristige Vergabe von Impfterminen.
Die „Impfbrücke“ ermöglicht eine kurzfristige Vergabe von Impfterminen.
(Bild: Markus Mainka - stock.adobe.com)

Impfzentren müssen sich zur Nutzung der kostenfreien „Impfbrücke“ lediglich einen passwortgeschützten Zugang bei den Betreibern holen, Einrichtungsaufwand gibt es keinen. In die Webanwendung lädt das Impfzentrum dann eine Excel-Liste mit Impfwilligen hoch, die dort bereits registriert sind. In der Liste müssen die Mobilnummer des Impfkandidaten, dessen Priorisierungsgruppe sowie die Vakzine, die verimpft werden dürfen, eingetragen werden. Dieser Datensatz wird verschlüsselt gespeichert.

Je mehr Menschen bereits geimpft sind, desto schwieriger wird es, Restimpfdosen rechtzeitig und mit sinnvoller Priorisierung zu verimpfen. Hier steigert die Automatisierung die Effizienz aus Sicht der Impfzentren und aus Sicht der gesamten impfwilligen Bevölkerung enorm.

Manuel Hüttel, Initiator des Impfbrücke-Projekts

Werden kurzfristig Termine frei, muss in die Webanwendung das Zeitfenster und die Anzahl der Impfdosen eingegeben werden. Nach dem Zufallsprinzip werden geeignete Impfwillige der entsprechenden Priorisierung ausgewählt. Diese erhalten eine SMS. Bestätigt der Empfänger mit „Ja“, bekommt er eine Bestätigungs-SMS, falls die Termine noch verfügbar sind. Andernfalls gibt es eine SMS mit einer Absage.

Der Angebotstext ist je nach Impfzentrum individualisierbar. Die Einladungszyklen lassen sich ebenso wie die Zahl der Impfberechtigten individuell konfigurieren. „Mit diesem System sparen wir uns den Aufwand, die Liste der möglichen Impflinge telefonisch abzuarbeiten“, berichtet Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss. „Jetzt vergeben sich die Rest-Impfstoffe quasi von selbst.“ Neben Neuss sind auch Impfzentren aus Duisburg, Hannover oder Frankfurt am Main bereits an Bord.

Derzeit nutzen hauptsächlich die Betreiber kommunaler Impfzentren die Automatisierungsmöglichkeiten, die ihnen die Impfbrücke eröffnet. Aber auch Arztpraxen zählen bereits zum Nutzerkreis. Einige größere Kommunen, die gleich mehrere Impfzentren betreiben, haben Interesse an dem System. Sogar auf Länderebene gibt es Überlegungen, die dortigen Impfzentren durch den Einsatz der Impfbrücke zu entlasten und die Effizienz der Impfkampagne landesweit zu steigern. Auch Krankenversicherer haben schon Interesse bekundet – um in naher Zukunft in den betriebsärztlichen Impfstraßen großer Unternehmen der gesamten Belegschaft schnell und unkompliziert Impfangebote machen zu können.

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