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Diagnostik, Behandlung und Forschung Künstliche Intelligenz unterstützt im Gesundheitswesen

| Autor: Ira Zahorsky

Eine immer älter und auch kränker werdende Gesellschaft kann von Gesundheitssystemen nur durch Prävention und günstige Behandlungsmethoden gestemmt werden. Künstliche Intelligenz kann in vielen Bereichen dazu beitragen.

Künstliche Intelligenz kann im Gesundheitssektor in vielen Bereichen unterstützen.
Künstliche Intelligenz kann im Gesundheitssektor in vielen Bereichen unterstützen.
(Bild: © Production Perig - stock.adobe.com)

Der globale digitale Gesundheitsmarkt ist ein riesiges Geschäft, auch wegen der Daten, die immer mehr Bürger bereit sind, zu teilen. Mensch tracken ihre Gesundheitsdaten mit Wearables und nutzen Apps unter anderem zur Kontrolle der Medikamenteneinnahme, um sich zu informieren oder um sich Anregungen für Fitness-Workouts zu holen. Die Optimierung des Trainings, mehr Bewegung, Wissen über den Körper und Gesundheitszustand sowie über Ernährung und Abnehmen sind dabei die Hauptgründe, warum Apps und Wearables genutzt werden.

Die über Wearables gesammelten Daten lassen sich in große, anonymisierte Datensets zusammenführen, die per Künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Daraus sollen neue Erkenntnisse, die der Frühdiagnose von Krankheiten und Epidemien dienen, gewonnen werden.

Vor- und Nachteile

Der Einsatz von KI im Gesundheitswesen hat zahlreiche Vorteile. So kann die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationären Sektor erleichtert, Kosten eingespart und teure Analysegeräte vor Ort ersetzt werden. Auch bei schnellen, kostengünstigen und zuverlässigeren Diagnosen kann eine Künstliche Intelligenz wertvolle Unterstützung leisten, wenn sie denn von Anfang an mit realen Daten versorgt wird, Ärzte ihre Erfahrung einbringen und den Lernerfolg konstant überwachen.

Doch in einem digitalen Gesundheitskonzept ist vor allem der Schutz vor Missbrauch und Diebstahl der Daten zu berücksichtigen, denn diese dürfen nicht in die falschen Hände geraten oder dazu genutzt werden, bestimmte Gruppen zu diskriminieren.

Einsatz von KI

Während medizinisches Personal bei administrativen Aufgaben bereits häufig eine KI einsetzt, hat sie sich bei der Diagnostik noch nicht durchgesetzt, obwohl in Studien bereits nachgewiesen wurde, dass die KI Genauigkeit, Konsistenz und Akzeptanz beispielsweise bei Lungenkrebs-Screenings verbessert. Eine Künstliche Intelligenz analysiert große Datensätze schnell und genau – und erkennt kleinste Anomalien, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Auch in der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente kommt sie zum Einsatz. Patienten würden die Auswertung einer Künstlichen Intelligenz als Zweitmeinung akzeptieren.

ERIC-Projekt

Patienten, die nicht auf die physische Anwesenheit eines Arztes angewiesen sind, können per telemedizinischer Software remote überwacht werden. Das Projekt „Enhanced Recovery after Intensive Care“ (kurz ERIC) der Charité Berlin hat das Ziel, durch Telemedizin und Informationsübermittlung negative Langzeitfolgen einer Intensivbehandlung zu minimieren. Außerdem soll es die Genesung fördern und die individuelle Lebensqualität von Patienten nach einem Eingriff steigern. Das Konzept wurde von Kliniken, Biometrikern und Gesundheitsökonomen entwickelt und soll nach einer dreijährigen Testphase Versorgungsstandard werden.

Auch Patienten mit einer Hirnschädigung können durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, in diesem Fall Brain Computer Interfaces (Implantate), profitieren. Als Beispiel sei hier Elon Musks Unternehmen Neuralink genannt. Per Sensor soll die geschädigte Gehirnregionen über Impulse angeregt und so die entstandenen Schäden ausgeglichen werden. Ein eigens dafür entwickelter Roboter soll die Operation durchführen.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS