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KI gestützte Diagnostik Krebsfrüherkennung mit intelligentem Ultraschall

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Künftig sollen Krebserkrankungen noch früher als bisher erkannt werden. Welche Rolle die Künstliche Intelligenz (KI) dabei spielt, darüber will die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) mit der Österreichischen und der Schweizer Ultraschall-Fachgesellschaft (ÖGUM und SGUM) auf einem Kongress diskutieren.

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Laut einer Studie konnte bei 97 Prozent der Patienten durch eine gezielt entnommene Gewebeprobe mithilfe von KI eine so exakte Diagnose gestellt werden
Laut einer Studie konnte bei 97 Prozent der Patienten durch eine gezielt entnommene Gewebeprobe mithilfe von KI eine so exakte Diagnose gestellt werden
(© Alexandr Mitiuc - stock.adobe.com)

Mithilfe von KI-gestützten Analyse von Bilddaten – wie Ultraschallaufnahmen – sollen Krebserkrankungen früher erkannt werden. Dabei sollen KI-Systeme eine große Anzahl diagnostischer Daten und Laborwerte auswerten. Die DEGUM erklärt: „Künstliche Intelligenz ist nichts anderes als ein lernender Computer, der selbstständig Entscheidungen treffen kann. Gerade auch in der Medizin kann dies zum enormen Vorteil für den Patienten werden“.

Als Beispiel nennt die DEGUM eine Studie aus dem „World Journal of Urology“ von 2018. Die Studie zeige wie wirkungsvoll eine Kombination aus KI und ultraschall-basierter Biopsie bei Patienten mit Prostatatumor sei. Laut Studie konnte bei 97 Prozent der Patienten durch eine gezielt entnommene Gewebeprobe mithilfe von KI eine exakte Diagnose gestellt werden.

Der Gastredner, Bernhard Mumm, Abteilung Strategic Innovation der TOMTEC Imaging Systems GmbH, der bei der Kongresseröffnung den Vortrag „Chancen und Risiken von KI in der Bildgebung“ halten berichtete: „Die pro Patient entstehenden medizinischen Datenmengen explodieren“. Mumm betonte, dass in Zukunft kein Arzt die Zeit haben werde die zahlreichen Bilddaten wie Computertomografie- oder Ultraschallbilder detalliert anzusehen und diese mit den entsprechenden Laborwerten abzugleichen. Im Gegensatz dazu könne die KI alle diagnostischen Parameter wie Biomarker, Blutwerte, Risikofaktoren, Ultraschallaufnahmen und andere Bilddaten zusammenfassen und mit großen Datenbanken vergleichen.

Außerdem werde, laut Mumm,das medizinische Personal immer knapper. „Gemäß einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden in 15 Jahren weltweit rund 13 Millionen Ärzte und medizinisches Personal fehlen“, so Mumm weiter. „Hier kann die KI helfen, die medizinische Versorgung zu verbessern und auch die Kosten der Gesundheitsversorgung zu senken.“

Das Thema KI löse wie jede neue Technologie Ängste und Probleme aus. „Viele Fragen sind noch nicht gelöst, wie etwa rechtliche und regulatorische Probleme, Datenschutz oder Haftungsfragen“, so Bernhard Mumm. Es geht dabei um Fragen wie: Wer soll bei einer Fehldiagnose des KI-Algorithmus die Haftung übernehmen? Wie reagieren Ärzte auf die KI? In Bezug auf die Ärzte ist sich Mumm sicher: „Ich glaube, dass es die KI dem Arzt ermöglicht, wieder mehr Zeit für den Patienten und schwierige Fälle zu haben, weil sie die Routinediagnostik übernehmen kann“.

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