5. Gesundheitspreis von Novartis Kreative Digital-Health-Projekte prämiert

Von Susanne Ehneß

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), digitale Pflegeanwendungen (DiPA), Vernetzungslösungen, medizintechnische und auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen: Die eingereichten Projekte für den diesjährigen Gesundheitspreis waren vielfältig. Nun wurden die Gewinner gekürt.

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Krankheiten diagnostizieren per Atemstoß: „Halitus“ sicherte sich den ersten Platz
Krankheiten diagnostizieren per Atemstoß: „Halitus“ sicherte sich den ersten Platz
(© Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Mehr als 80 Bewerbungen wurden für den diesjährigen Gesundheitspreis eingereicht. Start-ups, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Unikliniken, Verbände und Krankenhäuser hatten sich um einen Gewinnerplatz des mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Preises des Pharma-Unternehmens Novartis bemüht. Zehn ehrenamtliche Jury-Mitglieder haben nun drei der insgesamt vier Gewinner ausgewählt, der vierte Preisträger wurde im Rahmen der Preisverleihung live vom Publikum gekürt.

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1. Platz

Den ersten Platz und damit 25.000 Euro Preisgeld sicherte sich „Halitus“ der Halitus GmbH. Das Start-up entwickelte ein Diagnoseinstrument, das die Konzentration verschiedener Biomarker in der Atemluft misst und dadurch Krankheiten diagnostizieren kann. Mitgründer Dr. Sven Jungmann betont, dass mit Halitus eine individuelle Früherkennung, Behandlung und Nachsorge möglich sei. Das Gerät sei „das Stethoskop der Zukunft“ und nutze Lasertechnologie, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für eine präzise Interpretation der erfassten Werte.

2. Platz

Den zweiten Platz und damit 15.000 Euro gewann „PINK! aktiv gegen Brustkrebs“. Das ärztlich geführte Online-Portal informiert anhand von Texten, Videos und Podcasts rund um das Thema Brustkrebs und setzt gemeinsam mit den Patientinnen Ziele hinsichtlich Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit. „Die Suche bei Google führt oft zu mehr Fragen als Antworten“, kommentiert die Initiatorin Prof. Dr. Pia Wülfing. PINK informiere fachkompetent und umfassend und schließe somit die Versorgungslücken.

3. Platz (Publikumspreis)

Das Publikum wählte im Rahmen der Preisverleihung „BaSeTaLK“ zum dritten Gewinner. Das Verbundprojekt der Katholischen Hochschule Mainz und der Technischen Hochschule Regensburg möchte die Kommunikation in der Altenpflege fördern und nutzt hierfür die Methoden der Biographiearbeit, bei der die Lebensvergangenheit einbezogen wird. Mit Fotos, Quizfragen und Audiofiles sollen Senioren in Pflegeeinrichtungen dazu animiert werden, über sich und das eigene Leben zu sprechen. Der Publikumspreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Sonderpreis

Der Sonderpreis ist ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert und hatte in diesem Jahr das Thema „Teilhabe durch Digitalisierung“. Gewonnen hat die inklusive Sprachlern-Anwendung „EiS-App“. Dabei handelt es sich um ein digitales Wörterbuch, mit dem Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen sowie ihre Angehörigen spielerisch einen Grundwortschatz von Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache lernen können. Die App ist niedrigschwellig, betont Geschäftsführerin Anke Schöttler, die die Lösung als Alltagshilfe für Familien sieht. „Auch Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, können in der App navigieren“, betont Schöttler.

Der Wettbewerb

„Ob Augmented-Reality-Anwendungen, Medtech-Lösungen, die nur mit Augen oder Kopfbewegungen steuerbar sind, oder KI-basierte Technologien: Die Projekte, die es unter die Top 7 schaffen und auf der Preisverleihung vorgestellt werden, begeistern mich jedes Jahr aufs Neue“, kommentiert Dr. med. Thomas Lang, Geschäftsführer Novartis Pharma Deutschland. „Die Vielzahl der transformativen Lösungen, die von der Jury ausgewählt werden, zeigt, dass es in Deutschland ein pulsierendes Ökosystem an innovativen E-Health-Initiator:innen gibt. Diese fördern wir mit dem Digitalen Gesundheitspreis.“

Der Wettbewerb ist dabei keine Sackgasse. Im Anschluss erhalten die Projekte Unterstützung von Novartis in Form von Webinaren, Workshops und natürlich durch die vorhandenen Netzwerke. Vier der bisherigen Gewinnerprojekte sind bereits als digitale Gesundheitsanwendungen gelistet.

Ab Oktober 2022 können die Bewerbungen für den nächsten Gesundheitspreis eingereicht werden. Die Preisverleihung soll am 23. März 2023 stattfinden.

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