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Sichere Archivierung der Daten Klinikverbund Kempten-Oberallgäu vereint Backup und revisionssicheres Archiv

| Autor/ Redakteur: Hannes Heckel* / Ira Zahorsky

Der Landkreis Oberallgäu ist der südlichste Landkreis Deutschlands. Für die medizinische Versorgung der Region stehen Kliniken in Oberstdorf, Sonthofen, Immenstadt und Kempten zur Verfügung, die sich im April 2010 unter der gemeinsamen Dachgesellschaft, dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu, zusammengeschlossen haben.

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Die Klinik in Kempten ist Teil des Klinikverbunds Kempten-Oberallgäu.
Die Klinik in Kempten ist Teil des Klinikverbunds Kempten-Oberallgäu.
(Bild: Klinik Kempten)

Mit rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der Klinikverbund einer der größten Arbeitgeber in der Region. Jährlich werden insgesamt 225.000 Patienten behandelt. Engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern somit die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung. Träger dieser Gesellschaft sind die Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu. Der Klinikverbund bietet medizinische Versorgung von der Grund- und Regelversorgung bis zur Hochleistungsmedizin.

Die Einführung von HYDMedia, einem ganzheitlichen Enterprise-Content-Management-System für Krankenhäuser von AGFA Healthcare, machte die Neustrukturierung der Datenspeicherung nötig. Die EDV-Abteilung entschied sich für das Silent-Brick-System von FAST LTA, da hier die geforderte revisionssichere Datenarchivierung auf WORM-Medien unkompliziert und erweiterbar möglich ist. Zeitgleich stellte man die Backup-Lösung auf Veeam um.

Die Zusammenlegung der Kliniken in den Verbund brachte viele Vorteile mit sich. So kann der Klinikverbund Kempten-Oberallgäu, in öffentlicher Trägerschaft unter Sana-Management, seit mehreren Jahren auf positive Ergebnisse zurückblicken. Für die übergreifende IT-Infrastruktur ist die Abteilung um EDV-Leiter Joachim Schmitt zuständig. Den Bereich der Datenspeicherung betreut Benjamin Reil als Applikationsbetreuer Klinische Informationssysteme.

Die vier Standorte nutzen ein über Richtfunk verbundenes einheitliches Netzwerk. Fast alle Applikationen werden im Standort Kempten gehostet, der über zwei Serverräume verfügt. Zusätzlich gibt es noch einen Serverraum am Standort Immenstadt. Die Daten umfassen Informationen zur Behandlung der Patienten, die weitgehend digital im Klinik-Informationssystem, Radiologie-Informationssystem, PACS (Archivierung bildgebender Verfahren), Praxis-Verwaltungssystemen und circa 50 medizinischen Applikationen vorliegen. Die Daten werden im Primär-Speicher (Storage) und teilweise auf Servern, sowohl physikalisch als auch virtuell, abgelegt. Das aktuelle Datenvolumen liegt bei 200 Terabyte. Pro Monat kommt ungefähr 1 TB Daten hinzu – Tendenz stark steigend. Der Sekundärspeicher für Backup und Archivierung wurde bisher hauptsächlich in einer Bandbibliothek mit 40 LTO6-Bändern gesichert. Eine revisionssichere Archivierung fand nur extern für die eingescannten Patientenakten statt.

Revisionssicherere Archivierung und AGFA HYDMedia forderten neue Lösungsansätze

Da aber durch veränderte Regularien eine revisionssichere Archivierung immer wichtiger wurde und die Performance der Bandlaufwerke mit den steigenden Datenvolumina nicht mehr standhielt, entschieden sich Joachim Schmitt und Benjamin Reil für eine Neuausrichtung der Langzeitarchivierung und der Datensicherungslösung. Hinzu kam die Entscheidung der Geschäftsführung, ein modernes Content-Management-System (CMS) einzuführen.

Joachim Schmitt, EDV-Leiter beim Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH
Joachim Schmitt, EDV-Leiter beim Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH
(Bild: Klinikverbund Kempten-Oberallgäu gGmbH)

Mit AGFA HYDMedia sollen alle Patientendaten digital verwaltet werden. Der Klinikverbund setzte bis dahin schon auf AGFA ORBIS, einer Lösung für die Steuerung komplexer Klinikabläufe. Mit der Ergänzung durch das Enterprise-CMS wird die Digitalisierung einen erheblichen Schritt vorangetrieben. „Durch die Zusammenführung von ORBIS-Datenbanken standen wir vor der Aufgabe, die vorhandenen Archivierungssysteme in kürzester Zeit zentral zur Verfügung zu stellen“, sagt EDV-Leiter Joachim Schmitt.

Referenzen von Krankenhäusern wie den Waldburg-Zeil Kliniken und der Oberschwabenklinik führten zu einer klaren Entscheidung für FAST LTA. Dass die Lösungen zudem in über der Hälfte aller Kliniken in Deutschland eingesetzt werden, war ein weiterer Beweggrund. Für die Datensicherungs-Software wechselte man auf die Backup-Lösung von Veeam, die ebenfalls perfekt mit dem Silent-Brick-System zusammenarbeitet und zertifiziert ist.

Intelligentes Lösungskonzept – optimal für Kliniken

Weitere Pluspunkte waren das gute Preis-/Leistungsverhältnis und das intelligente und skalierbare Lösungskonzept. „Unser großes Datenwachstum war abzusehen und durch die weitere Digitalisierung von medizinischen Untersuchungsdaten war eine revisionssichere Archivierungslösung, die mitwachsen kann, ein ‚Muss‘ bei der Anschaffung eines neuen Systems“, sagt Applikationsbetreuer Benjamin Reil. „Wir standen außerdem unter Zeitdruck, da HYDMedia kurzfristig angeschafft werden sollte“, erinnert sich Benjamin Reil.

Bei der Evaluierung zeigten sich schnell die Vorteile des Silent-Brick-Systems, denn hier ist eine fast unbegrenzte Skalierbarkeit und Mischung von WORM und wiederbeschreibbaren Sekundärspeichern möglich. „Wir konnten insgesamt sehr gute Redundanzoptionen und eine intuitive Verwaltung des Systems feststellen und FAST LTA hat sich sehr kooperativ und agil gezeigt“, freut sich Joachim Schmitt. Einen besonderen Service hebt er hervor. „Wir haben ursprünglich die kleinere Lösung, die Silent Cubes, geordert. Nach Evaluierung unterschiedlicher Anforderungen stellte sich das Silent-Brick-System als noch besser geeignet heraus. Die Bestellung wurde dann seitens FAST LTA unkompliziert gewandelt.“

Umstellung in weniger als zwei Monaten

Da der Zeitplan für die Umstellung auf HYDMedia eng gesteckt war, musste die Umstellung der Backup- und Archivierungslösung auf das Silent-Brick-System ebenfalls in kürzester Zeit erfolgen. Im Dezember 2018 konkretisierte man das System und bestellte die Komponenten.Lieferung und Installation erfolgten Mitte Dezember 2018. Durch den reibungslosen Ablauf und die Unterstützung der Experten von FAST LTA konnte das gesteckte Ziel erreicht werden. Der Produktivbetrieb begann ab Januar 2019. „Eine extrem schnelle und gut abgestimmte Implementierung, die mit der Admin-Schulung im Februar 2019 abgeschlossen wurde, hat uns ermöglicht, unsere Ziele zu erreichen“, blicken Joachim Schmitt und Benjamin Reil auf dieses anspruchsvolle Projekt stolz zurück.

Die Datensicherung mit Veeam ist nun deutlich einfacher zu handhaben, als dies mit den Bandlaufwerken vorher der Fall war. Eine revisionssichere Archivierung aus HYDMedia auf die WORM Bricks unterstützt die digitale Patientenakte. Dem Wachstum des Datenaufkommens kann durch die fast unbeschränkten Erweiterungsmöglichkeiten bei dem Silent-Brick-System sorglos entgegengesehen werden. Nach der initialen Befüllung der Silent Bricks mit den Patientendaten und den Datensicherungen plant der Klinikverbund das System in diesem Jahr zu erweitern, um medizinische Daten langfristig einheitlich zu sichern.

*Der Autor, Hannes Heckel, ist Director Marketing bei FAST LTA.

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