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Forschungsprojekt KI soll Nutzung von Blutprodukten optimieren

| Autor: Julia Mutzbauer

Blutprodukte sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken, weshalb es denn auch immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung kommt. Ein neues Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Essen beschäftigt sich nun damit, wie der Einsatz und die Nutzung mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) verbessert werden kann.

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In einem neuen Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Essen soll eine automatisierte patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und ein verbessertes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin entwickelt werden, um die Versorgung zu verbessern
In einem neuen Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Essen soll eine automatisierte patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und ein verbessertes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin entwickelt werden, um die Versorgung zu verbessern
(© Gina Sanders - stock.adobe.com)

Das Forschungsprojekt „AutoPiLoT“ (Automatisierte leitlinienkonforme Patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und smartes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin) des Klinikverbunds, Universitätsmedizin Essen soll den Einsatz und die Nutzung von Blutprodukten verbessern, indem KI-basierte, datengetriebene Ansätze für die Unterstützung der ärztlichen Indikationsstellung der Transfusionen eingesetzt werden. Ziel ist es eine automatisierte patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und ein verbessertes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin zu entwickeln.

Das sogenannte Patient Blood Management (PBM) war nach den Angaben des Universitätsklinikums Essen, mit Blick auf die zu erwartende Entwicklung bei den Blutspenden, bereits Thema im Deutschen Bundestag. Bislang würden jedoch die vorliegenden patienten- und krankenhausspezifische Daten noch zu wenig genutzt, so das Universitätsklinikum. „Im Rahmen des Forschungsprojekts ‚AutoPiLoT‘ der Universitätsmedizin Essen sollen diese Daten mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz analysieret und zwecks Entscheidungsunterstützung aufbereitet werden, auch mit Unterstützung des neuen KI-Instituts, das in Essen im Frühjahr 2020 an den Start gehen wird“, heißt es im Bericht der Universitätsmedizin.

Das Projekt soll dazu beitragen, die Patientensicherheit zu verbessern, indem diese Daten durch KI-Verfahren analysiert und zur Entscheidungsunterstützung aufbereitet werden. Mithilfe von KI soll auch der individuelle Transfusionsbedarf mit größerer Präzision vorhergesagt werden. Damit erhöhe sich ebenfalls die Patientensicherheit, zudem werde die Lagerhaltung optimiert. „Außerdem soll der klinikweite Bedarf an Blutprodukten genauer prognostiziert werden können, damit das Logistikmanagement verbessert und die Verfallsrate von Blutprodukten gesenkt wird. Dieser Ansatz soll mit einer Smartphone-App kombiniert werden, die idealerweise für die gezielte Mobilisierung von Blutspenderinnen und Blutspendern eingesetzt wird“, so die Universitätsmedizin Essen.

Prof. Dr. Peter Horn, Direktor des Instituts für Transfusions­medizin der Universitätsmedizin Essen, der gemeinsam mit Privatdozent Dr. Felix Nensa vom Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin am Universitätsklinikum Essen und Prof. Dr. Britta Böckmann, Medizinische Informatik der FH Dortmund, an diesem Projekt arbeitet, erklärt: „Mithilfe innovativer Technologien und smarter Datennutzung wollen wir in unserem gemeinsamen Projekt die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten mit Blutprodukten weiter optimieren“. PD Dr. Felix Nensa ergänzt: „Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck, sondern ein innovatives Werkzeug, mit dem man Probleme lösen kann. Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung und die Patientensicherheit weiter zu verbessern“.

Laut Universitätsmedizin Essen ist das Projekt bis September 2022 bewilligt und wird mit einer Summe von 1,8 Millionen Euro vom Bundesgesundheitsministerium gefördert.

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